Bucht, Inseln und Wälder im Rücken.
Die Kvarner Bucht verbindet Hafenstadt, Habsburger Kurorte und grosse Inseln. Wenige Kilometer hinter der Küste beginnen die Wälder von Gorski kotar.
Auf einen Blick
Bucht, Inseln, Berge
Die Gespanschaft Primorje-Gorski kotar umfasst die Kvarner Bucht samt dem nördlichen kroatischen Küstenland, die Inseln Krk, Cres, Lošinj und Rab sowie die Gebirgsregion Gorski kotar. Sie misst 3588 Quadratkilometer. Gorski kotar gilt als die gebirgigste und waldreichste Region des Landes. Im Westen grenzt die Region an Istrien, hinter der Küste von Opatija steigt das Učka-Gebirge an, und an der Kupa liegt der Nationalpark Risnjak. Wichtigster Ort von Gorski kotar ist Delnice, zwischen Karlovac und Rijeka.
Cres und Lošinj waren einst eine zusammenhängende Insel, heute trennt sie ein bei Osor gegrabener Kanal. Rab besteht aus drei parallel verlaufenden Kalksteinrücken. Auf Cres liefert der Vransko-See Trinkwasser für beide Inseln. Olivenbäume und Salbei prägten dort schon zur österreichischen Zeit die Wirtschaft.
Sonne, Regen, Bora
Das Klima an der nördlichen Adria und auf den Inseln gilt als gemässigt warm. Für Lošinj nennt die Quelle rund 2600 Sonnenstunden im Jahr, im Sommer im Mittel 24 Grad, im Winter 7 Grad und eine durchschnittliche Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent. Der höchste je an der Wetterstation von Veli Lošinj gemessene Wert lag am 13. Juli 1991 bei 38,0 Grad.
Im Winter weht auf Cres die Bora. In Rijeka bezeichnet eine Stadtseite sie als Besonderheit der Stadt: Die Korzo, die Hauptpromenade, ist nach dieser Beschreibung in jeder Jahreszeit belebt, auch bei Regen und Bora. An den Ostküsten, etwa auf Rab, soll die Bora nach einer Quelle Spitzen von 200 Stundenkilometern erreichen.
Kurorte der Donaumonarchie
Im 19. Jahrhundert gehörte die Region zum Österreichischen Küstenland, und Wien machte aus Fischerorten Kurorte. 1889 erklärte die österreichische Regierung Opatija, damals Abbazia, zum ersten klimatischen Seebad der Österreichischen Riviera. Auf Lošinj begann der Gesundheitstourismus 1885, das erste Hotel, das Vindobona, eröffnete 1887. Lovran galt Mitte des 19. Jahrhunderts als mondäner Kurort des Adels der Donaumonarchie.
Aus dieser Zeit stammen Villen mit Parks, Promenaden und Hotels, die an der Küste bis heute zu sehen sind. Lošinj gilt bis heute als Ort für Aromatherapie, in Lovran spricht der Tourismusverband von einer Tradition seit 1892. Die meisten Gäste auf Lošinj kamen nach der Quelle aus Slowenien, Deutschland und Italien.
Verbindungen
Rijeka ist mit einem Umschlag von 12,6 Millionen Tonnen im Jahr 2017 der grösste Hafen Kroatiens, bereits 1719 hatte Kaiser Karl VI. ihn zum Freihafen erklärt. 1873 eröffnete die Österreichische Südbahn die Strecke von Pivka über Matulji nach Rijeka. Der Flughafen Rijeka liegt in Omišalj auf der Insel Krk, die seit Juli 1980 durch die Krk-Brücke mit dem Festland verbunden ist. Über die Brücke laufen neben der Strasse auch Pipelines mit Öl aus dem Hafen von Omišalj, wo ein Öl-Terminal und eine petrochemische Anlage stehen. Die anderen Inseln der Region erreicht man mit der Fähre, Cres und Lošinj sind über eine kleine Brücke bei Osor miteinander verbunden.
