Palast, Inseln und Berge am Meer.
Mitteldalmatien verbindet Split mit dem Palast Diokletians, die Inseln Hvar, Brač und Vis und die Riviera unter dem Biokovo. Dahinter erheben sich Burgen und Schluchten.
Auf einen Blick
Griechen und Römer an der Küste
Griechische Siedler gründeten im 4. Jahrhundert v. Chr. Kolonien auf den Inseln. Auf Hvar entstand 384 v. Chr. Pharos, das heutige Stari Grad. Trogir geht auf das griechische Tragurion des 3. Jahrhunderts v. Chr. zurück, und Split hiess zuerst Aspálathos, nach den Quellen eine Gründung des 3. oder 2. Jahrhunderts v. Chr. Die Küste wurde später Teil der römischen Provinz Dalmatien, deren Hauptstadt Salona bei Split lag.
Kaiser Diokletian liess um 293 oder 295 seinen Alterssitz bei Salona bauen, der Bau war 305 vollendet. Nachdem Salona im Jahr 639 geplündert worden war, zogen Flüchtlinge in die Mauern des Palastes. Aus der Anlage wurde die Stadt Split. Auf Brač wurde der weisse Kalkstein für den Palast gebrochen.
Berge hinter der Küste
Hinter dem schmalen Küstenstreifen steigen kahle Kalkberge auf. Der Biokovo erreicht im Sveti Jure 1762 Meter und ist auf 196 Quadratkilometern als Naturpark geschützt. Auf Brač erhebt sich die Vidova gora, mit 780 Metern der höchste Punkt aller Adriainseln.
Das Landesinnere ist Karst, in dem sich Flüsse tief ins Gestein eingegraben haben. Die Cetina, 101 Kilometer lang, durchfliesst eine Schlucht und mündet bei Omiš ins Meer. Zwischen Gebirge und Meer bleibt wenig Raum, deshalb ziehen sich die Orte der Makarska-Riviera auf rund 60 Kilometern als schmales Band entlang der Küste. Die Festung Klis sitzt auf einem Pass zwischen den Bergen Mosor und Kozjak.
Venedig und die Osmanen
Venedig war an der mitteldalmatinischen Küste nacheinander präsent. Split stand zwischen 998 und 1420 zeitweise unter seinem Einfluss und von 1420 bis 1797 unter seiner Herrschaft. Hvar bat Venedig schon 1278 um Schutz und wurde zum Stützpunkt der venezianischen Flotte. 1571 plünderten die Osmanen auf dem Weg nach Lepanto die Stadt Hvar.
Die Osmanen standen im 16. und 17. Jahrhundert im Hinterland. Klis fiel am 12. März 1537, Makarska stand ab 1499 unter osmanischer Herrschaft, bis Venedig die Stadt 1646 zurückeroberte. Mit dem Ende der Republik 1797 kam die Küste an die Habsburger, 1805 zum napoleonischen Königreich Italien und nach 1813 wieder an Österreich.
Wein und Olivenöl
Auf den Inseln und an der Küste wachsen Reben und Olivenbäume auf steinigem Boden. Auf Vis ist die weisse Rebe Vugava heimisch, auf Šolta der rote Dobričić, den DNA-Analysen mit dem amerikanischen Zinfandel verbinden. Auf Brač ist der Sirup Varenik aus einer lokalen Traubensorte geschützt, das Olivenöl der Insel trägt eine geschützte Ursprungsbezeichnung.
Auf Hvar gehört die Stari Grad Plain zum Welterbe. Griechische Siedler teilten die Ebene im 4. Jahrhundert v. Chr. in Parzellen auf, die UNESCO zählt 75 davon mit je rund 16 Hektar, bis heute nutzt man sie für Reben und Oliven. Hvar zählt zudem über 2700 Sonnenstunden im Jahr.
