Österreich · Stadt

Innsbruck. Stadt unter der Nordkette.

Innsbruck liegt am Inn, mitten in den Alpen, und hat einen mittelalterlichen Kern, der von Kaisern geprägt wurde. Von der Altstadt aus fährt man in wenigen Minuten auf die Berge.

Auf einen Blick

BundeslandTirol, Landeshauptstadt
FlussInn
Höhe574 m ü. M.
Einwohnerrund 132’000 (2024)
OlympiaWinterspiele 1964 und 1976, Jugendspiele 2012
VerkehrHauptbahnhof an der Brennerlinie
ReisezeitSommer und Winter

Die Brücke über den Inn

Der Name sagt es schon: Innsbruck bedeutet «Brücke über den Inn». Die Stadt liegt an der Stelle, an der das Wipptal ins Inntal mündet, und diese Lage machte sie früh zu einem Knotenpunkt auf der Route über den Brenner. Lateinisch hiess der Ort Oeni Pontum oder Oeni Pons.

Zur Hauptstadt von ganz Tirol wurde Innsbruck 1429. In den 1490er-Jahren machte Kaiser Maximilian I. die Stadt zu einer seiner Residenzen, und aus dieser Zeit stammen viele der Bauten, die man heute besucht. Das Goldene Dachl, die Hofburg und die Hofkirche tragen alle seine Handschrift oder die seiner Nachfolger.

Zwischen Fels und Fluss

Die Stadt auf 574 Metern Höhe liegt im Talboden, im Norden steigt die Nordkette unmittelbar an. Sie ist die südlichste der vier grossen Gebirgsketten des Karwendels, und ihr höchster Gipfel, die Hafelekarspitze, misst 2’334 Meter. Wer in der Altstadt steht und den Blick hebt, sieht sie fast überall am Ende der Gassen.

Das Klima ist alpin und hat grosse Unterschiede zwischen den Jahreszeiten. Der Jahresdurchschnitt liegt bei etwa 10 Grad, die Winter sind kalt und schneereich. Der Föhn, ein warmer Fallwind aus dem Süden, kann im Winter plötzlich für deutliche Wärme sorgen. Das gehört zu Innsbruck wie die Berge selbst.

Olympiastadt und Universität

Innsbruck trug zweimal die Olympischen Winterspiele aus, 1964 und 1976, und war 2012 Gastgeber der ersten Olympischen Jugend-Winterspiele. Die Sprungschanze am Bergisel erinnert daran: Hier fanden 1964 und 1976 die Einzelwettbewerbe von der Grossschanze statt, und 2012 wurden auf ihr die Jugendspiele eröffnet. Im Sommer gibt es auf der Schanze Trainings und öffentliche Sprünge.

Älter als die Spiele ist die Universität, die 1669 gegründet wurde. Damit ist Innsbruck seit mehr als drei Jahrhunderten auch Universitätsstadt, und der Bergisel ist in wenigen Minuten vom Zentrum aus zu erreichen. Innsbruck ist zugleich Landeshauptstadt Tirols und mit rund 132’000 Einwohnern die grösste Gemeinde Nordtirols.

Kurze Wege

Die Altstadt ist klein und zu Fuss in einem Vormittag zu erkunden. Hofburg, Hofkirche, Goldenes Dachl und die Maria-Theresien-Strasse liegen nur wenige Minuten voneinander entfernt. Etwas ausserhalb liegen Schloss Ambras und der Bergisel, und die Nordkettenbahn startet mit der Station Congress im Stadtzentrum.

Der Hauptbahnhof gehört zu den meistgenutzten Bahnhöfen Österreichs und liegt an den Linien nach Deutschland, in den Westen Österreichs und über den Brenner nach Italien. Aus der Schweiz fährt ein direkter Zug von Zürich, die Fahrt dauert knapp vier Stunden. Wer mit dem Zug aus Italien kommt, gelangt über den Brenner direkt in die Stadt.

Orte

Neun Orte, die zeigen, wie nah Kaiserstadt und Hochgebirge hier beieinander liegen.

Goldenes Dachl

Das Goldene Dachl ist das Wahrzeichen von Innsbruck und steht in der Altstadt an der Herzog-Friedrich-Strasse. Es handelt sich um einen Prunkerker, der 1500 fertiggestellt wurde. Auftraggeber war Kaiser Maximilian I., der den Bau anlässlich seiner Hochzeit mit Bianca Maria Sforza in Auftrag gab. Das Dach des Erkers ist mit 2’657 feuervergoldeten Kupferschindeln gedeckt, die dem Erker seinen Namen geben. Der Erker blickt auf die Herzog-Friedrich-Strasse, die von Lauben gesäumt ist, und liegt unweit des Stadtturms, der von 1442 bis 1450 gebaut wurde.

