Flach, dicht, gut organisiert.
Die Niederlande liegen zu einem guten Teil unter dem Meeresspiegel und haben aus dieser Lage eine eigene Kunst gemacht. Grachten, Deiche und Windmühlen sind hier Teil des Alltags.
Auf einen Blick
Land hinter dem Deich
Rund ein Viertel der Fläche der Niederlande liegt unter dem Meeresspiegel, und etwa jeder fünfte Einwohner lebt dort. Ohne Deiche, Schleusen und Pumpwerke wäre dieses Land nicht bewohnbar. Das Wasser ist deshalb kein Hintergrund, sondern ein Thema, das die Landschaft, die Städte und die Politik geformt hat.
Nach der Sturmflut von 1953 begann der Bau der Deltawerke, die den Südwesten des Landes schützen. Die Fluten überschwemmten damals Teile von Südholland, Zeeland und Nordbrabant. Rund 3000 Kilometer äussere und 10 000 Kilometer innere Deiche gehören heute zum Schutzsystem. Wie das aussieht, lässt sich in Zeeland besichtigen.
Hauptstadt und Regierungssitz
Amsterdam ist formell Hauptstadt und grösste Stadt, die Regierung sitzt aber in Den Haag. Dort tagen das Kabinett und die Generalstaaten, dort hat das Oberste Gericht seinen Sitz. Den Haag gilt deshalb seit der Zeit der Republik als de facto Hauptstadt. Das Land ist eine konstitutionelle Monarchie. Das Königtum besteht seit 1815, das parlamentarische System seit 1848.
Verwaltet wird das Land in zwölf Provinzen. Dazu kommen drei besondere Gemeinden in der Karibik. Der höchste Punkt des Königreichs liegt nicht in Europa, sondern auf der Karibikinsel Saba: der Mount Scenery mit 870 Metern. Auf rund 41 900 Quadratkilometern leben über 18 Millionen Menschen.
Vom Aufstand zum Goldenen Zeitalter
Mit der Abschwörungsakte von 1581 sagten sich die nördlichen Provinzen von Philipp II. los. Im Frieden von Münster 1648 erkannte Spanien die Unabhängigkeit der sieben nordwestlichen Provinzen an, damit endete der Achtzigjährige Krieg. Die junge Republik wurde im 17. Jahrhundert zur See- und Wirtschaftsmacht, ihre Wissenschaft, ihr Militär und ihre Kunst genossen hohes Ansehen.
Auch die Tulpen haben ihre Geschichte: In den Jahren 1636 und 1637 erlebte der Handel mit Tulpenzwiebeln eine der ersten Spekulationsblasen der Wirtschaftsgeschichte. Das Königreich in seiner heutigen Form besteht seit 1815. Als Goldenes Zeitalter bezeichnet man das 17. Jahrhundert, in dem Amsterdam zu einer der reichsten Handels- und Finanzstädte der westlichen Welt wurde.
Sprachen und Währung
Amtssprache ist Niederländisch. In der Provinz Friesland ist zudem Westfriesisch zweite Amtssprache. Auf den karibischen Inseln des Königreichs sind Papiamento und Englisch amtlich. In den Europäischen Niederlanden gilt der Euro, in der Karibik der US-Dollar. In den grossen Städten wird im Alltag häufig Englisch verstanden.
Wer die Karte liest, stolpert über Namen mit «dam» und «dijk». Sie weisen auf Dämme und Deiche hin: Amsterdam trägt den Damm in der Amstel im Namen, Rotterdam den an der Rotte. Die Namen erzählen von einem Land, das seine Städte oft an Stellen gründete, an denen das Wasser reguliert werden konnte.
Klima
Das Land hat ein mildes, vom Meer geprägtes Klima. Die Nordsee gleicht Temperaturen aus, und Regen fällt über das ganze Jahr. In Amsterdam sind es im Schnitt rund 838 Millimeter und etwa 133 Regentage im Jahr. Das milde Klima trägt zur intensiven Landwirtschaft im europäischen Teil bei.