Orte
Neun Orte zeigen die Kvarner Region von der Hafenstadt Rijeka über Kurorte und Inseln bis in den Nationalpark Risnjak.
Opatija
Bis 1844 war Opatija ein Fischerdorf. Dann liess der Kaufmann Iginio Scarpa (1794 bis 1866) aus Rijeka dort die Villa Angiolina errichten, einen Landsitz in einem grossen Park, benannt nach seiner Frau. Im Park wachsen Pflanzen aus Indien, China, Japan, Südamerika und Australien. Heute finden in der Villa Konzerte und Ausstellungen statt. Das Gebiet war an das Haus Habsburg gekommen und gehörte später zum Österreichischen Küstenland. 1873 eröffnete die Südbahngesellschaft die Zweiglinie von Pivka nach Rijeka über Matulji, 1883 erschien der erste Führer, «Abbazia, Idylle von der Adria».
Als Gäste nennen die Quellen Gigli, Isadora Duncan, Gustav Mahler, Giacomo Puccini, Franz Lehár und Anton Tschechow. Der Ort hat bis heute Kaffeehäuser nach Wiener Art, Strände liegen in den Nachbarorten Ičići, Lovran und Medveja. Der Name Opatija bedeutet «Abtei» und geht auf ein Benediktinerkloster zurück, das im 14. Jahrhundert gegründet wurde und 1453 erstmals erwähnt ist. Die Kirche des heiligen Jakob entstand 1506 an dessen Stelle, den grössten Teil des heutigen Baus errichtete man 1937 neu.
Der Lungomare führt auf zwölf Kilometern von Volosko durch Opatija bis nach Lovran. Seine ersten Abschnitte entstanden 1889, er folgt der felsigen Küste und liegt über weite Strecken im Schatten. Am Ufer steht auf einem Felsvorsprung neben dem Kunstpavillon Juraj Šporer das «Mädchen mit der Möwe» von Zvonko Car, 1956 geschaffen und zum Wahrzeichen des Ortes geworden.
Opatija zählte 2021 rund 10’600 Einwohner und liegt etwa 14 Kilometer westlich von Rijeka. Das erste Hotel, das nach der Zeit der Donaumonarchie gebaut wurde, war das Hotel Adriatic von 1963.
Rijeka
Rijeka ist mit 107’964 Einwohnern (2021) die drittgrösste Stadt Kroatiens. Sie ist Verwaltungs- und Kulturzentrum der Gespanschaft und liegt an der Rječina und an vielen Bächen, auf reichlichen Quellen und Zusammenflüssen. Der Name trägt das Wasser im Namen: «rijeka» heisst «Fluss». Plinius der Ältere erwähnt im 1. Jahrhundert n. Chr. die Siedlung Tarsatica, die Römer machten daraus das Municipium Flumen. Auf dem Hügel Trsat lag eine keltische Siedlung. Das Kastell von Trsat, eine Festung des 13. Jahrhunderts, und das Heiligtum der Muttergottes auf demselben Hügel überragen die Stadt.
Die Stadt hat mehrere Namen. Fiume, die italienische und ungarische Form, wird heute aus rechtlichen Gründen nicht mehr amtlich verwendet. Nach dem Ersten Weltkrieg sah der Vertrag von Rapallo 1920 einen unabhängigen Freistaat Fiume vor, der 1924 im Vertrag von Rom zwischen Italien und Jugoslawien aufgeteilt wurde. Ab 1945 stand die Stadt unter jugoslawischer Verwaltung, im Pariser Frieden 1947 wurde sie formell Jugoslawien zugesprochen.
In Rijeka entstand der erste Torpedo der Welt. Robert Whitehead entwarf und erprobte ihn, 1866 eröffnete in der Stadt die erste Torpedofabrik; der aus Rijeka stammende Marineingenieur Giovanni Luppis hatte zuvor europäische Prototypen eines Selbstantriebs geschaffen. Eine Stadtseite beschreibt Rijeka als Mischung aus rauem Hafen des 20. Jahrhunderts und italienisch geprägter Habsburger Grandezza.