Der Erker gilt als das bekannteste Symbol der Stadt und steht für die Zeit, in der Innsbruck Residenz Maximilians war. Seit 1429 war die Stadt Hauptstadt von ganz Tirol, in den 1490er-Jahren hielt sich der Kaiser hier auf und baute die Hofburg aus. Auch die Hofkirche, die sein Enkel Ferdinand I. 1553 als Denkmal für ihn begann, erinnert an ihn. Wer in Innsbruck Maximilian sucht, findet ihn also an mehr als einer Stelle.

Gebaut hat das Dachl der Innsbrucker Hofbaumeister Nikolaus Turing der Ältere. Der Erker diente als Loge. Von hier aus verfolgten der Kaiser und sein Hof Feste, Turniere und andere Veranstaltungen, die auf dem Platz davor stattfanden. Wer sich Zeit nimmt, sieht, wie dicht die vergoldeten Schindeln gesetzt sind.

Das Goldene Dachl liegt mitten in der Altstadt und lässt sich gut mit einem Spaziergang durch die Gassen verbinden, die zu Hofburg und Hofkirche führen. Die Häuser rund um den Platz sind schmal und hoch gebaut, weil der Platz in der Altstadt knapp war.

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Altstadt

Die Innsbrucker Altstadt ist klein, dicht und fast durchgehend gebaut. Das hat historische Gründe: Sie entstand auf Land, das das Kloster Wilten im Tausch an die weltliche Obrigkeit abgegeben hatte. Weil der Platz knapp war, baute man schmal und hoch. Die Hauptstrasse, die Herzog-Friedrich-Strasse, ist von Lauben gesäumt, unter denen sich Geschäfte und Cafés befinden.

Zu den auffälligen Bauten gehört der Stadtturm, der als gotischer Rathausturm von 1442 bis 1450 gebaut wurde und etwa 51 Meter hoch ist. Wer ihn besteigt, sieht über die Dächer der Altstadt. Ein weiteres Gebäude, das auffällt, ist das Helblinghaus mit seiner verzierten Fassade. Am Rand der Altstadt steht der Dom zu St. Jakob, die Kathedrale des Bistums Innsbruck. Eine Kirche des heiligen Jakob wird hier erstmals 1270 erwähnt. Der heutige barocke Bau stammt aus den Jahren 1717 bis 1724. Er wurde durch ein Erdbeben 1689 und durch Bomben im Jahr 1944 beschädigt. Der Dom ist dem heiligen Jakobus dem Älteren geweiht und Sitz des Bistums Innsbruck.

Das Patronatsfest des Doms ist der 25. Juli. Goldenes Dachl, Stadtturm und Dom liegen nur wenige Gehminuten voneinander entfernt. Wer von der Herzog-Friedrich-Strasse in eine Seitengasse abbiegt, sieht, wie dicht die Häuser gebaut sind.

Im Dom hängt ein Gnadenbild, das von Lucas Cranach dem Älteren gemalt wurde. Es kam 1650 in die Kirche und machte sie zum Wallfahrtsort. Die Altstadt ist autofrei und lässt sich in einer Stunde durchqueren, wer aber in die Details einsteigen will, braucht deutlich länger. Im Dezember findet hier der Weihnachtsmarkt statt.

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Hofburg

Die Innsbrucker Hofburg ist ein ehemaliger Palast der Habsburger. Ihre Hauptfassade liegt am Rennweg, die Südseite an der Hofgasse. Mit dem Bau begann Erzherzog Sigmund ab 1446, der unter anderem Räume und eine Kapelle im Ostflügel sowie eine Kanzlei im Südflügel errichten liess. Unter Maximilian I. wurde die Anlage im späten 15. Jahrhundert spätgotisch erweitert. 1499 wurde das Rumertor zum Wappenturm umgebaut.

Seine heutige Gestalt erhielt der Palast im Barock. Zwischen 1754 und 1773 liess Maria Theresia ihn in zwei Etappen umbauen, unterbrochen vom Siebenjährigen Krieg. Der Südtrakt und die Hauptfassade kamen damals hinzu. Der Riesensaal, benannt nach den ursprünglichen Herkulesfresken, erhielt 1775 und 1776 ein neues Deckenfresko von Franz Anton Maulbertsch. Die Anlage zeigt zwei Zeitschichten: Spätgotische Teile aus der Zeit Sigmunds und Maximilians stehen neben dem barocken Bau Maria Theresias. Der Südtrakt und die Hauptfassade am Rennweg geben dem Palast das Aussehen, das er heute hat.