Orte
Neun Orte zeigen Mitteldalmatien von Split und Trogir über die Inseln bis zur Riviera und zu den Burgen im Hinterland.
Split
Split ist mit 160’577 Einwohnern (2021) die zweitgrösste Stadt Kroatiens, im Grossraum leben rund 310’000 Menschen. Den Kern der Altstadt bildet der Palast des römischen Kaisers Diokletian, begonnen um 293 oder 295 und 305 vollendet. Er wurde als Alterssitz gebaut und war zugleich ein befestigtes Lager. Der Hauptzugang ist das Goldene Tor. Unter dem Palast liegen gewölbte Kellerräume, in denen heute Läden und Marktstände stehen. Seit 1979 gehört die historische Altstadt zum Welterbe der UNESCO. Im Palast leben nach manchen Angaben rund 3000 Menschen.
Zentrum der Anlage ist der Peristyl, der Zeremonienplatz des Palastes. Der Jupitertempel wurde im 6. Jahrhundert zum Baptisterium umgewandelt. Das Mausoleum des Kaisers dient heute als Kathedrale des heiligen Domnius, es wurde um 650 geweiht, mit Reliquien aus dem nahen Salona. Der Glockenturm ist 57 Meter hoch. Der Platz Pjaca, früher Platz des heiligen Laurentius, wird erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt. In der Altstadt steht die Statue des Bischofs Gregor von Nin, der sich für das Kroatische als Kirchensprache einsetzte. Wer ihre Zehe berührt, soll einen Wunsch erfüllt bekommen.
Venedig herrschte von 1420 bis 1797 über die Stadt. Danach kam sie an die Habsburger, 1805 zum napoleonischen Königreich Italien und nach 1813 an Österreich. Die Prokurative, auch Platz der Republik genannt, haben Arkaden im Stil der Neorenaissance. Westlich der Altstadt ragt die Halbinsel Marjan 178 Meter hoch auf, mit Wald, Park und kleinen mittelalterlichen Kirchen. Dort steht auch die Galerie Meštrović, einst die Villa des Bildhauers Ivan Meštrović.
Das Fussballstadion Poljud ist die Heimat von Hajduk Split, der 1911 gegründet wurde. In der Bucht Bačvice wird Picigin gespielt, ein Ballspiel im seichten Wasser, das Studenten 1908 aus Prag mitgebracht haben sollen. Der Hafen verbindet die Stadt mit Brač, Hvar und Vis.
Trogir
Die Altstadt von Trogir liegt auf einer kleinen Insel zwischen dem Festland und der Insel Čiovo. Griechische Siedler gründeten hier im 3. Jahrhundert v. Chr. Tragurion. Ab 1420 stand der Ort unter Venedig, bis 1797. Die UNESCO nahm die Altstadt 1997 ins Welterbe auf, die Begründung verweist auf das mittelalterliche Stadtbild und auf Bauten aus mehreren Epochen, die sich erhalten haben.
Die Kathedrale des heiligen Laurentius steht auf den Fundamenten einer frühchristlichen Kirche, die 1123 bei einem Überfall der Sarazenen zerstört wurde. Der Bau begann 1213 und zog sich bis ins 17. Jahrhundert hin, der grösste Teil entstand im 13. Jahrhundert. Das Hauptportal schuf Meister Radovan, es ist 1240 signiert. Im oberen Teil zeigt es Szenen aus dem Leben Christi, an den Türpfosten Arbeiten der Jahreszeiten, exotische Tiere, Kentauren und Meerjungfrauen. Daneben stehen Adam und Eva auf dem Rücken zweier Löwen.
Der Glockenturm ist 47 Meter hoch. Der erste Stock entstand im Stil der Gotik, wurde 1420 von den Venezianern abgetragen und später wieder aufgebaut. Das letzte Geschoss baute Trifun Bokanić zwischen 1575 und 1609. Vier Statuen am oberen Ende stammen von Alessandro Vittoria. Von zwei geplanten Türmen wurde nur der südliche errichtet. Die Kathedrale trägt auch den Namen des Bischofs Johannes, der 1111 starb. Das Baptisterium kam um 1467 hinzu, gebaut von Andrija Aleši.