Die Durchschnittstemperatur ist von 1901 bis 2020 um mehr als zwei Grad gestiegen, Dürren und Hitzewellen sind häufiger geworden. Auf den Karibikinseln herrscht tropisches Klima. Für Reisen im Frühling und Herbst empfehlen sich mehrere Schichten Kleidung und ein Regenschutz. Das Land liegt weitgehend im Tiefland und ist an der Küste durch Dünen und Deiche geschützt.
Reiseziele
Amsterdam hat eine eigene Seite. Dazu kommen sieben weitere Ziele, von den Städten bis ins Zeeländische Delta.
Den Haag
Den Haag ist nicht die Hauptstadt der Niederlande, aber der Sitz von Regierung und Parlament. Kabinett, Generalstaaten und Oberstes Gericht haben hier ihren Sitz. König Willem-Alexander wohnt im Huis ten Bosch und arbeitet im Palast Noordeinde. Die Stadt zählte am 1. Januar 2021 549 163 Einwohner und ist nach Amsterdam und Rotterdam die drittgrösste des Landes.
Das politische Zentrum ist der Binnenhof am Hofvijver. Graf Floris IV. kaufte den Hof 1229, starb aber 1234, bevor er ihn ausbauen konnte. Sein Sohn Wilhelm II. machte daraus einen Palast. 1242 taucht der Ort erstmals als «Die Haghe» in einer Urkunde auf, die Bezeichnung 's-Gravenhage erscheint 1347. Die Gemeinde führt den kürzeren Namen Den Haag seit 1990.
Neben dem Binnenhof steht das Mauritshuis. 1631 kaufte Johann Moritz von Nassau-Siegen das Grundstück am Hofvijver, zwischen 1636 und 1641 entstand das Haus nach Plänen von Jacob van Campen und Pieter Post. Seit 1822 ist es ein Museum. Nach dem Umbau von 2012 bis 2014 öffnete es am 27. Juni 2014 wieder. Die Sammlung umfasst fast 800 Gemälde, vor allem aus dem Goldenen Zeitalter, darunter Vermeers «Mädchen mit dem Perlenohrring» und die «Ansicht von Delft» von etwa 1660.
International bekannt ist Den Haag als Stadt des Rechts. Der Friedenspalast wurde von 1907 bis 1913 für den Ständigen Schiedshof gebaut, der auf die Friedenskonferenz von 1899 zurückgeht und als erste Organisation zur Beilegung internationaler Streitigkeiten gilt. Der Internationale Gerichtshof, der Strafgerichtshof und der Schiedshof haben ihren Sitz in der Stadt. Zur Stadt gehört auch der Badeort Scheveningen mit rund zehn Millionen Besuchern im Jahr und dem Miniaturpark Madurodam.
Rotterdam
Rotterdam ist die zweitgrösste Stadt der Niederlande mit rund 675 000 Einwohnern und liegt an der Nieuwe Maas, die den Hafen mit der Nordsee verbindet. Stadtrechte erhielt Rotterdam am 7. Juli 1340 von Graf Wilhelm IV. von Holland. Heute wirkt die Stadt ganz anders als Amsterdam, und das hat einen Grund.
Am 14. Mai 1940 bombardierte die deutsche Luftwaffe Rotterdam, am nächsten Tag kapitulierte die niederländische Armee. Das Stadtzentrum war fast vollständig zerstört. Wiederaufgebaut wurde es von den 1950er- bis in die 1970er-Jahre, mit moderner Architektur, die bis heute das Bild bestimmt. Delfshaven, seit 1886 Teil der Stadt, gehört zu den älteren Vierteln. Rotterdam ist in 14 Stadtteile gegliedert.
Zu den Bauten, die die Skyline prägen, zählen die Erasmusbrücke, eine 790 Meter lange Schrägseilbrücke von 1996, und die Kubushäuser, die Piet Blom 1984 entwarf. Der Euromast wurde 1960 für die Gartenschau Floriade gebaut und nach der Erweiterung 1970 185 Meter hoch. Die Van-Nelle-Fabrik ist seit 2014 Welterbe, das Depot des Museums Boijmans Van Beuningen wurde am 5. November 2021 eröffnet, die Markthalle stammt von MVRDV.