Mit dem Haus verbindet sich auch ein Kapitel Familiengeschichte. Am 18. August 1765 starb hier Kaiser Franz I. überraschend, nachdem er von einer Theatervorstellung zurückgekehrt war, die zur Hochzeit seines Sohnes Leopold II. mit Maria Ludovica von Spanien gehörte. Der Raum, in dem er starb, wurde 1766 zur Kapelle umgebaut. Kaiserin Elisabeth übernachtete nur einmal in der Hofburg, in der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober 1871.

Heute sind in der Hofburg Museumsbereiche untergebracht: die Räume Maria Theresias, die Wohnung der Kaiserin Elisabeth, ein Möbelmuseum, eine Ahnengalerie und eine Gemäldegalerie. Zwei Kapellen werden für Gottesdienste und Veranstaltungen genutzt.

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Hofkirche

Die Hofkirche steht neben der Hofburg und beherbergt eines der bedeutendsten Grabmäler Europas. Kaiser Ferdinand I. liess die Kirche ab 1553 als Denkmal für seinen Grossvater Kaiser Maximilian I. bauen. In der Mitte des Kirchenschiffs steht das Kenotaph, das leere Grabmal Maximilians. Über 80 Jahre dauerte die Arbeit daran: Der Sarkophag war 1572 vollendet, letzte Verzierungen kamen 1584 hinzu. Maximilian selbst liegt nicht hier, er ist in Wiener Neustadt bestattet.

Um das Grabmal stehen 28 überlebensgrosse Bronzefiguren. Sie wurden zwischen 1502 und 1555 gegossen, sind zwischen 200 und 250 Zentimeter hoch und stellen Vorfahren und Verwandte des Kaisers sowie historische Gestalten dar. Drei der Figuren gehen auf Entwürfe von Albrecht Dürer zurück, unter den beteiligten Bildhauern befindet sich Peter Vischer der Ältere. Die Figuren sind von einer Stille, die in der engen Kirche schnell zu spüren ist.

Auch Philippine Welser, für die Ferdinand II. Schloss Ambras umbauen liess, ist hier bestattet. Mit Maximilian, Ferdinand II. und Andreas Hofer verbindet die Kirche so drei Epochen der Tiroler Geschichte: das späte Mittelalter, die Renaissance und die Zeit der Napoleonischen Kriege.

In der Hofkirche liegt auch Andreas Hofer begraben, der Tiroler Freiheitskämpfer von 1809. Sein Grabmal schuf Johann Nepomuk Schaller. In der Silbernen Kapelle, die 1578 geweiht wurde, steht ein Silberaltar zu Ehren Marias. Dort sind auch Erzherzog Ferdinand II. und seine Frau Philippine Welser beigesetzt. Von den Kaiserbüsten der Kirche sind 20 heute in Schloss Ambras ausgestellt. Die Kirche liegt im Zentrum, gleich neben der Hofburg, und lässt sich mit dieser an einem Vormittag besuchen.

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Maria-Theresien-Strasse

Die Maria-Theresien-Strasse ist die breite Hauptachse der Innsbrucker Innenstadt und führt von der Altstadt nach Süden. Sie ist nach Kaiserin Maria Theresia benannt und heute eine Fussgängerzone. Ihr Verlauf geht auf das 13. Jahrhundert zurück, 2009 wurde sie neu gestaltet. Anders als in der engen Altstadt gibt es hier Platz, in den Erdgeschossen liegen Läden, Cafés und Restaurants.

Zwei Bauwerke prägen die Strasse. Die Annasäule im Zentrum wurde 1706 errichtet, um an den Abzug der bayerischen Truppen 1703 im Spanischen Erbfolgekrieg zu erinnern. Sie ist 13 Meter hoch und besteht aus Marmor, bekrönt von einer Mondsichelmadonna. Am Südende der Strasse steht die Triumphpforte, die 1765 zur Hochzeit von Erzherzog Leopold mit Maria Ludovica von Spanien gebaut wurde. Anders als frühere Festbauten sollte sie aus Stein sein, die Blöcke stammen von einem abgebrochenen Stadttor.

Die letzten Truppen des Spanischen Erbfolgekriegs verliessen Innsbruck am 26. Juli, dem Annentag. Die Säule wurde 1703 in Auftrag gegeben und 1706 geweiht. Der Bildhauer Cristoforo Benedetti aus dem Trentino schuf sie aus rotem Marmor, am Sockel stehen die Heiligen Anna, Kassian, Vigilius und Georg. Die Triumphpforte entwarfen Constantin Walter und Johann Baptist Hagenauer, die Reliefs überarbeitete später Balthasar Ferdinand Moll in Sterzinger Marmor. Zwischen den Läden liegen das Kaufhaus Tyrol und die Rathausgalerien, in deren oberem Stock ein Café mit Blick über die Stadt liegt.