Im Inneren der Kathedrale liegt der Grabstein von Mladen III. Šubić von Bribir. Zur Altstadt gehören ausserdem die Festung Kamerlengo und die Paläste des Adels, darunter die der Familie Cipiko, die Venedig und die Stadt prägten.
Hvar
Hvar ist rund 68 Kilometer lang und 297 Quadratkilometer gross, 10’678 Menschen leben auf der Insel. Die Stadt Hvar zählte 2021 3’979 Einwohner. Griechische Kolonisten gründeten 384 v. Chr. Pharos im heutigen Stari Grad. Seit 2008 gehört die Stari Grad Plain zum Welterbe: Die Ebene wird seit der griechischen Zeit landwirtschaftlich genutzt, 75 Parzellen von jeweils etwa 16 Hektar sind erhalten. Die Insel zählt über 2700 Sonnenstunden im Jahr und ist von Split aus mit der Fähre in rund zwei Stunden erreichbar.
1278 baten die Inselbewohner Venedig um Schutz, die Stadt Hvar wurde zum Stützpunkt der venezianischen Flotte. Venedig herrschte von 1278 bis 1358 und von 1420 bis 1797. 1571 plünderten die Osmanen die Stadt auf dem Weg nach Lepanto, nur die Festung rettete die Bewohner. 1579 beschädigte eine Pulverexplosion nach einem Blitzschlag Festung und Häuser. Die heutige Festung Španjola entstand danach, die Anlage Napoleon auf dem Hügel im Nordosten wurde 1811 gebaut.
Die Pjaca ist mit 4500 Quadratmetern der grösste Platz Dalmatiens. Das Pflaster wurde 1780 vollendet, nachdem man die Bucht aufgefüllt hatte. In der Mitte steht ein Brunnen von 1520. An der Ostseite erhebt sich die Kathedrale des heiligen Stephan mit elf barocken Altären venezianischer Künstler. Im Arsenal, dessen heutige Form von 1579 bis 1611 entstand, eröffnete 1612 das Theater, eines der ältesten erhaltenen Theater Europas. Auf der Landzunge im Süden steht das Franziskanerkloster, wo der Dichter Hanibal Lucić begraben ist.
In Stari Grad steht der Tvrdalj, die befestigte Residenz des Dichters Petar Hektorović, mit einem Fischteich im Hof.
Brač
Brač ist mit 396 Quadratkilometern die grösste Insel Dalmatiens und die drittgrösste der Adria, 2021 lebten 13’931 Menschen dort. Der grösste Ort ist Supetar mit rund 3300 Einwohnern, seit 1827 Verwaltungszentrum. Die Höhle Kopačina bei Donji Humac enthält Funde aus dem 12. Jahrtausend v. Chr. Die Griechen nannten die Insel Elaphousa. Venedig herrschte mehr als vier Jahrhunderte lang bis 1797, am 18. September 1944 war die Insel von der deutschen Besatzung befreit.
Höchster Punkt ist die Vidova gora mit 780 Metern, andere Quellen nennen 778. Es ist der höchste Punkt aller Adriainseln. Bol an der Südküste ist bekannt für den Strand Zlatni Rat, das «Goldene Horn». Die Kiesspitze verändert ihre Form mit Wind und Strömung, 2015 massen die beiden Seiten 377 und 479 Meter. Die Spitze weicht je nach Windrichtung nach Osten oder Westen aus.
Der weisse Kalkstein von Brač wurde für den Diokletianpalast in Split gebrochen, der von 295 bis 305 gebaut wurde. Er soll auch im Weissen Haus verwendet worden sein, zudem im Banovina-Palast in Novi Sad und im kanadischen Vimy-Denkmal. In Pučišća steht die Steinmetzschule der Insel. Bis heute wird in den Steinbrüchen gearbeitet.
