Europa · Deutschland

Deutschland, Stadt und Land.

Vom Alpenrand bis zur Küste, von der Hauptstadt bis zum Schwarzwald: Deutschland ist ein Land aus Regionen, und fast jede hat ihren eigenen Charakter.

Auf einen Blick

LandBundesrepublik Deutschland
HauptstadtBerlin
Einwohnerrund 84,1 Millionen (2025)
Fläche357'022 km²
SpracheDeutsch
WährungEuro
Staatsformparlamentarische Bundesrepublik mit 16 Bundesländern
Höchster BergZugspitze, 2963 m

Ein Land aus Regionen

Deutschland hat rund 84,1 Millionen Einwohner und eine Fläche von 357'022 Quadratkilometern, mehr als das Achtfache der Schweiz. Es ist eine parlamentarische Bundesrepublik mit 16 Bundesländern. Dieser Föderalismus ist im Alltag sichtbar: Jedes Bundesland hat seine eigene Landeshauptstadt und Regierung, und viele Städte pflegen ein eigenes Selbstverständnis.

Auch die Landschaft wechselt rasch. Die Zugspitze an der Grenze zu Österreich ist mit 2963 Metern der höchste Berg des Landes. Der Feldberg im Schwarzwald erreicht 1493 Meter und gilt als höchster Gipfel der deutschen Mittelgebirge. Dazwischen liegen Flusstäler, Seen, Wälder und grosse Städte, die oft nur wenige Zugstunden voneinander entfernt sind.

Geteilt und wieder vereint

Die jüngere Geschichte des Landes ist eng mit seiner Teilung verbunden. Am 13. August 1961 riegelte die DDR Ost-Berlin von West-Berlin ab, die Mauer teilte die Stadt 28 Jahre lang. Am 9. November 1989 wurde sie geöffnet, und am 3. Oktober 1990 folgte die Wiedervereinigung. Der 3. Oktober ist seither Nationalfeiertag, der Tag der Deutschen Einheit.

Am 20. Juni 1991 beschloss der Bundestag, Parlament und Regierung nach Berlin zu verlegen. Der Reichstag wurde bis 1999 umgebaut, am 19. April 1999 fand die erste Sitzung im neuen Haus statt. Wer heute durch Berlin geht, sieht diese Geschichte an vielen Orten: an der Bernauer Strasse, an der East Side Gallery, am Brandenburger Tor.

Städte mit eigenem Gesicht

Die grossen Städte sind sehr verschieden. Berlin ist mit rund 3,7 Millionen Einwohnern die grösste Stadt und seit 1991 Hauptstadt. Hamburg, mit 1,86 Millionen Einwohnern die zweitgrösste, ist seit dem Mittelalter Hafen- und Hansestadt. München, Hauptstadt Bayerns, wurde 1158 erstmals genannt und liegt rund 50 Kilometer nördlich der Alpen.

Köln wird vom Dom geprägt, der 1248 begonnen und 1880 vollendet wurde. Dresden an der Elbe ist für sein Barock bekannt und für den Wiederaufbau der Frauenkirche, die 2005 neu geweiht wurde. Berlin und Hamburg haben auf Anderswo eigene Seiten, die übrigen Städte sind hier als kurze Porträts beschrieben.

Wald, Wasser und Weinberge

Ausserhalb der Städte sind Gewässer und Wälder die Hauptmotive. Der Schwarzwald im Südwesten umfasst fast 11'100 Quadratkilometer und ist ein UNESCO-Biosphärenreservat. Der Bodensee grenzt an Deutschland, Österreich und die Schweiz und misst 536 Quadratkilometer. Seine Ufer liegen zum grössten Teil in Deutschland.

Am Rhein, der Deutschland von Süd nach Nord durchquert, liegt das Obere Mittelrheintal mit steilen Weinbergen und Burgen, seit 2002 Welterbe. Solche Landschaften sind meist schon auf kleinem Raum abwechslungsreich, weshalb sich Reisen durch Deutschland gut in Etappen planen lassen. Der Schwarzwald ist ein ganzjähriges Ziel: Im Sommer wird gewandert, Rad gefahren und im Wasser gespielt, im Winter gibt es Schneesport. Am Mittelrhein tragen die sonnenreichen Hänge Weinberge, auf beiden Ufern liegen kleine Orte mit Weinbau.

