Kroatien · Region

Karst, Wald und klares Wasser.

Zwischen Velebit und Kupa liegt ein dünn besiedeltes Hochland aus Karstfeldern, Bergwäldern und Seen. Die Plitvicer Seen sind sein bekanntester Ort, Gorski kotar und die Lika bieten aber noch viel mehr.

Auf einen Blick

Lika6767 km², rund 12 Prozent der Landesfläche
Bevölkerung Lika50'927 (2011), rund 7,5 pro km²
Gespanschaft Lika-Senj5353 km², grösste des Landes, Sitz in Gospić
Plitvicer SeenUNESCO-Welterbe seit 1979
VelebitGebirgszug von etwa 145 km Länge
Gorski kotarrund 1275 km², etwa 63 Prozent Wald
Höchster Punkt Gorski kotarBjelolasica, 1534 m
Karlovac1579 gegründet, Stadt der vier Flüsse

Hochland zwischen Velebit und Plješevica

Die Lika ist eine historische Landschaft im Inneren Kroatiens. Im Südwesten begrenzt sie der Velebit, im Nordosten die Plješevica. Sie umfasst 6767 Quadratkilometer, rund 12 Prozent der Landesfläche, und ist sehr dünn besiedelt: 2011 lebten hier 50'927 Menschen, etwa 7,5 pro Quadratkilometer. Seit 2001 ist die Zahl um gut 5 Prozent gesunken. Der Name der Landschaft geht ursprünglich auf den Fluss Lika zurück.

Die grösseren Orte liegen in Karstfeldern entlang der Flüsse Lika und Gacka. Gospić ist der grösste, Otočac und Gračac sind weitere wichtige Städte. Rund 79 Prozent der Lika gehören zur Gespanschaft Lika-Senj, die mit 5353 Quadratkilometern die flächengrösste des Landes ist. 2021 zählte sie 42'893 Einwohner.

Militärgrenze und Osmanen

Im Jahr 1493 verlor das kroatische Heer auf dem Krbava-Feld gegen die Osmanen. 1527 nahmen diese Udbina ein, der grösste Teil der osmanischen Herrschaft endete 1689. Donji Lapac blieb noch 102 Jahre länger unter osmanischer Kontrolle.

Die Lika unterstand danach dem Karlovacer Generalat der Kroatischen Militärgrenze und wurde mit Zuwanderern aus osmanisch beherrschten Gebieten wieder besiedelt. Am 15. Juli 1881 wurde die Militärgrenze aufgehoben. In Senj bestand schon 1469 eine Militärhauptmannschaft, Otočac gehörte ab dem 16. Jahrhundert zur Militärgrenze, und auch Slunj lag in ihrem Gebiet. Die Krbava, ein historisches Gebiet der Lika, gab später der Gespanschaft Lika-Krbava ihren Namen.

Wald und Wasser

Gorski kotar liegt zwischen Karlovac und Rijeka und umfasst rund 1275 Quadratkilometer. Etwa 63 Prozent der Fläche sind bewaldet, deshalb nennt man die Region die «grüne Lunge Kroatiens». Das Karstplateau liegt im Mittel auf rund 800 Metern und wirkt als Klimascheide zwischen Küste und Binnenland. Die Kupa bildet die Grenze zu Slowenien. Höchster Punkt ist die Bjelolasica mit 1534 Metern.

Schon früh führten Strassen durch die Wälder: 1732 wurde die Karolinenstrasse von Karlovac nach Bakar eröffnet, zwischen 1803 und 1809 entstand die Luisenstrasse nach Rijeka. Die erste Bahnlinie der Region folgte 1873. In einem kleinen Gebiet hört man alle drei kroatischen Dialekte, Kajkavisch, Čakavisch und Štokavisch.

Winter und Sommerhitze

Das Klima der Region ist kontinental geprägt, die Unterschiede sind gross. Am 3. August 2017 wurden an der Station Vrelo Ličanke in der Lika 34,5 °C gemessen, in Delnice sogar 35,0 °C. Anfang Januar 1985 fiel die Temperatur in Delnice am 8. Januar auf −25,0 °C, in Lokve am selben Tag auf −26,0 °C, und in Vrelo Ličanke wurden am 12. Januar −25,7 °C verzeichnet.

Gorski kotar wirkt als Klimascheide zwischen der Küste und dem Binnenland, die Lika liegt auf der Landseite des Velebit. Die Werte für Lokve stammen aus einer Messreihe der Jahre 1960 bis 2016, in der der Wärmerekord am 27. Juli 1983 mit 33,3 °C verzeichnet wurde.