Die Korzo ist die Hauptpromenade, gesäumt von Cafés. Zu den bekannten Bauten zählt der Stadtturm. Der Karneval findet jedes Jahr vor der Fastenzeit statt, wurde 1982 begründet und ist der grösste Kroatiens, die Kinderparade zieht über die Korzo. 2016 wurde Rijeka zusammen mit Galway zur Europäischen Kulturhauptstadt 2020 bestimmt.
Krk
Krk ist mit 19’916 Einwohnern (2021) die Insel mit den meisten Einwohnern in der Adria und misst rund 405 Quadratkilometer. Zusammen mit Cres gilt sie als die grösste Adriainsel, welche der beiden vorn liegt, hängt von der Messmethode ab. Der höchste Punkt ist der Obzova mit 568 Metern. Im Westen und in der Mitte gedeihen Obst, Reben und Bienen, der Osten ist steinig und kahl. Seit dem Juli 1980 verbindet die Krk-Brücke die Insel mit dem Festland.
Die Stadt Krk liegt auf einem Hügel über der Bucht. Illyrer und Römer lebten hier, nahe dem kleinen Tor fand man einen Venustempel aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. Die Kathedrale Mariä Himmelfahrt entstand grösstenteils im 11. und 12. Jahrhundert im romanischen Stil, auf den Fundamenten einer frühchristlichen Basilika. Um 1450 kam die gotische Kapelle der heiligen Barbara dazu. Die Stadt ist Sitz des Bistums Krk. Im 13. Jahrhundert liess sich ein Zweig der Frangipani hier nieder, aus dem die Frankopan hervorgingen, bis 1671 eine der führenden Adelsfamilien Kroatiens. Venedig war sieben Jahrhunderte eng mit der Stadt verbunden.
In der Nähe von Baška, im Dorf Jurandvor, wurde die Tafel von Baška gefunden, die um 1100 glagolitisch beschrieben wurde. Der Hauptstrand von Baška, die Vela plaža, ist 1800 Meter lang, und der Ort ist seit dem 19. Jahrhundert ein Ziel für Gäste. Vrbnik thront auf einem Kalkfelsen 50 Meter über dem Meer, 887 Menschen leben dort. Der Ort gilt als glagolitisches Zentrum, sein Statut stammt von 1388. Aus der Gegend kommt der Weisswein Žlahtina. Die Gasse Klančić soll nur 40 bis 50 Zentimeter breit sein, sie wird als schmalste der Welt beansprucht.
Cres
Cres misst 405,78 Quadratkilometer und lebt von wenigen Menschen: 2011 zählte die Insel 3079 Einwohner. Der höchste Punkt, die Gorice, steht bei 639 Metern. Eine kleine Brücke bei Osor führt nach Lošinj, die Römer gründeten Osor und gruben den Kanal. Osor war einst ein wichtiger Hafen und Handelsplatz, verlor aber an Bedeutung, als grössere Schiffe den schmalen Kanal und den seichten Hafen nicht mehr nutzen konnten.
Die Stadt Cres ist der grösste Ort, ihre geschützte Bucht lockte Seeleute bei Stürmen an, ein mächtiger Turm beherrscht die Altstadt. Der Vransko-See ist die einzige Süsswasserquelle der Insel. Er ist 76 Meter tief und reicht mehr als 50 Meter unter den Meeresspiegel. Der See versorgt Cres und Lošinj mit Trinkwasser, der Zugang ist beschränkt.
Im Norden, in der Tramuntana, wachsen Eichen, Ahorn und Edelkastanien. Das Blätterdach liegt rund 30 Meter über dem Boden, etwa 200 Vogelarten leben im Wald. In Beli, wo laut Quelle ständig 15 Menschen wohnen, gründete Dr. Goran Susić 1993 das Eco-Zentrum Caput Insulae zum Schutz der Gänsegeier. Bei seinem ersten Besuch 1982 gab es nur 25 Brutpaare, heute sind es 70. Die Spannweite eines Geiers misst 2,8 Meter. Auf Cres nisten die Tiere an Meeresklippen, teils weniger als zehn Meter über dem Wasser.
