Eine Stadt, viele Schichten.
London liegt seit fast zweitausend Jahren an derselben Flussbiegung. Der Tower, die Abbey und die Kuppel von St Paul's stehen hier nur ein paar Kilometer auseinander.
Auf einen Blick
Am Fluss gewachsen
London liegt an der Themse, am Kopf einer rund 80 Kilometer langen Gezeitenmündung, die in die Nordsee führt. Die Römer gründeten hier um das Jahr 47 die Siedlung Londinium, vier Jahre nach ihrer Invasion. Etwa im Jahr 61 zerstörten die Iceni unter Königin Boudica den Ort, danach wuchs er weiter. Der Fluss blieb über Jahrhunderte die wichtigste Verkehrsader.
Das Stadtbild ist entsprechend gemischt. Als 1666 das Grosse Feuer den hölzernen Kern der Altstadt zerstörte, entstand vieles neu, aus Stein. Heute leben in Greater London ungefähr neun Millionen Menschen auf gut 1500 Quadratkilometern. Es gibt keinen einzelnen Mittelpunkt, sondern viele Zentren mit eigenem Charakter.
Vier Welterbestätten
Vier Orte in London stehen auf der Welterbeliste der UNESCO. Der Tower of London steht dort seit 1988, der Palace of Westminster mit der Westminster Abbey und der Kirche St Margaret's seit 1987. Hinzu kommen Maritime Greenwich und die Royal Botanic Gardens in Kew.
Die vier liegen weit auseinander. Tower und Westminster trennt eine Strecke, die sich gut zu Fuss entlang der Themse gehen lässt. Greenwich im Südosten und Kew im Südwesten gehören eher zu einem eigenen Tag, jeweils mit Anreise.
Beim Tower und bei Westminster liegen Welterbe und Alltag nebeneinander: Das Parlament tagt, die Abbey ist ein Gotteshaus, im Tower arbeiten noch heute die Yeoman Warders.
Unterwegs in der Stadt
Die London Underground wurde im Januar 1863 eröffnet und gilt als das älteste U-Bahn-System der Welt. Bis heute ist sie das Rückgrat der Stadt, ergänzt durch Busse, Bahnen und Boote auf der Themse. Die Stationen liegen oft dichter, als man erwartet. Wer die Karte genau liest, spart sich manche Umsteigerei und läuft stattdessen zehn Minuten oberirdisch. Die Underground ist zugleich das drittlängste Metronetz der Welt.
Mehrere Flughäfen bedienen die Stadt: Heathrow, Gatwick, Stansted, Luton und London City. Auch Southend nennt sich London-Flughafen. Welcher am besten passt, hängt vom Reiseziel in der Stadt und vom Flug ab. Acht Flughäfen führen den Namen London, doch der Verkehr läuft hauptsächlich über sechs.
Wetter und Sprachen
London hat ein gemässigtes Meeresklima mit rund 600 Millimetern Niederschlag im Jahr. Es regnet in jedem Monat, an etwa acht bis elf Tagen. Der Juli bringt im Mittel Höchstwerte von knapp 24 Grad, im Januar liegt das Tagesmittel bei etwa 5,6 Grad. Ein leichter Regenschutz gehört deshalb zu jeder Jahreszeit ins Gepäck.
Auf den Strassen hört man weit mehr als Englisch. Über 300 Sprachen werden in der Stadt gesprochen. Bei der Volkszählung 2021 gaben 78,4 Prozent der Einwohner Englisch als Muttersprache an. Die häufigsten anderen Sprachen waren Rumänisch, Spanisch, Polnisch, Bengalisch und Portugiesisch.
Orte
Zehn Orte zeigen, wie London über die Jahrhunderte gewachsen ist, von der normannischen Burg bis zum Riesenrad.