Orte

Zehn Stationen führen von den Plitvicer Seen über den Velebit und die Festungsstadt Karlovac bis in die Wälder und zu den Seen von Gorski kotar.

Plitvicer Seen

Der Nationalpark Plitvicer Seen liegt in der Lika und umfasst 296,85 Quadratkilometer. Rund 90 Prozent der Fläche gehören zur Gespanschaft Lika-Senj, die übrigen 10 Prozent zur Gespanschaft Karlovac. Im Westen begrenzt die Mala Kapela das Gebiet, im Norden fliesst die Korana. Die UNESCO nahm die Seen 1979 in die Welterbeliste auf, mit der Begründung der aussergewöhnlichen Schönheit und der ungestörten Bildung von Travertin durch chemische und biologische Vorgänge.

Sechzehn Seen sind an der Oberfläche sichtbar, sie liegen in Stufen hintereinander. Die beiden grössten, Prošćansko jezero und Kozjak, sind auch die tiefsten. Die oberen Seen im Süden liegen überwiegend in Dolomit, die unteren im Norden in Kalkstein. Zwischen den Becken bauen sich Barrieren aus Tuff auf, einem Kalkabsatz des Wassers, der bis zu 13 Millimeter pro Jahr wächst. Travertin ist die ältere, verfestigte Form desselben Gesteins. Der Veliki Slap an der Plitvica fällt 78 Meter tief, die Wasserfälle von Sastavci liegen bei Novakovića Brod.

Der tiefste Punkt des Parks liegt auf 367 Metern an der Brücke über die Korana, der höchste auf dem Seliški vrh mit 1279 Metern. Der Höhenunterschied beträgt damit 912 Meter. Etwa 74,75 Prozent der Fläche sind bewaldet. In der Čorkova uvala stehen auf 79,5 Hektaren Buchen und Tannen, die bis zu 700 Jahre alt sind. Zur Tierwelt zählen Braunbär, Wolf, Luchs und Wildkatze.

Der Park wurde 1949 gegründet. Im März 1991 kam es auf seinem Gebiet zu einem bewaffneten Zwischenfall, einem der ersten mit Todesopfern im Krieg der 1990er-Jahre. 2024 zählte der Park 1'492'994 Besucher. Seit 2019 gilt im Sommer eine Obergrenze von bis zu 12'000 Personen pro Tag.

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Sjeverni Velebit

Der Nationalpark Sjeverni Velebit gehört zum Velebit, einem Gebirgszug von rund 145 Kilometern Länge. Er reicht vom Pass Vratnik bei Senj bis zur Quelle der Zrmanja nordwestlich von Knin. Der höchste Gipfel des Gebirges ist der Vaganski vrh mit 1758 Metern. Das ganze Gebirge ist Naturpark, zwei Teile sind zusätzlich Nationalpark, neben dem Sjeverni Velebit auch Paklenica. Der nördliche Park liegt in der Lika, besteht seit 1999 und umfasst 109 Quadratkilometer.

Die Seite zum Velebitkanal fällt steil ab und ist karg, die Hänge sind weitgehend ohne Pflanzenbewuchs. Zur Lika hin tragen die Hänge dagegen Wald. Der Untergrund besteht aus Karst. Im Zentrum des Parks stehen die Felsformationen Hajdučki kukovi und Rožanski kukovi, zusammen etwa 22 Quadratkilometer gross. Sie wurden 1969 zum Reservat erklärt und sind nur für Forschende und Bildungsgruppen zugänglich. Rund 40 Gipfel dieser Gruppe ragen über 1600 Meter hinaus, die Gromovača misst 1675 Meter.

Unter der Erde liegt die Lukina jama. Mit 1392 Metern Tiefe ist sie die tiefste Berghöhle Kroatiens. Entdeckt wurde sie 1992, benannt ist sie nach Ozren Lukić. Im Velebit, in der Höhle Slovačka jama, wurde ein Egel, Erpobdella mestrovi, als neue Art beschrieben.