Reisen durch das Land

Deutschland lässt sich gut nach Regionen bereisen. Im Süden liegen Bayern, der Schwarzwald und der Bodensee, im Westen der Rhein mit Köln und dem Mittelrheintal, im Osten Dresden und Berlin, im Norden Hamburg. Die Romantische Strasse verbindet Würzburg und Füssen und führt an mittelalterlichen Städten und Schloss Neuschwanstein vorbei.

Der Flughafen Berlin Brandenburg bei Schönefeld wurde 2020 eröffnet. Für längere Reisen empfiehlt es sich, nicht zu viele Orte in eine Woche zu legen: Die Abstände zwischen den grossen Städten sind gross, und viele Ziele verlangen Zeit vor Ort. Wer wenig Zeit hat, wählt eine Region und lernt sie gründlicher kennen.

Reiseziele

Zwei Städte mit eigenen Seiten und sieben weitere Ziele, die zeigen, wie verschieden Deutschland ist.

München

München ist die Hauptstadt Bayerns und liegt an der Isar, etwa 50 Kilometer nördlich der Alpen. Ende 2024 zählte die Stadt 1'505'005 Einwohner auf 310,71 Quadratkilometern. Als offizieller Gründungstag gilt der 14. Juni 1158. Im Zweiten Weltkrieg wurde rund die Hälfte der Stadt bei 71 Luftangriffen schwer beschädigt, am 30. April 1945 nahmen US-Truppen München ein.

Das Zentrum bildet der Marienplatz im Herzen der Altstadt mit dem Alten und dem Neuen Rathaus. Das Neue Rathaus wurde zwischen 1867 und 1909 im neugotischen Stil gebaut. In seinem Turm sitzt das Glockenspiel mit 32 Kupferfiguren, es läuft um 11 und 12 Uhr, im Sommerhalbjahr zusätzlich um 17 Uhr, und dauert etwa 12 Minuten. Die Frauenkirche wurde von 1468 bis 1488 gebaut, ihre beiden Türme sind 98,57 und 98,45 Meter hoch, die Zwiebelhauben kamen erst 1525 dazu. Sie fasst bis zu 20'000 stehende Personen.

Südlich davon liegt der Viktualienmarkt, am 2. Mai 1807 eröffnet, mit rund 22'000 Quadratmetern in sieben Abteilungen. Die Residenz ist das grösste innerstädtische Schloss Deutschlands mit 147 Prunkräumen. Ihr Antiquarium ist 66 Meter lang und der grösste profane Renaissancesaal nördlich der Alpen. Das Hofbräuhaus am Platzl wurde 1607 als Brauerei fertiggestellt, die Schwemme im Erdgeschoss bietet Platz für etwa 1000 Personen.

München ist auch für sein Volksfest bekannt: Ein Fest im Oktober 1810 war der Ursprung des späteren Oktoberfests. Der Englische Garten, den Friedrich Ludwig von Sckell zwischen 1789 und 1807 gestaltete, ist die grosse Parkanlage der Stadt. Das Deutsche Museum, 1903 gegründet und 1925 eröffnet, gilt als das grösste Museum für Naturwissenschaft und Technik der Welt.

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Köln

Der Kölner Dom ist das Wahrzeichen der Stadt am Rhein und Deutschlands meistbesuchte Sehenswürdigkeit. Rund sechs Millionen Menschen kommen jährlich. Der Erzbischof Konrad von Hochstaden legte 1248 den Grundstein für den Neubau, als Vorbild diente Paris. Der alte Dom war für die Pilger, die zu den Reliquien der Heiligen Drei Könige kamen, zu klein geworden. Der Bau stockte im späten 15. Jahrhundert und wurde erst 1842 mit preussischer und bürgerlicher Hilfe wieder aufgenommen. Am 15. Oktober 1880 war die Kathedrale nach dem mittelalterlichen Plan fertig. Seit 1996 ist sie UNESCO-Welterbe.

