Essen und Trinken

Am Tisch.

Lokale, Gerichte und bald auch Rezepte, die uns unterwegs geblieben sind. Keine Sterne, keine Rangliste, nur das, was bei uns auf dem Tisch stand.

Auf den Tisch

Unterwegs gegessen

ThailandKoh MookThailändisch

P’Su Restaurant

Beatrice hatte es vor der Abfahrt zum Charlie Beach herausgesucht. Wir sind bei so viel Lob eher skeptisch, doch diesmal zu Unrecht.

Man muss es zuerst finden. Das Restaurant liegt etwas oberhalb des Strandwegs, und im Dunkeln ist der Eingang leicht zu übersehen. Wir sind an diesem Abend die Ersten. Ein Franzose empfängt uns mit der Karte, und weil uns einige Gerichte nichts sagen, fragen wir nach. Da kommt Su selbst an den Tisch, Inhaberin und Köchin in einer Person, und erklärt uns vieles in Ruhe. Man spürt, dass sie ihr Herz in die Speisen legt.

Dann kommen die Teller, und der Tisch beginnt zu duften. Zuerst das Massaman Curry: Kokosmilch, Zimt, ein Hauch Kardamom und Erdnuss, eine warme, runde Würze, die einen schon vor dem ersten Bissen umarmt. Das Fleisch zerfällt auf der Gabel, die Kartoffeln sind weich und trotzdem noch kernig, die Sosse seidig und dunkel und ohne jede Schwere. Man schliesst kurz die Augen. Wow.

Die Khao Soi wird für uns zur Entdeckung. Eine goldgelbe Currysuppe aus dem Norden Thailands, cremig und scharf zugleich, darin feine Eiernudeln, obenauf knusprig frittierte Nudeln, die erst knacken und dann im Curry weich werden. Limette und eingelegter Senfkohl bringen Frische und einen kleinen, feinen Biss. Wir löffeln, schweigen, löffeln weiter.

Bei den Cashewnüssen mit Hähnchen glänzt alles leicht süsslich und nach Röstaroma, die Nüsse knusprig, das Fleisch zart, das Gemüse noch mit Biss. Später verrät uns Su ihren Kniff: ein Schuss chinesischer Reiswein und etwas Chili-Ketchup. So einfach, so gut. Dazu duftender Jasminreis, der alles auffängt, was auf dem Teller übrig bleibt.

Zum Schluss kommt Mango mit Klebreis. Die Mango reif und honigsüss, der Reis warm, leicht klebrig, mit Kokosmilch, die wie ein salziger Hauch über allem liegt. Süsse und Salz, Kühle und Wärme, ein kleiner Abschied, der nach mehr schmeckt. Das Megafeine daran: Nichts will beeindrucken, alles schmeckt einfach nach Zuhause, das man noch nicht kannte.

In all den Jahren haben wir nirgends besser Thailändisch gegessen. Wer nach Koh Mook kommt, sollte sich hier einen Abend freihalten, am besten zu Randzeiten, wenn man ungestört sein möchte. Vom Charlie Beach ist es nur ein kurzer Fussweg.

Zum Tagebuchbeitrag
Massaman Curry
Massaman Curry
Khao Soi
Khao Soi
Hähnchen mit Cashewnüssen
Hähnchen mit Cashewnüssen
Mango mit Klebreis
Mango mit Klebreis
FrankreichLyonPersisch

Le Père 100

Eigentlich suchten wir nur irgendein Restaurant. Wir schlenderten ohne Plan und mit Hunger durch Lyon, und plötzlich stand es da. Orientalische Küche lieben wir ohnehin, also beschlossen wir kurzerhand, die persische zu prüfen.

Die Bedienung ist freundlich und familiär, man fühlt sich eher eingeladen als bedient. Dann kommt die Vorspeisenplatte: gefüllte Weinblätter mit Joghurt, Auberginen mit Walnüssen, Bratlinge mit Sprossen. Alles kühl, würzig, frisch, mit Kräutern, die man riecht, bevor man sie schmeckt. Wer die Gerichte kennt, bestellt sie einzeln. Wir haben uns durch die Platte probiert und waren schnell still.

Die Kababs sind natürlich gut gewesen, doch die Eintöpfe haben uns erwischt. Khoresh heissen sie, lange geschmort, tief im Geschmack, irgendwo zwischen dem nahen Osten und der indischen Küche. Dazu Safranreis mit Berberitzen, die wie kleine rote Lichter darin leuchten. Einfach der Hammer.

Der Abend war so gut, dass wir am nächsten gleich wiederkamen. Als die Besitzerin uns am zweiten Tag wieder an der Tür sah, wunderte sie sich, und dann freute sie sich, man sah es ihr sofort an. Sie wollte mehr von uns wissen, und aus ein paar Fragen wurde ein langes Gespräch. Plötzlich sassen wir nicht mehr als Gäste da, sondern als Besuch.

Das Restaurant liegt nicht im direkten Zentrum, ist aber gut mit dem Tram erreichbar. Unser Rat: die Vorspeisenplatte, mindestens einen Kabab, und wenn möglich beide Khoresh. Und sich Zeit nehmen, denn hier wird aus dem Essen schnell mehr als ein Essen.

Zur Lyon-Etappe
Gefüllte Weinblätter mit Joghurt
Gefüllte Weinblätter mit Joghurt
Auberginen mit Walnüssen
Auberginen mit Walnüssen
Bratlinge mit Sprossen
Bratlinge mit Sprossen
Safranreis mit Berberitzen
Safranreis mit Berberitzen
FrankreichNizzaLibanesisch

Beyrouth Café

Zweimal hintereinander waren wir abends hier, ohne Reservation und ohne Zweifel. Das sagt eigentlich schon alles.

Wir bestellen die Platte für zwei Personen, und der Tisch füllt sich: Hummus mit einem Tropfen Öl, Tabouleh, grün und zitronig, knusprig frittierte Teigtaschen, Auberginen mit frischem Gemüse, Labneh, dazu Kichererbsen im Tomatenschmor und Kartoffeln mit Chili und Kräutern. Alles duftet nach Knoblauch, Zitrone und Minze.

Dann kommt das Schawarma, zart und würzig im warmen Fladenbrot, mit Gurke und Zwiebel. Absolut lecker und authentisch. Man geht danach mit einem Lächeln nach Hause. Unser Rat: eine Platte für zwei und ein Schawarma dazu.

Was noch kommt

Weitere Lokale folgen, später auch Rezepte. Die Einträge wachsen mit unseren Reisen.

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