Das Olivenöl der Insel trägt eine geschützte Ursprungsbezeichnung. Milna ist für ihren Yachthafen bekannt, Postira ist ein Küstenort, der im 16. Jahrhundert entstand. Škrip im Inselinneren gilt als ältester noch bestehender Ort auf Brač. Die Einsiedelei Blaca und die Drachenhöhle Drakonjina špilja bei Murvica gehören zu den Sehenswürdigkeiten, der Flughafen der Insel ist der grösste der Inseln um Split. 2018 kamen rund 244’000 Gäste, das erste Luxushotel, das Grand Hotel Elaphusa, eröffnete 1971.
Vis
Vis ist die am weitesten vom Festland entfernte bewohnte Insel Kroatiens. Die Fähre von Split braucht rund zweieinhalb Stunden, der Katamaran etwa anderthalb. Die Insel zählt 3313 Einwohner. Griechische Siedler gründeten hier im 4. Jahrhundert v. Chr. die Kolonie Issa, deren Nekropole in der Stadt Vis liegt. 1866 besiegte die österreichische Flotte bei Lissa die italienische. Fort George, die Fortica, stammt aus der Zeit der britischen Herrschaft.
Die Insel war bis in die späten 1980er-Jahre ein Militärstützpunkt, den Touristen nicht betreten durften, die Quellen nennen 1989. Von dieser Zeit zeugen die Kaserne Vela Glava, Kanonenstellungen auf dem Kap Stupišće und ein Tunnel zum Meer in der Bucht Parja. Auch Titos Höhle gehört dazu, in der sich der jugoslawische Staatschef im Zweiten Weltkrieg versteckt haben soll. Vela Smokova hat Reste eines Flugzeugflügels aus dem Zweiten Weltkrieg, rund 100 Meter vom Ufer entfernt im Wasser.
Die Stadt Vis liegt im Nordosten und hat Landhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert, das Gariboldi- und das Jakša-Haus. Komiža an der Westseite liegt am Fuss des Hum, der 600 Meter über dem Ort aufragt. Früher lebte der Ort vom Fischfang. Das Fischereimuseum befindet sich in einem venezianischen Turm des 16. Jahrhunderts. Von Komiža erreicht man Biševo in einer Viertelstunde mit dem Boot.
Die Blaue Grotte auf Biševo ist 24 Meter lang. Früher gelangte man nur durch einen Unterwassereingang hinein, seit dem späten 19. Jahrhundert, nach Angaben von 1884, auch mit Booten. Der Strand Stiniva liegt zwischen hohen Felsen und ist nur mit dem Boot oder zu Fuss zugänglich. Die Rebe Vugava ist die einheimische Weinsorte. 2017 wurden Teile von «Mamma Mia! Here We Go Again» auf Vis gedreht.
Makarska-Riviera
Die Makarska-Riviera ist rund 60 Kilometer lang und mehrere Kilometer breit. Sie liegt am Fuss des Biokovo, des zweithöchsten Gebirges Kroatiens. Der Sveti Jure erreicht 1762 Meter, der Naturpark umfasst 196 Quadratkilometer. Das Klima ist sonnig, die Strände bestehen aus Kies. Die Orte reihen sich von Nordwesten nach Südosten aneinander: Brela, Baška Voda, Promajna, Krvavica, Bratuš, Bast, Makarska, Tučepi, Podgora, Drašnice, Igrane, Živogošće, Drvenik, Zaostrog, Podaca, Brist und Gradac.