Tower of London
Der Tower steht am Nordufer der Themse, am östlichen Rand der City. Er ist weniger eine einzelne Burg als eine Anlage aus Mauern, Höfen und Türmen. Seinen Namen gab ihr der White Tower, ein steinerner Bergfried, der als der älteste seiner Art in England gilt. Wilhelm der Eroberer liess ihn bauen. Die Arbeiten werden meist auf 1078 datiert, ganz sicher ist das nicht. An der Südseite ist der Turm rund 27 Meter hoch, ab 1240 wurde er weiss gekalkt.
Im Lauf der Jahrhunderte diente die Anlage als Residenz, Waffenkammer, Schatzkammer, Münzstätte, Archiv und Gefängnis. Als Haftort erreichte sie ihre Bedeutung im 16. und 17. Jahrhundert. Vor dem 20. Jahrhundert fanden innerhalb der Mauern, auf Tower Green, sieben Hinrichtungen statt, auf dem nahen Tower Hill rund 112 in 400 Jahren. Auch eine Menagerie gab es: Die ersten Tiere hielt wohl König Johann, nach 1830 wurde sie aufgelöst, 1835 verliessen die letzten Tiere den Tower. Seit 1988 ist die Anlage Welterbe.
Zu sehen sind vor allem die Kronjuwelen. Wahrscheinlich werden sie seit Heinrich III. im Tower verwahrt, öffentlich gezeigt werden sie seit 1669, seit 1994 im Jewel House im Waterloo Block. Dazu kommen die Raben, von denen mindestens sechs gehalten werden und die ein Yeoman Warder als Ravenmaster betreut. Der Überlieferung nach fällt das Königreich, wenn sie den Tower verlassen. Die Yeoman Warders, im Volksmund Beefeaters, führen durch die Anlage. Verwaltet wird der Tower von der Stiftung Historic Royal Palaces. Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich, sie sollten vor dem Besuch auf der offiziellen Seite geprüft werden. 2025 zählte der Tower rund 2,8 Millionen Besucher und gehört damit zu den zehn meistbesuchten Attraktionen des Landes.
Tower Bridge
Die Tower Bridge wird oft für die London Bridge gehalten, die rund 800 Meter flussaufwärts liegt. Gebaut wurde sie von 1886 bis 1894, eröffnet am 30. Juni 1894. Der Entwurf stammt von Horace Jones. Nach seinem Tod 1887 übernahm John Wolfe Barry die Leitung. Die Brücke musste zwei Dinge leisten: Fussgänger und Fuhrwerke über die Themse bringen und gleichzeitig hohen Schiffen den Weg in den Hafen oberhalb des Towers offen halten. Die zunächst geplante Backsteinfassade ersetzte man später durch eine gotische Verkleidung. Eine verbreitete Anekdote erzählt, ein amerikanischer Käufer der London Bridge habe in Wahrheit die Tower Bridge erwerben wollen. Der Käufer bestritt das, auch der Verkäufer widerlegte es.
Die Lösung ist eine Klappbrücke. Die Mittelöffnung misst 200 Fuss, gut 60 Meter, und besteht aus zwei Klappen, die sich auf je 100 Fuss anheben lassen. Die beiden Türme sind etwa 65 Meter hoch, die gesamte Brücke einschliesslich der Auffahrten ist rund 290 Meter lang. Ursprünglich trieben Dampfmaschinen eine hydraulische Anlage an, 1974 wurde sie weitgehend durch ein elektrohydraulisches System ersetzt. Heute öffnet sich die Brücke etwa tausendmal im Jahr, Schiffe müssen sich 24 Stunden vorher anmelden. Im ersten Jahr waren es noch rund 17 Hebungen pro Tag.
Zwischen den Türmen verlaufen Fussgängerstege in grosser Höhe. Sie wurden 1910 wegen Kriminalität geschlossen und 1982 als Teil der Ausstellung zur Brücke wieder geöffnet. Seit 2014 gibt es dort Glasböden. Seit der Neulackierung 2008 ist die Brücke wieder blau-weiss, 1977 hatte man sie zeitweise in Rot, Weiss und Blau gestrichen. Die Ausstellung im Innern erklärt die Technik. Wann die Brücke geöffnet wird, lässt sich auf der Internetseite der Brücke nachlesen.