Die beiden Türme sind 157,18 und 157,22 Meter hoch. Von 1880 an war der Dom für einige Jahre das höchste Gebäude der Welt. Im Zweiten Weltkrieg wurde er bei Luftangriffen 14-mal getroffen und schwer beschädigt, blieb aber stehen. Wer will, steigt über 533 Stufen auf die Aussichtsplattform des Südturms in knapp 100 Metern Höhe. Die St. Petersglocke wiegt etwa 24 Tonnen und war bis 2016 die grösste frei schwingende Glocke der Welt.

Im Inneren sind drei Dinge bemerkenswert. Der Dreikönigsschrein, den Nikolaus von Verdun ab 1190 schuf, soll die Reliquien der Heiligen Drei Könige bergen. Das Gerokreuz aus dem 10. Jahrhundert gilt als das älteste grosse Kruzifix nördlich der Alpen. Das Richter-Fenster von 2007 besteht aus 11'500 farbigen Glasquadraten, die ein Computer zufällig angeordnet hat. Die Mailänder Madonna in der Marienkapelle ist das zentrale Andachtsbild.

Der Dom stand 2004 bis 2006 auf der Liste des gefährdeten Welterbes. Restaurierungsarbeiten dauern bis heute an. Die Kathedrale steht im Zentrum der Stadt, von der Plattform sieht man auf den Rhein und die Altstadt.

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Dresden

Dresden liegt an der Elbe und ist die Hauptstadt Sachsens. Im Februar 1945 wurde die Stadt bei Luftangriffen schwer getroffen, viele Bauwerke wurden danach wieder aufgebaut. Das bekannteste Beispiel ist die Frauenkirche. George Bähr baute sie von 1726 bis 1743, die steinerne Kuppel ist etwa 67 Meter hoch und wird «Steinerne Glocke» genannt. Am 15. Februar 1945 stürzte sie ein. Fast 50 Jahre lang blieb die Ruine als Mahnmal stehen, 1966 wurde sie offiziell zum Mahnmal gegen den Krieg erklärt.

Der Wiederaufbau begann in den 1990er-Jahren, die Aussenseite war 2004 fertig, das Innere 2005. Am 30. Oktober 2005 wurde die Kirche neu geweiht. Er kostete 180 Millionen Euro, ein grosser Teil kam aus Spenden aus aller Welt. Kugel und Kreuz auf der Kuppel wurden von einem Silberschmied in London angefertigt. Der Innenraum ist frei zugänglich, für den Aufstieg zur Kuppel braucht man ein Ticket. Das Herz der Altstadt ist der Neumarkt.

Der Zwinger wurde zwischen 1709 und 1728 unter August dem Starken als Orangerie und Festplatz gebaut und beherbergt heute die Gemäldegalerie Alte Meister, den Mathematisch-Physikalischen Salon und die Porzellansammlung. Die Semperoper brannte 1869 ab und wurde bis 1878 wieder aufgebaut, nach 1945 stand sie jahrzehntelang als Ruine, der Wiederaufbau begann 1977. Der Fürstenzug ist ein gut 100 Meter langes Wandbild aus etwa 23'000 Meissner Porzellanfliesen, das die Herrscher des Hauses Wettin zeigt. Die Brühlsche Terrasse, 1739 bis 1748 als privater Garten für Graf Brühl angelegt, heisst «Balkon Europas». Im Grünen Gewölbe im Residenzschloss sind rund 4000 Meisterwerke der Goldschmiede- und Juwelierkunst zu sehen.

Das Dresdner Elbtal war 2004 in die Welterbeliste aufgenommen worden. Am 25. Juni 2009 beschloss die UNESCO, es wieder zu streichen. Von der Stadt aus erreicht man in rund 30 Kilometern die Sächsische Schweiz mit etwa 27'000 Kletterrouten, ein Teil davon ist seit 1990 Nationalpark.

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Schwarzwald

Der Schwarzwald liegt im äussersten Südwesten Deutschlands und umfasst fast 11'100 Quadratkilometer. Er gilt als das bekannteste und höchste deutsche Mittelgebirge. Sein höchster Gipfel ist der Feldberg mit 1493 Metern, im Winter gilt er als das grösste zusammenhängende Skigebiet ausserhalb der Alpen. Weitere hohe Gipfel sind Belchen, Schauinsland und Herzogenhorn. Der Schwarzwald ist ein UNESCO-Biosphärenreservat und als Heimat der Kuckucksuhr bekannt; in Schonach steht die nach eigener Angabe grösste Kuckucksuhr der Welt.