Der Hafen ist der grösste Seehafen Europas. Er erstreckt sich über rund 40 Kilometer und 105 Quadratkilometer, 2021 schlug er 468,7 Millionen Tonnen Fracht um. Von 1962 bis 2004 war er der grösste Hafen der Welt, dann überholte ihn Singapur. 1872 wurde die Nieuwe Waterweg fertig und gab dem Hafen einen direkten Zugang zum Meer. Zum Schutz vor Sturmfluten wurde von 1991 bis 1997 der Maeslantkering gebaut, den Königin Beatrix am 10. Mai 1997 eröffnete.
Utrecht
Utrecht ist mit rund 378 000 Einwohnern die viertgrösste Stadt der Niederlande und liegt mitten im Land. Der Ursprung ist ein römisches Kastell, das um das Jahr 50 an einem Übergang über den Hauptarm des Rheins gebaut wurde. Um 270 gaben die Römer es nach wiederholten Einfällen auf. 695 wurde das Bistum Utrecht gegründet, 1122 erhielt die Stadt Stadtrechte, im selben Jahr begann der Bau der Oudegracht. 1579 wurde hier die Union von Utrecht geschlossen, die als Grundlage der Republik der Vereinigten Niederlande gilt, 1713 beendete der Friede von Utrecht den Spanischen Erbfolgekrieg.
Das Wahrzeichen ist der Domturm. Mit 112 Metern ist er der höchste Glockenturm der Niederlande, fertig wurde er 1382. Die Kathedrale entstand im 13. Jahrhundert, Chor und Querhaus waren ab 1320 fertig. 1674 stürzte bei einem Derecho, einem langlebigen Sturm mit geradlinigen Winden, das Mittelschiff ein. So entstand der heutige Domplatz, der Turm steht seitdem getrennt von der Kirche, der Domkerk. Besonders ist die Oudegracht, ein geschwungener Kanal, an dem sich Keller direkt am Wasser entlangziehen, die sogenannten Werftkeller. In den 1970er-Jahren wurde ein Stück des Stadtgrabens in eine Autobahn verwandelt, 2020 wieder in einen Kanal zurückgebaut.
Auch die Moderne hat in Utrecht ihren Platz. Das Rietveld-Schröder-Haus, 1924 von Gerrit Rietveld gebaut, gehört zum Welterbe. Im Centraal Museum erinnert eine Dauerausstellung an Dick Bruna, den in Utrecht geborenen Schöpfer der Figur Miffy, auf Niederländisch «nijntje». Die Universität wurde 1636 gegründet und war 2012 die grösste des Landes. Seit 1843 ist die Stadt mit Amsterdam per Bahn verbunden, und Utrecht Centraal ist der grösste Bahnhof des Landes. Das Fahrradparkhaus beim Bahnhof, 2014 mit über 30 Millionen Euro bewilligt, bietet Platz für 12 500 Räder, sein letzter Abschnitt wurde am 19. August 2019 eröffnet.
Keukenhof und Blumenfelder
Keukenhof liegt in Lisse, in der Provinz Südholland zwischen Haarlem und Leiden, rund 40 Kilometer südlich von Amsterdam, mitten in der Duin- en Bollenstreek, der Dünen- und Blumenzwiebelregion. Gegründet wurde der Park 1949 von zwanzig niederländischen Blumenzwiebelzüchtern unter Führung des damaligen Bürgermeisters von Lisse, als Ausstellungsgelände für Frühlingszwiebeln. 1950 öffnete er für das Publikum. Das Gelände war einst der Küchengarten im Jagdgebiet von Schloss Teylingen, daher der Name. Die Gräfin Jakoba von Bayern, die von 1401 bis 1436 lebte, bezog dort Kräuter für ihre Küche.