Nahrung ist knapp: Vor hundert Jahren hielt man auf der Insel 75’000 Schafe, heute sind es etwa 15’000. Die Geier brauchen 7500 Kadaver im Jahr, es sterben aber nur rund 1500 Schafe. Im Herbst und Winter wird deshalb zugefüttert. Unterhalb von Lubenice liegt der Strand Sveti Ivan, der Abstieg dauert zu Fuss etwa 45 Minuten, der Rückweg länger als eine Stunde.
Lošinj
Lošinj misst 74,36 Quadratkilometer. 2011 lebten auf der Insel 9587 Menschen, davon 8116 in Mali Lošinj. Der höchste Punkt, der Televrin oder Osoršćica, erreicht 588 Meter. Veli Lošinj liegt rund fünf Kilometer südöstlich und hatte 2021 857 Einwohner. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war es ein wichtiger Hafen- und Fischerort mit einer Werft für Segelschiffe, eine spätere Werft in Mali Lošinj baute Motorschiffe. Heute ist Veli Lošinj für Tourismus und Aromatherapie bekannt.
Die Pfarrkirche des heiligen Antonius des Abtes ersetzte eine ältere Kirche aus dem 15. Jahrhundert, der Bau der heutigen Basilika begann 1774 auf den alten Fundamenten. Sie besitzt Werke italienischer Meister, darunter von Bartolomeo Vivarini und Bernardo Strozzi. Ein Turm aus dem 15. Jahrhundert, der noch steht, schützte Hafen und Ort vor Piratenüberfällen.
Berühmt ist die Bronzestatue des Apoxyomenos, eines Athleten, der sich den Schmutz vom Körper streicht. Der belgische Taucher René Wouters fand sie 1996 auf sandigem Grund zwischen zwei Felsen, etwa 45 Meter tief, in der Nähe der Insel Vele Orjule südöstlich von Lošinj. Er meldete den Fund 1998, geborgen wurde die Statue am 27. April 1999. Sie ist 192 Zentimeter hoch, einschliesslich eines zehn Zentimeter hohen Sockels, und wird von den Kunsthistorikern Nenad Cambi und Vincenzo Saladino ins 2. oder 1. Jahrhundert v. Chr. datiert. Die Restauratoren entfernten den Bewuchs nur mit mechanischen Handwerkzeugen, ohne Chemikalien, reparierten Risse und Brüche und bauten eine innere Stützkonstruktion ein. Öffentlich gezeigt wurde die Figur erst ab 2006.
Heute steht sie im Apoxyomenos-Museum am Hafen von Mali Lošinj, das 2016 eröffnete. Lošinj gehört zum Archipel Cres-Lošinj, in dem Cres die grössere Insel ist.
Rab
Die Insel Rab ist rund 22 Kilometer lang, ihre Fläche wird je nach Quelle zwischen 86 und 94 Quadratkilometern angegeben. Der höchste Punkt, der Kamenjak, liegt bei 408 Metern. Die Insel ist 11 Kilometer breit, rund 35 Prozent der Fläche sind bewaldet. Auf der Südwestseite wächst nach der Beschreibung einer Quelle einer der letzten Eichenwälder des Mittelmeers. Auf der Halbinsel Lopar liegt der Sandstrand Rajska plaža mit flachem, klarem Wasser, insgesamt zählt eine Quelle 30 Sandstrände. Eine Fähre über den Velebitkanal braucht zum Festland etwa 15 Minuten. Illyrer besiedelten die Insel als Kolonie Arba, Kaiser Augustus liess Stadtmauern bauen und erhob den Ort zum Municipium. Im Jahr 1000 unterstellte sich die Insel Venedig, ab 1409 stand sie dauerhaft unter venezianischer Herrschaft. Später gehörte sie nacheinander zu Österreich, Frankreich, Italien und Jugoslawien, bevor sie an Kroatien zurückkam.