Makarska ist mit 13’301 Einwohnern der grösste Ort und gilt als Zentrum der Region. Ab 1499 stand die Stadt unter osmanischer Herrschaft, 1646 eroberte Venedig sie zurück. Der Hauptplatz erhielt sein heutiges Aussehen Anfang des 18. Jahrhunderts, als die Kathedrale des heiligen Markus fertig wurde. Das Denkmal für Andrija Kačić Miošić schuf der Bildhauer Ivan Rendić 1890. Im alten Teil des Franziskanerklosters zeigt das Muschelmuseum seit 1963 Schnecken und Muscheln aus der Adria und anderen Meeren, es geht auf Pater Jure Radić zurück. Er gründete auch den botanischen Garten Kotišina am Biokovo, mit über 300 wild wachsenden Pflanzenarten.
Die Orte der Riviera haben jeweils eigene Anziehungspunkte. In Brela hält der Strand Punta Rata seit 1997 die Blaue Flagge, an seiner Westseite steht der Brela-Felsen. In Tučepi baute man 1950 das Hotel Jadran, das erste Hotel Jugoslawiens nach dem Zweiten Weltkrieg, dazu stehen drei barocke Sommerhäuser aus dem 18. Jahrhundert, darunter das Kaštelet. Das Denkmal «Möwenflügel» in Podgora, über 20 Meter hoch, weihte Tito 1962 ein, zum zehnten Jahrestag der jugoslawischen Marine.
Baška Voda besitzt ein Muschelmuseum und eine archäologische Sammlung mit Funden bis 2000 v. Chr. Gradac im Südosten eröffnet die Kette der Strände und hat einen der längsten der Küste. Ein privates ethnografisches Museum steht im Haus der Familie Andrijašević, zu dem ein Arboretum mit rund 200 Pflanzenarten gehört.
Omiš und Cetina
Omiš liegt dort, wo die Cetina ins Adriatische Meer mündet, rund 25 Kilometer südöstlich von Split. Die Gemeinde zählte 2021 14’139 Einwohner. Die Omiški gusari, die Korsaren von Almissa, bauten schnelle Schiffe, die nach einem Angriff in die Mündung der Cetina zurückkehren konnten. Unter den Herzögen Kačić kontrollierten sie im 12. und 13. Jahrhundert die Adria zwischen Split und Dubrovnik und verlangten eine Gebühr für die sichere Durchfahrt. Verbündete waren die Bewohner von Poljica, einem autonomen Gebiet, dessen Entstehung spätestens im 13. Jahrhundert begann und das bis ins frühe 19. Jahrhundert bestand. Es umfasste 250 Quadratkilometer.
Über der Stadt steht die Festung Mirabella, auch Peovica genannt, aus dem 13. Jahrhundert, mit sechs Ebenen. Weiter oben liegt die Festung Starigrad, die Fortica, über 500 Jahre alt, gebaut zur Abwehr der Türken. Ende des 15. Jahrhunderts kam die Stadt unter venezianische Herrschaft, der Name wurde zu Almissa. Weitere Bauten sind die Renaissancekirche des Heiligen Geistes aus dem 15. Jahrhundert, die Pfarrkirche aus dem 17. Jahrhundert und die Kirche des heiligen Peter in Priko aus dem 10. Jahrhundert.
Die Cetina ist der grösste dalmatinische Fluss, nach Wikipedia 101 Kilometer, nach anderen Quellen 105 Kilometer lang. Ihr Canyon ist von der Mündung rund 8 Kilometer flussaufwärts als bedeutende Landschaft geschützt. Die Grosse Gubavica ist 48 Meter hoch, die Kleine 7 Meter. Man erreicht sie auf einer Canyoning-Tour. In Omiš gibt es zudem Rafting, Zipline und Klettern.
Das Festival dalmatinischer Klapa wurde 1967 gegründet und ist der Höhepunkt des Sommers, a cappella singende Gruppen treten auf. Der Stadtstrand Punta ist 400 Meter lang und trägt die Blaue Flagge.