Auf dem Zavižan, 1676 Meter hoch, steht die höchstgelegene meteorologische Station des Landes. Im Schutzgebiet befindet sich auch der Botanische Garten des Velebit, den Fran Kušan 1967 gründete. Zu den Pflanzen des Gebirges gehört Degenia velebitica, eine geschützte Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler, die auf Geröllhängen wächst und 1907 von Árpád von Degen entdeckt wurde. Der Förster Ante Premužić legte in den 1930er-Jahren den nach ihm benannten Höhenweg an. Er verbindet den nördlichen mit dem mittleren Teil des Gebirges.

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Gospić und Smiljan

Gospić ist mit 11'502 Einwohnern (2021) die grösste Stadt der Lika und Sitz der Gespanschaft Lika-Senj. Sie liegt im Ličko Polje, einem Karstfeld, in der Nähe des Flusses Lika. Eine geordnete Siedlung wird hier bereits 1263 erwähnt. Als die osmanischen Vorstösse bis zum Ende des 17. Jahrhunderts abgewehrt waren, wurde Gospić zum Verwaltungszentrum der Umgebung.

Die Kathedrale Mariä Verkündigung wurde ursprünglich 1781 erbaut und brannte am 15. September 1991 nieder. Gospić war im Krieg der 1990er-Jahre Schauplatz der Schlacht um Gospić und blieb unter kroatischer Kontrolle. Die Kontrolle über das weitere Umland kam im August 1995 mit der Operation Sturm zurück an Kroatien.

Etwa sechs Kilometer nordwestlich der Stadt liegt das Dorf Smiljan mit 392 Einwohnern (2021). Hier wurde Nikola Tesla (1856 bis 1943) geboren. Zu seinem 150. Geburtstag eröffnete 2006 ein erneuertes Gedenkzentrum mit einem Museum im wiederaufgebauten Elternhaus. Die erste Anlage stammt aus dem Jahr 1956. Das Geburtshaus war 1941 zerstört worden, und 1992 beschädigte ein durch Beschuss ausgelöster Brand mehrere Gebäude der Anlage schwer.

Die Gespanschaft Lika-Senj, deren Sitz Gospić ist, umfasst 5353 Quadratkilometer und schliesst den nördlichen Teil der Insel Pag ein. Zu ihren Naturattraktionen zählen die Plitvicer Seen und der Nationalpark Sjeverni Velebit. Das Klima von Gospić ist ein feuchtes Kontinentalklima. Im Januar liegt die Durchschnittstemperatur bei −0,9 °C, im Juli bei 18,1 °C. Die Stadt liegt auf 656 Metern, die Wetterstation auf 564 Metern. Nikola Tesla zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten, die mit der Lika verbunden werden. In der Umgebung liegen die Dörfer Donje Pazarište mit 80 und Popovača Pazariška mit 77 Einwohnern.

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Otočac und Kuterevo

Otočac liegt im westlichen Teil des Gacko Polje, eines Karstfelds zwischen Velebit und Mala Kapela, auf etwa 459 Metern Höhe. Der Name bedeutet «kleine Insel», denn die Gacka umfliesst den Ort. 2021 zählte die Stadt 8332 Einwohner, 2011 waren es noch 9778. Schon die Baška-Tafel um 1100 nennt eine Kirche des heiligen Nikolaus in Otočac.

Die Familie Frankopan besass das Gut ab 1300. Von 1460 bis 1534 bestand ein Bistum. 1543 schlugen kroatische Truppen osmanische Angreifer in einer Schlacht zurück, und ab dem 16. Jahrhundert gehörte die Stadt zur Militärgrenze. Die Fortica, ein Bau von 1619, hat zylindrische Türme auf dreieckigem Grundriss. Im April 1941 töteten Ustascha-Einheiten in Otočac rund 331 Serben, 1995 kam die Umgebung wieder unter kroatische Kontrolle. Der Hauptort selbst zählt 3852 Einwohner, die Gemeinde Sinac 489.

Die Gacka ist wegen ihres Verlaufs schwer zu messen, weil sie zum Teil unterirdisch fliesst. Der oberirdische Abschnitt war früher etwa 32 Kilometer lang und misst heute rund 11 Kilometer. Ein Tunnel leitet das Wasser zum Gusić-See und von dort zum Kraftwerk HE Senj, das 1965 in Betrieb ging und auch Wasser der Lika nutzt. Die Quellgebiete sind bei Anglern für Forellen bekannt.