Westminster: Parlament, Big Ben und Abbey
Der Palace of Westminster am Themseufer ist Sitz beider Kammern des britischen Parlaments. Der älteste erhaltene Teil ist die Westminster Hall von 1097. Der Rest ging am 16. Oktober 1834 in einem Brand verloren. Charles Barry gewann den Wettbewerb für den Neubau, Augustus Pugin entwarf viele Details. Die Bauarbeiten begannen 1840 und dauerten etwa 30 Jahre. Das Unterhaus wurde im Mai 1941 bei einem Luftangriff zerstört und 1950 wiedereöffnet. Westminster Hall überstand sowohl den Brand von 1834 als auch die Bomben von 1941. Seit 1970 ist der Palast als Grade I denkmalgeschützt, die Erweiterung des Welterbes folgte 2008.
Der Uhrturm heisst seit 2012, dem Jahr des Diamantenen Jubiläums von Elizabeth II., Elizabeth Tower. Er ist etwa 96 Meter hoch, die Uhr läuft seit 1859. Big Ben ist genau genommen nicht der Turm, sondern die grösste Glocke darin, mit 13,8 Tonnen. Der höhere Victoria Tower misst 98,5 Meter. Seit 1987 ist der Komplex mit der Abbey und der Kirche St Margaret's Welterbe. Seit 2018 wird über eine umfassende Sanierung diskutiert, bei der die Abgeordneten ausziehen müssten. Ein beschlossener Plan lag Anfang 2026 nicht vor.
Die Westminster Abbey gleich daneben ist die Krönungskirche. Edward der Bekenner liess hier eine Kirche bauen, sie wurde am 28. Dezember 1065 geweiht. Die heutige gotische Kirche begann Heinrich III. 1245. Seit Wilhelm dem Eroberer 1066 wurden hier 40 Monarchen gekrönt, mindestens 16 königliche Hochzeiten fanden statt. Die Kapelle Heinrichs VII. entstand zwischen 1503 und 1509. Mehr als 3300 Menschen sind in der Abbey bestattet oder dort gewürdigt, darunter Isaac Newton und Charles Darwin. Im Poets' Corner liegt Geoffrey Chaucer. Seit 1920 erinnert ein Grab beim Hauptportal an den Unbekannten Soldaten.
Buckingham Palace
Buckingham Palace ist die Londoner Residenz des Monarchen und Schauplatz von Staatsbesuchen und Empfängen. Begonnen hat das Gebäude 1703 als Buckingham House, gebaut für den Duke of Buckingham and Normanby nach Plänen von William Winde. 1761 kaufte es Georg III. als Privathaus für Königin Charlotte. Es hiess dann Queen's House. Ab 1826 baute John Nash es zum Palast um.
Queen Victoria zog 1837 als erste Monarchin ein. Die Ostfront, die man vom Platz davor sieht, ist jünger, als sie wirkt: Aston Webb gab ihr 1913 die heutige Gestalt aus Portlandstein. Auf dem Balkon dieser Fassade zeigt sich die königliche Familie bei grossen Anlässen, so am 8. Mai 1945, dem Tag des Sieges in Europa. Der Palast hat 775 Zimmer. Zu ihm gehört ein Garten von 39 Acres, rund 16 Hektar, der grösste private Garten Londons.
Die State Rooms, die Prunkräume des Palasts, sind seit 1993 für Besucher geöffnet, während des grössten Teils des Sommers und an einzelnen Tagen im Winter und Frühling. Das Programm ist begrenzt, Tickets sollte man im Voraus über die offizielle Seite klären. Die Wachablösung findet laut Betreiber von April bis Juli täglich statt, in den übrigen Monaten jeden zweiten Tag. Termine können sich ändern. Neben dem Palast liegen die King's Gallery, 1962 eröffnet, mit Wechselausstellungen sowie die Royal Mews, ein Bau von Nash, in dem die königlichen Kutschen stehen, darunter die Gold State Coach. Die King's Gallery steht an der Stelle einer Kapelle, die im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.