Der Titisee ist der grösste natürliche See der Region. Er ist 1,8 Kilometer lang, 750 Meter breit und bis zu 40 Meter tief. Der Schluchsee ist der grösste See des Schwarzwalds überhaupt. Die Triberger Wasserfälle, von der Gutach gespeist, überwinden eine Höhendifferenz von etwa 163 Metern und zählen damit zu den höchsten in Deutschland.

Zwei Städte am Rand des Gebirges sind eigene Ziele. In Freiburg wurde das Münster zwischen 1200 und 1513 aus rotem Sandstein gebaut, die Universität wurde 1457 gegründet. Baden-Baden ist ein Kurort mit Kurhaus, Casino, dem Friedrichsbad (eröffnet 1877) und der Caracalla Therme.

Der Schwarzwald eignet sich für Wanderungen, im Sommer auch für Radtouren und Wassersport, im Winter für Schneesport. Die höher gelegenen Orte, darunter Hinterzarten, Schluchsee und St. Blasien, sind Kurorte mit Heilklima. Furtwangen gilt mit 850 bis 1150 Metern als die höchstgelegene Stadt Baden-Württembergs. Die Schwarzwald-Panoramastrasse führt unter anderem nach St. Peter und St. Märgen. Mit der SchwarzwaldCard ist der Eintritt zu über 190 Ausflugszielen frei, die Gästekarte KONUS ermöglicht in rund 150 Ferienorten die freie Fahrt mit Bus und Bahn. Die Bedingungen ändern sich, deshalb lohnt der Blick auf die offiziellen Seiten der Region.

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Bodensee

Der Bodensee ist 536 Quadratkilometer gross, davon entfallen 473 auf den Obersee und 63 auf den Untersee. Er ist nach Plattensee und Genfersee der drittgrösste See Mitteleuropas. Seine grösste Tiefe beträgt rund 250 Meter, das Volumen liegt bei etwa 48 Kubikkilometern. Der See gliedert sich in den Obersee mit dem Überlinger See, den vier Kilometer langen Seerhein und den Untersee. Der Alpenrhein fliesst in den See, der Hochrhein verlässt ihn.

Am See haben Deutschland, Österreich und die Schweiz Anteil, von den 273 Kilometern Ufer liegen 173 in Deutschland, 28 in Österreich und 72 in der Schweiz. Eine vereinbarte Grenze gibt es nur im Untersee, im Obersee ist sie nicht festgelegt. Rund 4,5 Millionen Menschen in Deutschland und der Schweiz beziehen ihr Trinkwasser aus dem See. Im See leben etwa 45 Fischarten, 412 Vogelarten wurden am See und in den Schutzgebieten gezählt.

Zu den Orten am See zählt Konstanz mit dem Münster und der Skulptur Imperia von Peter Lenk an der Hafeneinfahrt. Lindau liegt mit seiner Altstadt auf einer Insel. In Meersburg steht die Burg, die als älteste bewohnte Burg Deutschlands gilt; dort kann man das Sterbezimmer der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff besichtigen. Friedrichshafen ist durch den Zeppelinbau bekannt, das Zeppelin-Museum besitzt die umfangreichste Sammlung zur Zeppelin-Schifffahrt.

Zwei Inseln sind Ausflugsziele: die Mainau, mit 45 Hektar als Blumeninsel bekannt, und die Reichenau, die grösste Insel im Untersee, deren Klosteranlage seit 2000 Welterbe ist. Das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen zeigt als Freilichtmuseum am und im See Häuser und Werkstätten aus der Stein- und Bronzezeit.