Kuterevo ist ein Dorf mit 385 Einwohnern (2021) am nordöstlichen Hang des Velebit, am Rand des Naturparks. Hier entstand das erste Refugium für junge Bären in Kroatien. Es nimmt verwaiste oder ausgesetzte Jungtiere auf. Angestossen hat das Projekt das Kroatische Zentrum Znanje za okoliš, vor Ort betreibt es der Verein VUK. Fachleute der Biologie und Ökologie arbeiten mit freiwilligen Helfern zusammen. Ziele sind der Schutz des Braunbären und die Aufklärung über die Artenvielfalt der Region.

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Senj

Senj liegt am Fuss von Mala Kapela und Velebit am Meer. 2021 hatte die Stadt 5973 Einwohner, rund 97 Prozent davon Kroaten. Besiedelt ist die Gegend seit der Vorgeschichte, auf dem Hügel Kuk gab es vor über 3000 Jahren eine Siedlung. Im römischen Senia, das ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. als Stützpunkt diente, hatte Octavian 35 v. Chr. sein Lager. Der Ort erhielt das Stadtrecht eines Municipiums und einen Strassenraster.

Das Bistum Senj besteht seit 1169. 1184 übergab König Béla III. die Stadt den Templern, 1271 kam sie an die Grafen Frankopan von Krk. 1248 erlaubte Papst Innozenz IV. die glagolitische Schrift in der Liturgie. Ab 1494 arbeitete in Senj eine Druckerei für glagolitische Bücher, aus der das Glagolitische Messbuch hervorging. Die Konkathedrale trägt das Patrozinium Mariä Himmelfahrt und steht an der Stelle eines früheren römischen Kultbezirks.

Das Wahrzeichen ist die Festung Nehaj, 1558 auf dem gleichnamigen Hügel vollendet. Damals lag sie ausserhalb der Stadt, heute gehört sie dazu. Die Uskoken, christliche Flüchtlinge aus dem osmanischen Bosnien, waren zum Schutz der habsburgischen Grenzgebiete angesiedelt worden und besetzten die Festung. Nach einem Waffenstillstand von 1617, der den Uskokenkrieg mit Venedig beendete, mussten sie die Stadt verlassen.

1469 wurde in Senj eine Militärhauptmannschaft gegen osmanische und venezianische Heere eingerichtet. 1881 löste man die Militärgrenze auf, seit 1886 gehörte die Stadt zur Gespanschaft Lika-Krbava. 1873 eröffnete eine Sparkasse, die Eisenbahn führte an Senj vorbei. 1943 übernahmen die Partisanen die Kontrolle, danach bombardierte die Luftwaffe die Stadt und zerstörte über die Hälfte der Gebäude.

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Karlovac

Karlovac wurde 1579 als Festung gegen die osmanische Expansion gegründet. Die Erdarbeiten begannen am 13. Juli 1579 am Zusammenfluss von Kupa und Korana. Den Namen erhielt die Stadt von Erzherzog Karl II. von Innerösterreich, dessen Kriegsrat in Graz das Gebiet ab 1578 verwaltete. Der Baumeister ist nicht gesichert, ein Vorschlag von 2013 nennt Giovanni Sallustio Peruzzi.

Der Grundriss ist ein sechszackiger Stern mit einem rechtwinkligen Strassenraster. Die Bastionen im neuen italienischen Stil hatten eingezogene Flanken und bestanden ursprünglich aus Erde. 1646 begradigte man ihre Flanken und ergänzte einen gedeckten Weg und Waffenplätze. Die Glacis verdoppelten die Breite der Verteidigungsfront. Nach der Aufhebung der Militärgrenze 1881 wurden die Festungswerke abgetragen, an ihrer Stelle entstand ein grüner Gürtel. Die Form des Sterns ist in der Altstadt bis heute erkennbar.

Karlovac nennt sich «grad na četiri rijeke», Stadt der vier Flüsse: Kupa, Korana, Mrežnica und Dobra. 2021 zählte es 49'377 Einwohner. Das Karlovacer Generalat der Militärgrenze hatte hier eines seiner ersten Hauptquartiere. Auf dem Hauptplatz stehen das Franziskanerkloster mit Kirche, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts erweitert wurden, und eine orthodoxe Kirche aus der Zeit Josephs II. Auf dem heutigen Strossmayer-Platz stand 1680 eine Kuppelkapelle, von der nur die Fundamente blieben.

Dubovac ist der alte Ortsteil bei der Burg. In den ehemaligen Kasernen von Turanj ist das Stadtmuseum untergebracht, 2019 eröffnete dort auch das Museum des Heimatkriegs. Das Bier Karlovačko war bis Anfang der 2000er-Jahre der wichtigste Industriezweig. Im Krieg der 1990er-Jahre wurde die Stadt durch Beschuss beschädigt, in mehreren Vierteln und im Zentrum.