Der Blick nach Norden gehört zu den Eigenheiten der Strasse. Am Ende der Fassaden erhebt sich die Nordkette, deren Silhouette man hier gut vor sich hat. Im Dezember findet in der Adventszeit ein Weihnachtsmarkt statt.

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Nordkette

Die Nordkette ist die Bergkette unmittelbar nördlich von Innsbruck und die südlichste der vier grossen Ketten des Karwendels. Ihr Gipfel, die Hafelekarspitze, liegt auf 2’334 Metern. Die Bergstation Hafelekar befindet sich knapp darunter auf rund 2’300 Metern. Von der Stadt aus gelangt man mit der Bahn bis fast an den Gipfel, mit Blick über das Inntal.

Erreicht wird sie mit den Nordkettenbahnen. Die erste Hungerburgbahn fuhr bereits 1906 von 572 auf 858 Meter. Die beiden Seilbahnabschnitte zur Seegrube und zum Hafelekar wurden 1927 und 1928 gebaut. Zwischen 2004 und 2007 wurde die Bahn umfassend erneuert, am 1. Dezember 2007 ging die neue Hungerburgbahn in Betrieb. Die Stationen dieser Standseilbahn hat die Architektin Zaha Hadid entworfen. Ihre Glasformen sollen an Gletschereis erinnern, ein Teil der Strecke verläuft unterirdisch. Die erste Station im Zentrum heisst Congress.

Die Fahrt führt über mehrere Stationen: Congress im Zentrum, Löwenhaus, Alpenzoo und Hungerburg mit der Standseilbahn, danach mit der Seilbahn zur Seegrube und weiter zum Hafelekar. Nach der Modernisierung können auf dem Abschnitt von der Hungerburg zur Seegrube bis zu 800 Personen pro Stunde fahren, auf dem oberen Abschnitt bis zu 620. Im Süden fällt die Kette direkt zum Inntal ab.

Oben beginnt ein Netz aus Wanderwegen, es gibt ausserdem einen Klettersteig, der in der Nähe der Bergstation startet. Die Bahnen bedienen auch ein Skigebiet. Der Wetterwechsel in den Bergen ist rasch, und wer hinauffährt, sollte auch im Sommer warme Kleidung mitnehmen, weil es auf 2’300 Metern deutlich kühler ist als in der Stadt.

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Bergisel

Der Bergisel ist der Hügel am südlichen Rand von Innsbruck und trägt die bekannteste Sprungschanze der Stadt. Skispringen findet hier seit 1927 statt, ein Jahr später kam der Turm hinzu. Für die Olympischen Spiele 1964 und 1976 wurde die Anlage umgebaut. Die heutige Schanze entwarf Zaha Hadid, sie wurde 2003 fertiggestellt. Sie hat die Grösse HS128 und gehört zur Vierschanzentournee, deren dritter Wettkampf jedes Jahr im Januar hier ausgetragen wird.

Die Anlage hat eine lange Vorgeschichte. Eine Grossschanze entstand hier erstmals 1930. 1964 und 1976 wurde auf dem Bergisel der Einzelwettbewerb von der Grossschanze ausgetragen, und 2012 fanden hier die Eröffnungsfeiern der ersten Olympischen Jugend-Winterspiele statt. Der K-Punkt liegt bei 120 Metern. Vom Turm aus erreicht man über den Panoramaweg den Aussichtspunkt Drachenfelsen. Die Schanze gilt als eines der wichtigsten Sportbauwerke Österreichs. Ein Besuch im Sommer lässt sich mit dem Zuschauen bei den Sprüngen verbinden, die ab Mai zweimal täglich stattfinden.

Der Turm der Schanze ist rund 50 Meter hoch, eine kleine Bahn bringt Besucher hinauf. Von oben sieht man die Nordkette, das Inntal und im Süden die Serles. Im Turm befindet sich auch ein Restaurant. Im Sommer finden Trainings und öffentliche Sprünge statt.

Der Bergisel hat auch eine ältere Bedeutung. 1809 kämpften hier die Tiroler unter Andreas Hofer in mehreren Schlachten gegen französische und bayerische Truppen im Dienst Napoleons. Die Erinnerung daran ist in Tirol bis heute lebendig und prägt auch das Tirol Panorama, ein Museum neben der Schanze, das sich der Geschichte des Landes widmet. Der Bergisel liegt am südlichen Stadtrand und ist von der Altstadt aus in kurzer Zeit zu erreichen.