Die Landschaftsgärtner Jan David und Louis Paul Zocher gestalteten das Gelände um das Schloss 1857 im englischen Stil. Der Park ist heute 32 Hektar gross. Jeden Herbst pflanzen etwa 40 Gärtner rund sieben Millionen Blumenzwiebeln von Hand, das dauert etwa drei Monate. Die Zwiebeln werden so gewählt, dass die Blüte die ganze Öffnungszeit von etwa acht Wochen trägt. Die Saison dauert von Mitte März bis Mitte Mai, der Höhepunkt liegt gewöhnlich um Mitte April. 2025 war der Park vom 20. März bis zum 11. Mai geöffnet. Die Daten legt der Park jedes Jahr neu fest.
Zum Park gehören ein englischer und ein japanischer Landschaftsgarten, eine Frühlingswiese, ein Naturgarten, ein historischer Garten und ein Irrgarten. Dazu kommen Inspirationsgärten, die jedes Jahr anders bepflanzt werden. 2025 zählte Keukenhof rund 1,4 Millionen Besucher, im Schnitt also rund 26 500 pro Tag. Das verlangt Planung: Tickets lassen sich am besten im Voraus über die offizielle Seite klären. Wer im Sommer kommt, sieht keine Tulpen im Park, denn er ist dann geschlossen. Die Zwiebelfelder in der Umgebung gehören den Züchtern und sind nicht Teil des Parks.
Zaanse Schans
Zaanse Schans ist ein Ortsteil von Zaandam in der Gemeinde Zaanstad, Provinz Nordholland, am Fluss Zaan. Zaandam liegt nördlich von Amsterdam. Der Name geht auf die Schanze zurück, die hier im Achtzigjährigen Krieg gegen die spanischen Truppen stand. Windmühlen wurden an der Zaan nach 1574 gebaut. Im 18. und 19. Jahrhundert entstanden dort rund 600 Mühlen, viele dienten der Industrie: Es gab Sägemühlen, Ölmühlen, eine Farbmühle und eine Senfmühle.
Heute ist das Gelände ein Freilichtmuseum der niederländischen Industriegeschichte. Von 1961 bis 1974 wurden alte Gebäude und Mühlen aus der Zaanstreek hierher versetzt, per Tieflader und Schiff. Danach wurden die Mühlen in Betrieb gesetzt, sie stellen bis heute mit traditionellen Verfahren Farbe, Holz und Öl her. Zu ihnen gehören De Huisman (Senf), De Gekroonde Poelenburg (Säge), De Kat (Farbe), Het Jonge Schaap (Säge), De Os und De Zoeker (beide Öl), Het Klaverblad (Säge) und De Bonte Hen (Öl). In De Kat zeigen Müller mehrmals am Tag, wie Farbe, Kreide und Öl entstehen. Nur zwei Mühlen stehen noch an ihrem ursprünglichen Platz.
Das Zaans Museum liegt südlich des Ortsteils. Es zeigt die Industriegeschichte der Region, unter anderem die Firmengeschichte von Verkade, Bruynzeel, Honig, Albert Heijn und Lassie. Das Czar Peter House in Zaandam, in dem Peter der Grosse 1697 wohnte, als er das Handwerk des Schiffbauers lernte, gehört als Aussenstelle zum Museum. 2024 kamen rund 2,6 Millionen Besucher nach Zaanse Schans. Das Aussengelände ist frei zugänglich, rund 80 Prozent der Innenräume ebenfalls. Mühlen und einzelne Museen kosten Eintritt, optional gibt es eine Sammelkarte. Der Bahnhof Zaandijk Zaanse Schans liegt 18 Minuten von Amsterdam Centraal entfernt.
Kinderdijk
In Kinderdijk stehen 19 monumentale Windmühlen im Polder Alblasserwaard in der Provinz Südholland, östlich von Rotterdam und zwischen den Flüssen Lek und Merwede. Die meisten entstanden 1738 bis 1740. Die acht gemauerten Mühlen des Nederwaard stammen aus dem Jahr 1738, die hölzernen des Overwaard aus 1740. Sie wurden gebaut, damit die Polder trocken blieben. Seit 1997 gehört das Ensemble als «Mühlennetzwerk von Kinderdijk-Elshout» zum Welterbe. Der Titel gilt nicht allein den Mühlen, sondern dem Netz aus Poldern, Becken, Schleusen und Wasserverbänden, das fast tausend Jahre «Kampf gegen das Wasser» zeigt.