Die Stadt Rab liegt auf einem steilen Vorsprung an der Westküste, hinter Mauern, mit drei parallelen Hauptstrassen. Die vier Kirchtürme auf dem Höhenzug über der Altstadt sind zum Wahrzeichen von Stadt und Insel geworden, der älteste stammt aus dem 11. Jahrhundert. Der Glockenturm der romanischen Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert gilt als das schönste romanische Beispiel an der Adriaküste. Mehrere Häuser liessen venezianische Patrizierfamilien bauen. Die Kapelle des heiligen Christophorus, des Inselpatrons, ist heute ein Lapidarium, die grösste Kirche ist die der heiligen Maria aus dem 13. Jahrhundert.
Zu den Spezialitäten zählt die rapska torta, eine Mandeltorte, deren aufwendige Herstellung auf das Mittelalter zurückgeht, früher stellten sie Nonnen für die Oberschicht her. Der Komrčar-Wald, ein Waldpark bei der Stadt, ist ein beliebtes Ziel. Zu den Festen der Insel gehören die Rapska Fjera, ein mittelalterliches Fest, und ein Turnier mit der Armbrust. Mehr als 300 Süsswasserquellen versorgen die Inselbewohner, die Bevölkerung ist nach der Quelle insgesamt gewachsen, auch dank guter Verbindungen zum Festland.
Nationalpark Risnjak
Der Nationalpark Risnjak liegt in Gorski kotar, der gebirgigsten und waldreichsten Region Kroatiens, und gehört zu den Dinariden. Er umfasst 63,5 Quadratkilometer. Je nach Quelle wurde er 1949 oder 1953 zum Nationalpark erklärt. Zum Schutzgebiet gehören die Berge Risnjak und Snježnik. Der Veliki Risnjak erreicht 1528 Meter, der Snježnik 1506 Meter. Die Kupa entspringt am tiefsten Punkt des Parks, in einem ovalen Teich von etwa 50 Metern Breite auf 313 Metern Höhe. Taucher erreichten zuletzt 154 Meter Tiefe, ohne den Grund der Quelle gefunden zu haben, ältere Angaben nennen zwei Becken von 86 und 57 Metern.
Der Name Risnjak geht vermutlich auf das kroatische Wort «ris» für den Luchs zurück. Im 19. Jahrhundert wurde der Luchs hier ausgerottet, vor einigen Jahrzehnten kehrte er zurück. Heute leben im Park Braunbär, Wolf und Luchs im selben Lebensraum, dazu Wildkatze, Gämse, Reh, Rothirsch, Fuchs und Wildschwein. Bisher wurden 1148 Arten und Unterarten von Gefässpflanzen erfasst, ausserdem 114 Vogelarten, 78 davon brüten im Park. Den grössten Teil der Fläche bedeckt Mischwald aus Buchen und Tannen auf Kalk und Dolomit. Das Karstgelände hat Höhlen, Schlucklöcher und Mulden, sogenannte Ponikven. Die Kupa-Quelle steht seit dem 12. Dezember 1963 unter Schutz.
Vom Haupteingang in Crni Lug aus führt seit 1993 ein Lehrpfad durch verschiedene Vegetationszonen und Karstformen, der Pfad ist je nach Quelle 4,2 oder 4,5 Kilometer lang und hat 23 Tafeln. Auf den Gipfel des Risnjak führen Wege ab Crni Lug, vom Pass Gornje Jelenje, ab Mrzla Vodica, von der Wiese Lazac und von Platak aus. Am Fuss des Gipfels steht die Schutzhütte Dr. Josip Schlosser Klekovski, in der es Essen und Übernachtung gibt.