British Museum
Das British Museum wurde 1753 per Gesetz gegründet. Den Kern bildete die Sammlung des Arztes Sir Hans Sloane, die er der Nation für 20 000 Pfund vermachte, weit unter ihrem Wert. Am 15. Januar 1759 öffnete das Museum im Montagu House, einem Herrenhaus an der heutigen Stelle. Das jetzige Gebäude entwarf Robert Smirke. Der Ostflügel entstand von 1823 bis 1828, der Südflügel war 1847 fertig. Sein Bruder Sydney Smirke baute den runden Lesesaal, der 1857 eröffnet wurde.
Mitten im Gebäude liegt der Great Court, der im Dezember 2000 eröffnet wurde. Er gilt als der grösste überdachte Platz Europas. Im Lesesaal, der 1997 mit dem Umzug der British Library nach St Pancras schloss, arbeiteten früher Gelehrte und Schriftsteller. Die Sammlung umfasst viele Millionen Objekte, über die genaue Zahl gehen die Angaben auseinander. Der Eintritt in die ständige Sammlung ist frei, wie bei allen nationalen Museen Grossbritanniens. Für Sonderausstellungen gelten andere Regeln.
Zu den bekanntesten Stücken zählt der Stein von Rosette, den Georg III. dem Museum 1802 übergab. Die Skulpturen vom Parthenon, nach Lord Elgin auch Elgin Marbles genannt, kamen 1816 ins Haus. Beide Bestände sind Gegenstand lang laufender Rückgabeforderungen, die Frage bleibt umstritten. 2025 zählte das Museum 6,4 Millionen Besucher und war damit nach dem Natural History Museum die zweitbesuchteste Attraktion des Landes. An einem Besuch lassen sich nur einzelne Abteilungen sehen, es lohnt sich, vorher eine Auswahl zu treffen. Die Parthenon-Skulpturen stehen in der Duveen Gallery, deren Bau 1938 fertig war, 1940 beschädigt wurde und 1962 wiederöffnete. Der runde Lesesaal heisst heute Walter and Leonore Annenberg Centre.
St Paul's Cathedral
St Paul's ist die Kathedrale der Londoner City, und ihre Kuppel prägt die Silhouette der Stadt. Die Geschichte des Ortes beginnt weit früher als der heutige Bau: Eine erste Kirche wurde hier im Jahr 604 dem heiligen Paulus geweiht. Nach einem Brand 1087 begannen die Normannen die vierte Kathedrale, die 1240 geweiht wurde. Das Grosse Feuer vom September 1666 zerstörte sie, und man entschloss sich zu einem Neubau.
Christopher Wren erhielt den Entwurf am 30. Juli 1669. Der erste Stein wurde im Juni 1675 gesetzt, der Bau dauerte bis 1710. Die Kirche wurde bereits 1697 geweiht, der letzte Stein der Laterne am 26. Oktober 1708 gesetzt. Die Kuppel ist mit dem Kreuz 111 Meter hoch. Von 1710 bis 1963 war St Paul's das höchste Gebäude Londons. Im Zweiten Weltkrieg überstand die Kathedrale mehrere Treffer. Am 10. Oktober 1940 zerstörte eine Bombe den Hochaltar. Herbert Masons Foto «St Paul's Survives» vom 29. Dezember 1940 zeigt die Kuppel im Rauch. Am 12. September 1940 entschärfte ein Team der Royal Engineers unter Robert Davies eine Bombe mit Zeitzünder, Davies erhielt das George Cross. Dankgottesdienste zu Jubiläen fanden unter anderem 1897 für Queen Victoria, 1977 und 2022 für Elizabeth II. statt.