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Romantische Strasse und Neuschwanstein

Die Romantische Strasse führt auf gut 400 Kilometern von Würzburg am Main bis nach Füssen im Allgäu und berührt rund 29 Orte. Die Arbeitsgemeinschaft «Die Romantische Strasse zwischen Main und Alpen» wurde am 10. Januar 1950 gegründet, und im selben Jahr nahm die erste Buslinie die Strecke in Betrieb: Abfahrt in Würzburg um 6.30 Uhr, Ankunft in Füssen um 20.15 Uhr, die ganze Fahrt kostete 22,62 D-Mark. Zu den Stationen zählen Würzburg mit der Residenz von Balthasar Neumann, das Taubertal mit Skulpturen von Tilman Riemenschneider, Rothenburg ob der Tauber, Creglingen, Feuchtwangen, das Nördlinger Ries, ein Einschlagkrater, der vor etwa 15 Millionen Jahren entstand, und Augsburg mit römischen Resten und der Fuggerei, einer Sozialsiedlung aus dem 16. Jahrhundert, die als erste ihrer Art beschrieben wird. Im Pfaffenwinkel liegt die Wieskirche, ein berühmtes Werk des Rokoko.

Am südlichen Ende liegen Hohenschwangau und Schloss Neuschwanstein. Das liess König Ludwig II. von Bayern als Privatresidenz bauen. Der Grundstein wurde am 5. September 1869 gelegt. Als Ludwig 1886 starb, war das Schloss unvollendet, die Arbeiten dauerten bis 1892. Prinzregent Luitpold liess es etwa sechs Wochen nach Ludwigs Tod für zahlende Besucher öffnen.

Das Schloss steht bei Hohenschwangau in der Gemeinde Schwangau, nahe Füssen. Die Besucherzahlen werden mit mehr als 1,3 bis fast 1,5 Millionen im Jahr angegeben, im Sommer kommen bis zu 6000 Personen am Tag. Die Marienbrücke über die Pöllatschlucht wurde 1886 durch eine Stahlkonstruktion ersetzt.

Neuschwanstein diente als Vorbild für Disneyland-Schlösser wie das Dornröschenschloss. Wer die Romantische Strasse fährt, sollte für Neuschwanstein einen eigenen Tag einplanen und sich vorher über Besuchsregeln und Tickets auf der offiziellen Website informieren.

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Oberes Mittelrheintal

Das Obere Mittelrheintal erstreckt sich über etwa 65 Kilometer von Bingen und Rüdesheim im Süden bis nach Koblenz, wo die Mosel am Deutschen Eck in den Rhein mündet. Seit 2002 ist es UNESCO-Welterbe. Die UNESCO beschreibt es als organisch gewachsene Kulturlandschaft von grosser Vielfalt und Schönheit, die vom Menschen geprägt wurde.

Das Tal war zwei Jahrtausende lang eine der wichtigsten Handelsrouten Europas und ein Weg des kulturellen Austauschs zwischen dem Mittelmeerraum und Nordeuropa. Auf den sonnenreichen Hängen wachsen Reben, oberhalb stehen zahlreiche Burgen. Die Marksburg bei Braubach gilt als die einzige Höhenburg am Rhein, die nie zerstört wurde. Burg Rheinfels bei St. Goar ist eine grosse Ruine, die man gegen Eintritt betreten kann. Burg Pfalzgrafenstein bei Kaub ist eine Zollburg auf einer Rheininsel, 1327 von König Ludwig dem Bayern gebaut. Bei Bingen steht der Mäuseturm, ein früherer Wach- und Signalturm, der 1856 bis 1858 neugotisch wieder aufgebaut wurde.

Die Loreley, ein steiler Felsen, ist ein Sinnbild der Rheinromantik. Der Legende nach lockte dort eine Sirene mit ihrem Gesang Schiffer in den Tod, Heinrich Heine machte daraus ein berühmtes Lied. Zu den Orten im Tal zählen Bingen, Rüdesheim, Bacharach, Oberwesel, St. Goar, Boppard und Koblenz. Über Koblenz thront die Festung Ehrenbreitstein, die eine Seilbahn über den Rhein erreicht.

Zwischen Mainz/Wiesbaden und Koblenz-Süd gibt es keine Brücken, acht Fähren queren den Fluss. Am rechten Ufer verläuft der Wanderweg Rheinsteig, ausserdem gibt es den Rheinburgenweg, und auf beiden Seiten führt je eine Bahnlinie entlang. Die Region lässt sich gut vom Wasser aus erleben, zum Beispiel auf dem Raddampfer Goethe, der als letzter seiner Art auf dem Rhein gilt.

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Reisebericht folgt. Unsere Beiträge und Tipps zu Unterkunft und Essen schreiben wir noch auf.