Trsat und Kastav
Trsat ist ein Stadtteil von Rijeka auf einem steilen Hügel, 138 Meter über der Schlucht der Rječina und etwa einen Kilometer vom Meer entfernt. Hier stand früher eine keltische Siedlung, die Liburner betrieben einen Beobachtungsposten, den die Römer in ihre Verteidigungslinie einbauten. Als Pfarrzentrum wird Trsat 1288 erstmals erwähnt. Das heutige Kastell bauten die Frankopan im 13. Jahrhundert, um ihre Besitzungen im Vinodol zu schützen. Im 17. Jahrhundert verfiel es, ein Erdbeben 1750 beschleunigte das. 1826 kam es an den Feldmarschall Laval Nugent von Westmeath, der es im neugotischen Stil herrichten liess und ein Mausoleum baute. Der Frankopan Vuk Krsto ist in einer der Kirchen begraben. Im Juni 1509 eroberte Banus Andreas Bot Trsat zurück, im Oktober zogen die Venezianer endgültig ab. Heute gibt es im Kastell eine Galerie, Sommerkonzerte und Theater.
Trsat ist auch ein Wallfahrtsort. Der Überlieferung nach erschien im Mai 1291 das Haus Marias aus Nazareth hier, bevor es nach Loreto in Italien gelangte. Seit 1468 betreuen Franziskaner das Heiligtum der Muttergottes von Trsat. Johannes Paul II. besuchte es 2003 als Pilger. Die Treppe von Petar Kružić, deren Bau 1531 begann, zählt 561 Stufen. Zuerst hatte sie etwa hundert, später wurde sie verlängert.
Kastav liegt auf einem Hügel von 365 Metern über dem Golf von Kvarner, nahe bei Rijeka. 2021 hatte die Stadt 10’202 Einwohner auf 11,4 Quadratkilometern. Ihre mittelalterlichen Denkmäler sind zum Teil erhalten, darunter die städtische Loggia. Das Kastaver Statut ist auf das Jahr 1400 datiert, einzelne Quellen nennen 1490. Es ist glagolitisch und in einer lateinischen Fassung überliefert und bestätigt Kastav seit dem späten 14. Jahrhundert als Verwaltungs- und politisches Zentrum.
Lovran
Lovran gilt als die älteste Siedlung an der Opatija-Riviera. Der Name ist im 7. Jahrhundert als «Lauriana» belegt und geht auf den Lorbeer zurück, kroatisch «lovor», der das Wappen der Stadt ziert. Im frühen Mittelalter war Lovran ein wichtiger Stadt- und Schiffbauplatz der nördlichen Adria. Mit dem Aufstieg von Triest, Pula und Rijeka verlor es an Bedeutung. Der Ort baute ein traditionelles Boot, den «guc».
Die Altstadt aus dem 13. Jahrhundert hat sich erhalten. Zur Pfarrkirche gehören mittelalterliche Fresken mit glagolitischen Inschriften, am Platz des heiligen Georg steht ein Turm aus dem 14. Jahrhundert. Das Stubica-Tor führt durch die Altstadt. Zur Küste hin öffnet sie sich in Cafés, Villen und Gärten nach Wiener Vorbild. Mitte des 19. Jahrhunderts war Lovran ein mondäner Kurort des österreichisch-ungarischen Adels. Der Lungomare, auch Franz-Josef-Promenade genannt, endet hier.
Die Gemeinde zählte 2021 3527 Einwohner, 2859 davon im Hauptort. In Lovranska Draga steht der Pavillon «Puli Mălina» («Bei der Mühle») des Künstlers Davor Sanvincenti, gebaut aus Kastanienholz und einheimischem Stein. Die Buchten sind felsig und kiesig, am Strand Medveja zeigt sich das Wasser nach Angaben der Gemeinde als eines der saubersten Kroatiens. Die Wasserträger holten früher Quellwasser am öffentlichen Brunnen von Tuliševica und trugen es bis zu einem Dutzend Mal am Tag in die Altstadt, für eine hundertstel Lira je Gang. Im Oktober feiert Lovran zusammen mit den Nachbardörfern Liganj und Dobreć seit über vier Jahrzehnten die Marunada, ein Fest rund um geröstete Marroni, an drei Wochenenden. Die Kirschtage erinnern an den Kirschanbau. Hinter der Stadt steigt der Učka auf, ein Berg mit Buchen- und Kastanienwäldern.