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Rastoke und Slunj

Slunj liegt in Kordun, auf 258 Metern, dort wo die Slunjčica in die Korana mündet. Die Stadt zählt 4224 Einwohner (2021), der Ort selbst 1576. Die Strasse von Karlovac zu den Plitvicer Seen führt durch Slunj. Die Burg, schon im 12. Jahrhundert unter dem Namen Slovin erwähnt, gehörte ab dem 15. Jahrhundert den Frankopanen. Später wurde sie zur Festung ausgebaut und diente als Hauptquartier des kommandierenden Generals der Gegend.

Rastoke ist der untere Ortsteil, in dem die Slunjčica über Stufen in die Korana fällt. Beschrieben werden 23 Wasserfälle, die bekanntesten heissen Buk, Hrvoje und Vilina kosa. Wegen der ähnlichen Natur nennt man Rastoke auch «die kleinen Plitvicer Seen». Der Name bezeichnet die Verzweigung der Flüsse und eine Art Kalkstein, rastopina, die dem Tuff entspricht.

Bis zu 22 Mühlen standen hier. Die erste stammt aus dem 17. Jahrhundert, die älteste Darstellung ist ein Kupferstich von 1789. Waagrechte Schaufelräder trieben die Mühlsteine an, meist zum Mahlen von Getreide. Nötig waren dafür drei bis fünf Meter Gefälle über eine hölzerne Rinne mit mindestens 35 Grad Neigung. Als Mahllohn gab es acht bis zehn Prozent des gelieferten Getreides. Johann Weikhard von Valvasor beschrieb 1689 die befestigte Stadt, eine Brücke und eine Mühle.

Als eigener Ort wird Rastoke erstmals 1860 genannt. 1962 stellte das kroatische Denkmalamt es unter Schutz, 1969 erhielt es den Status eines nationalen Denkmals. Im Krieg der 1990er-Jahre wurde der Wasserfall Buk durch Sprengstoff beschädigt. Slunj gehörte bis 1918 zur Kroatischen Militärgrenze, und am Ort erinnert ein Denkmal an die gefallenen Verteidiger und zivilen Opfer des Krieges.

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Risnjak

Der Nationalpark Risnjak liegt in Gorski kotar und umfasst heute 63,5 Quadratkilometer. Er verteilt sich auf das Gebiet der Städte Delnice und Čabar sowie der Gemeinde Jelenje. Höchster Gipfel ist der Veliki Risnjak mit 1528 Metern, in Gorski kotar übertrifft ihn nur die Bjelolasica mit 1534 Metern. Die Hochfläche liegt im Mittel auf rund 800 Metern. Der Ort Begovo Razdolje auf 1076 Metern gilt als höchstgelegene Ortschaft Kroatiens. Der Name geht wahrscheinlich auf das kroatische Wort «ris» für den Luchs zurück, eine andere Deutung verbindet ihn mit «risje», einer Grasart.

Die Kupa entspringt am tiefsten Punkt des Parks, in einem ovalen Quellteich von etwa 50 Metern Breite auf 313 Metern Höhe. Der Fluss bildet später im Norden die Grenze Gorski kotars zur slowenischen Region Bela krajina und fliesst an Karlovac vorbei. Der Park gehört zum Karst, zu dem Höhlen, Schlucklöcher, Dolinen und Felsstürze zählen.

Die Wälder wechseln mit der Höhe. Unten wachsen Buchen und Tannen gemischt, zwischen 1200 und 1400 Metern steht subalpiner Buchenwald, in den höchsten Lagen Legföhre. Unter den Säugetieren des Parks werden Bär und Wolf genannt. Die Höhenstufen reichen von 313 Metern an der Kupaquelle bis zu 1528 Metern am Gipfel des Veliki Risnjak, das sind 1215 Meter Unterschied.

Auf der östlichen Seite liegt Crni Lug, Sitz der Parkverwaltung und des Besucherzentrums. Von hier startet ein 4,5 Kilometer langer Rundweg, der 1993 angelegt wurde. Der Park wurde zuerst 1949 erklärt, 1956 verkleinert und 1997 wieder erweitert. Nördlich des Sees von Lokve beginnen die Berge des Risnjak, der Park grenzt damit an das Gebiet der Seen bei Fužine und Lokve.