Im Innern führt eine Treppe mit 259 Stufen zur Whispering Gallery, 30 Meter über dem Boden, wo ein Flüstern an der Wand auf der gegenüberliegenden Seite zu hören sein soll. Weiter oben liegt die Golden Gallery. In der Krypta ruhen Wren, der als Erster 1723 dort beigesetzt wurde, sowie Nelson und der Duke of Wellington. St Paul's war Schauplatz von Staatsbegräbnissen, etwa für Nelson 1806, Wellington 1852 und Churchill 1965, und 1981 der Hochzeit von Prinz Charles und Lady Diana Spencer. Der Kathedralbetrieb geht vor, Besuche sind zu Gottesdienstzeiten eingeschränkt.
London Eye und South Bank
Das London Eye steht am Südufer der Themse im Stadtteil Lambeth, zwischen Westminster Bridge und Hungerford Bridge, neben dem County Hall. Es ist 135 Meter hoch, hat einen Durchmesser von 120 Metern und braucht für eine Umdrehung etwa 30 Minuten. Das Rad hält kaum an, die Fahrgäste steigen bei laufender Bewegung ein und aus. Es hat 32 verglaste Kapseln, nummeriert von 1 bis 33 ohne die 13, jede für bis zu 25 Personen. Jede Kapsel wiegt zehn Tonnen. Mehr als drei Millionen Menschen fahren jährlich mit, bis 2025 waren es über 85 Millionen. Die nächste U-Bahn-Station ist Waterloo.
Entworfen haben es David Marks und Julia Barfield, die die Idee 1993 hatten. Am 31. Dezember 1999 wurde es feierlich eröffnet, für das Publikum öffnete es am 9. März 2000. Zunächst war es als befristete Attraktion mit fünf Jahren Pacht gedacht, seit Juli 2002 ist es dauerhaft genehmigt. Bis 2006 war es das höchste Riesenrad der Welt, dann übertraf es der 160 Meter hohe Star of Nanchang in China.
Der Standort hat Geschichte. Am Südufer fand 1951 das Festival of Britain statt, das dem Viertel den Namen South Bank gab. Aus dieser Zeit blieb die Royal Festival Hall, heute Teil des Southbank Centre mit Queen Elizabeth Hall und Hayward Gallery. Daneben stehen das National Theatre und das BFI Southbank. Am Fluss entlang führt der Fussweg Queen's Walk. Wer ihn nach Osten geht, erreicht Bankside und den Oxo Tower. Die Fahrt mit dem Rad verlangt ein Ticket, das sich im Voraus buchen lässt, die Promenade am Ufer ist frei zugänglich.
National Gallery und Trafalgar Square
Die National Gallery besitzt über 2300 Gemälde, hauptsächlich aus der Zeit von der Mitte des 13. Jahrhunderts bis 1900. Gegründet wurde sie 1824, als der Staat 38 Bilder aus dem Besitz der Erben von John Julius Angerstein für 57 000 Pfund kaufte. Zuerst war die Sammlung in einem Haus an der Pall Mall untergebracht. Das heutige Gebäude am Trafalgar Square entwarf William Wilkins. Der Bau begann 1832, am 9. April 1838 wurde es für das Publikum geöffnet.
Der Eintritt in die Sammlung ist frei. Zu den bekannten Werken zählen Van Goghs «Sonnenblumen», die Bilder aus dem Vermächtnis von Turner und Leonardo da Vincis Kartonzeichnung der Heiligen Anna mit Maria und dem Kind. Der Sainsbury Wing von 1991, entworfen von Robert Venturi und Denise Scott Brown, beherbergt die Gemälde der Renaissance. Die Sammlung ist sehr gross, ein halber Tag reicht für einzelne Säle, nicht für alles.
Der Platz davor wurde um die Säule des Admirals Nelson angelegt. Die Nelson's Column ist samt Sockel 51,6 Meter hoch und wurde 1843 fertiggestellt, begonnen hatte man 1840. William Railton entwarf sie, Edward Hodges Baily schuf die Statue. Sie erinnert an Nelson, der 1805 in der Schlacht bei Trafalgar fiel. Die vier Bronzelöwen am Fuss kamen 1867 dazu. Der Trafalgar Square liegt im Stadtteil Westminster, der nächste Bahnhof ist Charing Cross. Er dient oft als Treffpunkt und als Ort für Kundgebungen und Feiern. Die Löwen entwarfen Edwin Landseer und Carlo Marochetti.