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Schloss Ambras

Schloss Ambras liegt am Stadtrand von Innsbruck und gilt als eines der ältesten Museen der Welt. Erzherzog Ferdinand II., ein Sohn Kaiser Ferdinands I., liess die mittelalterliche Burg zu einem Renaissanceschloss für seine Frau Philippine Welser umbauen. Die Familie lebte hier von 1567 bis 1595. 1589 liess Ferdinand ein eigenes Gebäude für seine Sammlung von Rüstungen berühmter Helden errichten, die Heldenrüstkammer. Die Familie lebte also gut 28 Jahre hier. Heute lässt sich an dem Schloss die Geschichte des Sammelns und Ausstellens ablesen.

Die Anlage gliedert sich in ein Unterschloss mit den Rüstkammern und den Museumsräumen und ein Oberschloss, den ältesten Teil. Im Oberschloss befinden sich die Habsburger Porträtgalerie mit rund 300 Bildnissen aus dem 15. bis 19. Jahrhundert und der Spanische Saal. Dieser wurde zwischen 1569 und 1572 gebaut, ist 43 Meter lang und zeigt 27 ganzfigurige Porträts der Tiroler Landesfürsten. Heute finden in ihm Konzerte statt.

Ferdinand II. war ein bedeutender Förderer der Habsburger Sammlungen und legte den Grundstein für die Bestände von Ambras. Die Heldenrüstkammer von 1589 gilt als erste systematische Präsentation von Objekten in der Museumsgeschichte. Aus der Hofkirche kamen 20 Büsten römischer Kaiser nach Ambras.

Besonders bekannt ist die Kunst- und Wunderkammer, die als einzige Renaissance-Kunstkammer noch an ihrem ursprünglichen Ort steht. Sie versammelt Naturobjekte, Kunstwerke, wissenschaftliche Instrumente und Exotika, darunter Pokale aus Nashorn-Horn, Automaten und Uhren. Zur Sammlung der Porträts gehört auch ein Bildnis von Vlad Dracula, neben weiteren «wunderlichen Menschen». Das Schloss ist heute ein Bundesmuseum und wird vom Kunsthistorischen Museum Wien verwaltet.

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Swarovski Kristallwelten

Die Swarovski Kristallwelten liegen in Wattens, einer Gemeinde bei Innsbruck, am Standort, an dem Daniel Swarovski sein Unternehmen gegründet hat. Eröffnet wurden sie 1995 zum 100-jährigen Bestehen der Firma. Der Künstler André Heller konzipierte die Anlage als Kunstmuseum in Gestalt eines Riesen. Der Riese bildet den Eingang, in seinem Inneren liegen Ausstellungsräume. Das Unternehmen wurde 1895 von Daniel Swarovski gegründet.

Dazu gehören 18 unterirdische Wunderkammern, die in Anlehnung an adlige Sammlungen des 16. Jahrhunderts entstanden. Künstler wie Brian Eno, Salvador Dalí und Andy Warhol haben darin Kristall gedeutet. Die Anlage wurde 1998, 2003 und 2007 erweitert. Zwischen 2014 und 2015 wurde sie für rund 34 Millionen Euro umgebaut und am 30. April 2015 wiedereröffnet. Das Areal wuchs dabei von 3,5 auf 7,5 Hektar. Im Garten hängt eine Wolke aus rund 800’000 Kristallen, dazu kommen ein Spielturm und ein Karussell von Jaime Hayon, das mit 15 Millionen Kristallen verziert ist.

2009 stammten die meisten Besucher aus Deutschland (26 Prozent), gefolgt von Österreich (13), Italien (11), Indien (8) und China (5 Prozent). In der Anlage findet auch das Kammermusikfestival «Musik im Riesen» statt, das 2019 zum fünfzehnten Mal durchgeführt wurde. 2023 gab es dort zum fünften Mal ein Zirkusfestival mit dem Circus Roncalli.

Beim Umbau stiessen Archäologen auf Reste aus dem 3. Jahrhundert und einen Schatz von 702 Silbermünzen. 2011 zählten die Kristallwelten 680’000 Besucher und gehörten damit zu den meistbesuchten Attraktionen Österreichs. Wattens liegt östlich von Innsbruck und gehört zum Ausflugsprogramm der Stadt.

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Reisebericht folgt. Unsere Beiträge und Tipps zu Unterkunft und Essen schreiben wir noch auf.