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Delnice

Delnice ist die grösste Siedlung und der Hauptort von Gorski kotar. 2021 zählte die Stadt 5135 Einwohner, der Ort selbst 3861. Erstmals erwähnt wird er als «Delnica» im Liber Civilium von Rijeka aus den Jahren 1436 bis 1461, danach in Dokumenten von 1481 und 1482. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert war Delnice Bezirkshauptort der Gespanschaft Modruš-Rijeka. Nach Rijeka sind es auf der Strasse etwa eine halbe Stunde, die Autobahn A6 führt von hier Richtung Zagreb.

Die Gegend ist schneereich. Am 8. Dezember 2012 fielen 66 Zentimeter Schnee in 24 Stunden, am 23. Februar 2013 58 Zentimeter in 48 Stunden, was eine Schneehöhe von 110 Zentimetern ergab. Am 22. November 2015 wurde mit 52 Zentimetern in 24 Stunden ein Novemberrekord gemessen.

Im Wald ist der Eisregen von 2014 noch zu spüren. Die Forstverwaltung Delnice verlor damals 23 Prozent ihrer Holzmasse, die Wiederaufforstung dauerte 2019 noch an. Sportlich hat die Gegend eine Geschichte: 1934 wurde unterhalb von Skradski Vrh eine Skisprungschanze eröffnet, 1935 beauftragte die Klimakommission von Delnice eine Schanze von 40 Metern. Heute bieten örtliche Vereine Raftingfahrten auf der Kupa an.

Zur Geschichte der Region gehören die Iapoden, ein illyrischer Stamm, die ersten bekannten Bewohner. Ab dem 6. Jahrhundert siedelten Kroaten hier, ab dem 12. Jahrhundert herrschten die Frankopanen über grosse Teile. Die Zrinski kontrollierten Eisenminen um Čabar, ihr Besitz wurde nach der gescheiterten Zrinski-Frankopan-Verschwörung beschlagnahmt. Die Region zählte 2001 insgesamt 26'120 Einwohner, 2023 waren es noch 18'442. Čabar, Vrbovsko, Ravna Gora und Skrad sind weitere Orte der Region.

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Fužine und Lokve

Fužine liegt auf 722 Metern in Gorski kotar, etwa zehn Kilometer von der Küste und 30 Kilometer von Rijeka entfernt. Die Gemeinde zählte 2021 insgesamt 1394 Einwohner, der Hauptort 597. In der Umgebung liegen mehrere Stauseen, die der Stromerzeugung dienen. Der Bajersee entstand 1952 durch einen Damm in der Ličanka mitten in Fužine. Er ist zwei bis sieben Meter tief und wird von einem sieben Kilometer langen Wander- und Radweg umrundet. Auf dem Wasser gibt es Bootsfahrten und Stehpaddeln, am Ufer eine Touristenbahn und Kutschfahrten.

Der Lepenicasee wurde 1988 angelegt und ist der grösste Stausee der Umgebung. Er ist bis 18 Meter tief, im Sommer erwärmt sich das Wasser auf über 23 °C. Alljährlich finden dort Wettbewerbe im Unterwasser-Orientierungslauf statt. Der Potkoš ist der jüngste und kleinste See, am Fuss des Bitoraj zwischen Fužine und Lič gelegen, mit einem grossen Rastplatz. Die Höhle Vrelo bei Fužine ist ganzjährig für Besucher geöffnet und auch mit dem Rollstuhl zugänglich.

Die Gemeinde Lokve hatte 2021 insgesamt 850 Einwohner, der Ort selbst 464. Erstmals erwähnt wird Lokve in einer Urkunde vom 22. Februar 1481, die Bürger von Grič von Zöllen befreite. Der Lokvarsko jezero, der Lokvesee, liegt zwischen den Orten Homer und Mrzla Vodica. Er entstand in den 1950er-Jahren, als ein Damm die Lokvarka aufstaute, und ist stellenweise bis 40 Meter tief. Am Ufer wandert, radelt und badet man, gefischt wird das ganze Jahr.

Die Lokvarka fliesst durch die Gemeinde. Dolinen auf der anderen Flussseite einer Flussschleife heissen Ponikve. Der Lokvesee liegt etwa 30 Kilometer östlich von Rijeka, am Fuss des Risnjak.

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Reisebericht folgt. Unsere Beiträge und Tipps zu Unterkunft und Essen schreiben wir noch auf.