Greenwich
Maritime Greenwich steht seit 1997 auf der Welterbeliste, wegen der Dichte und Qualität seiner historischen Bauten. Das Gelände im Südosten Londons am Fluss vereint mehrere Gebäude, die für die Seefahrt und die Wissenschaft Englands wichtig waren. Das Queen's House von Inigo Jones gilt als das erste palladianische Gebäude Englands. Das Old Royal Naval College entwarf Christopher Wren. In den früheren Gebäuden des Greenwich Hospital war von 1873 bis 1998 das Royal Naval College untergebracht.
Auf dem Hügel im Greenwich Park steht das Royal Observatory, das Karl II. gründen liess. Hier verläuft der Nullmeridian. Die Internationale Meridiankonferenz legte 1884 den Meridian von Greenwich als Nullpunkt der geografischen Länge fest. Auf Beobachtungen des Observatoriums beruhte auch die Greenwich Mean Time, die heute durch die koordinierte Weltzeit UTC abgelöst ist. Ein Zeitball am Observatorium fällt weiterhin täglich um 13 Uhr. Der Park ist ein Royal Park von etwa 183 Acres, rund 74 Hektar, im 17. Jahrhundert angelegt.
Am Ufer liegt die Cutty Sark, ein Teeklipper, der im Trockendock steht und 1957 für das Publikum geöffnet wurde. Im Mai 2007 zerstörte ein Brand einen Teil des Schiffs. Das National Maritime Museum eröffnete 1937 König Georg VI. in den Gebäuden einer früheren Schule. Für den Besuch sollte man mehr Zeit einplanen als für andere Orte der Stadt, denn die Stationen liegen auseinander, und der Weg zum Observatorium führt bergauf. Das Ensemble verbindet Barock von Wren, Palladianismus von Jones und einen Park aus dem 17. Jahrhundert.
Kew Gardens
Die Royal Botanic Gardens, Kew, liegen im Südwesten Londons im Borough Richmond upon Thames. Offiziell wurden sie 1759 gegründet, ihre Wurzeln liegen in einem Garten mit exotischen Pflanzen im früheren Kew Park. Seit Juli 2003 sind sie Welterbe. Die Fläche beträgt gut 120 Hektar, die UNESCO nennt etwas mehr. Kew ist zugleich Forschungsinstitut: Das Herbarium bewahrt mehrere Millionen getrocknete Pflanzenproben auf.
Das Palm House wurde von 1844 bis 1848 nach Plänen von Decimus Burton und Richard Turner gebaut. Es war der erste grosse Bau, bei dem Schmiedeeisen als tragende Struktur diente, und gilt als wichtigstes erhaltenes Glas-Eisen-Gebäude der viktorianischen Zeit. Das Temperate House hat doppelt so viel Grundfläche. Es wurde nach einer Restaurierung im Mai 2018 wiedereröffnet und ist das grösste erhaltene viktorianische Glashaus der Welt. Die lebenden Sammlungen umfassen rund 27 000 Taxa. Die Millennium Seed Bank gehört zu Kew und liegt in Wakehurst Place in Sussex, einem eigenen Kew-Standort.
Weitere Bauten setzen Akzente im Park. Die Great Pagoda von William Chambers wurde 1762 fertig und ist 50 Meter hoch. Kew Palace, um 1631 vom niederländischen Kaufmann Samuel Fortrey erbaut, ist der kleinste der britischen Königspaläste, später kaufte ihn Georg III. Er wird von Historic Royal Palaces getrennt von den Gärten verwaltet. Seit 2008 gibt es einen Baumwipfelpfad: 200 Meter lang und etwa 18 Meter über dem Boden. Das Gelände ist weitläufig, mit der U-Bahn oder der S-Bahn lässt sich Kew vom Zentrum aus erreichen. Die Jahreszeit bestimmt, was blüht, daher lohnt sich ein Blick in den aktuellen Pflanzkalender.