Das funktionierte in zwei Stufen. Die Mühlen des Nederwaard pumpten Wasser aus den tieferen Poldern in ein Speicherbecken, die des Overwaard taten dasselbe für die höheren Polder. Bei niedrigem Wasserstand des Flusses Lek floss das Wasser aus den Becken durch Schleusen ab. Ohne Becken, Kanäle und Schleusen hätten die Mühlen das Wasser nicht aus dem Polder gebracht. Die Mühlenreihen gehörten den Wasserverbänden Nederwaard und Overwaard und wurden von ihnen betrieben.
Später übernahmen Dampfmaschinen, dann Elektro- und Dieselmotoren die Arbeit. Zwei Pumpstationen sind bis heute in Betrieb, die dieselbetriebene JU Smit und die elektrische ir. GJ Kok. Die Mühlen sind in betriebsfähigem Zustand, werden aber nicht mehr für die Wasserwirtschaft genutzt. Müller und ihre Familien durften in den gemauerten Mühlen des Nederwaard wohnen bleiben, auch nachdem diese ausser Betrieb gegangen waren. Die Anlage ist als Landschaft erhalten: Kanäle, Deiche und Mühlen gehören zusammen.
Delta-Werke und Zeeland
In der Nacht vom 31. Januar auf den 1. Februar 1953 traf eine Sturmflut die Nordseeküste. In den Niederlanden starben mehr als 1800 Menschen, die meisten in Zeeland. Rund neun Prozent des Ackerlands standen unter Wasser, Meerwasser überflutete etwa 1365 Quadratkilometer. Eine Deltakommission erarbeitete den Deltaplan, das Deltagesetz folgte 1958. Die Kosten schätzte man damals auf 3,3 Milliarden Gulden, am Ende waren es 8,2 Milliarden. 1997 wurden die Arbeiten für abgeschlossen erklärt. Die amerikanische Ingenieurvereinigung ASCE zählt die Deltawerke zu den sieben Wundern der modernen Welt.
Zu den Bauwerken gehören der Haringvlietdam (1958 bis 1971), der Veerse Gatdam (1960 bis 1961) und der Brouwersdam (1964 bis 1971). Das bekannteste ist das Oosterschelde-Sperrwerk. Es ist neun Kilometer lang und wurde am 4. Oktober 1986 von Königin Beatrix eröffnet. Zunächst sollte es ein geschlossener Damm werden. Nach öffentlichen Protesten wurden jedoch Schleusentore eingebaut: 62 Stahltore von je 42 Metern Breite auf 65 Betonpfeilern. Sie bleiben normalerweise offen, damit das Salzwasser mit seinem Leben im Meer erhalten bleibt und Fischerei möglich ist, und schliessen sich nur bei schwerem Wetter. Gebaut wurde zwischen April 1976 und Juni 1986, die Strasse über das Bauwerk wurde am 5. November 1987 eröffnet.
Seit 1986 hat sich das Sperrwerk 28-mal geschlossen, zuletzt am 31. Januar 2022 beim Sturm Corrie. Der Betrieb kostet rund 17 Millionen Euro im Jahr. Die künstliche Insel Neeltje Jans, die für den Bau angelegt wurde, dient heute als Besucherzentrum, dort lässt sich das Bauwerk aus der Nähe ansehen. Was geöffnet ist, sollte man vorab beim Besucherzentrum prüfen. Das letzte grosse Bauwerk ist der Maeslantkering an der Nieuwe Waterweg bei Rotterdam. Seine beiden Arme sind je 210 Meter lang und wiegen je 6800 Tonnen. Er schliesst sich automatisch bei einer Sturmflut von drei Metern über dem Normalwert und wird einmal im Jahr testweise geschlossen.