Klis
Die Festung Klis liegt auf 360 Metern Höhe über dem Dorf Klis, rund 11 Kilometer vom Meer entfernt, nordöstlich von Split. Sie sperrt einen Pass zwischen den Bergen Mosor und Kozjak. Wahrscheinlich geht die Anlage auf das 3. Jahrhundert v. Chr. zurück, als die illyrischen Delmater hier eine Festung hielten. Im Jahr 9 n. Chr. fielen sie endgültig an die Römer, die den Ort Andetrium nannten. Augustus belagerte ihn beim illyrischen Aufstand.
Im Mittelalter war Klis ein Sitz kroatischer Herrscher. Herzog Mislav (835 bis 845) machte die Burg zum Sitz, Herzog Trpimir I. baute sie aus und gründete in Rižinice das erste Benediktinerkloster Kroatiens. Unter König Tomislav waren Klis und Biograd die wichtigsten Residenzen.
Petar Kružić, genannt Fürst von Klis, verteidigte die Burg mehr als ein Vierteljahrhundert lang gegen die Osmanen. Am 12. März 1537 ergaben sich die Verteidiger, nachdem Kružić gefangen und hingerichtet worden war. 1596 besetzten Uskoken die Burg kurz, die Osmanen nahmen sie im selben Jahr zurück. Venedig eroberte sie, nach einer Angabe 1648 unter Leonardo Foscolo, nach einer anderen 1669, und hielt sie bis 1797. Das heutige Aussehen stammt überwiegend vom Umbau im 17. Jahrhundert.
Die Anlage hat drei lange Verteidigungslinien mit drei Steinmauern rund um ein Zentrum und drei ummauerte Teile mit eigenen Eingängen. In einem ehemaligen österreichischen Zeughaus zeigt ein Museum Waffen, Rüstungen und Uniformen. Der Verein Kliški uskoci hat die Burg als Ziel für Besucher erschlossen. Klis diente in der Serie «Game of Thrones» als Meereen, 1972 wurde dort auch der Film «Eagle in a Cage» gedreht.
Šolta
Šolta ist 58,98 Quadratkilometer gross und liegt vor Split, vom Festland trennt sie der Split-Kanal. 2021 lebten dort 1975 Menschen, 2011 waren es 1700. Höchster Punkt ist die Vela Straža, im Text 236 Meter hoch, in der Infobox 238. Rogač ist der Haupthafen. Grohote ist mit 449 Einwohnern (2011) die grösste Siedlung und liegt im Inneren. Dort wurde 1874 eine Telegrafenstation eröffnet.
Maslinica ist das wichtigste Fischereizentrum der Insel und ist nur nordwestlichen Winden ausgesetzt, was kleinen Booten Schutz bietet. In österreichisch-ungarischer Zeit hiess der Ort Porto Olivetto. Gornje Selo, damals Villa Superior, zählte 238 Einwohner. Nečujam an der Nordostküste mit seiner grossen Bucht ist das Zentrum des Tourismus. Daneben gibt es Donje Selo mit 159 Einwohnern, Srednje Selo mit 104 und Stomorska mit 245 (alle 2011). Rogač zählte 126, Nečujam 171 und Maslinica 208 Einwohner.
Die Landwirtschaft lebt von Reben, Oliven, Obst und Fischerei, dazu kommt der Tourismus als wichtige Einnahmequelle. Weinbau gibt es auf der Insel seit der Antike. Die bekannteste rote Sorte ist Dobričić, die DNA-Analysen mit dem amerikanischen Zinfandel verbinden. Pietro degli Alberti erhielt 1873 auf der Weltausstellung in Wien einen Ehrenpreis und 1882 in Triest eine Goldmedaille. Die Splitter Adelsfamilie des Humanisten Marko Marulić (1450 bis 1524), der als Vater der kroatischen Literatur gilt, lebte zeitweise auf Šolta und gehörte zu den Ersten, die Dobričić intensiv anbauten.
Im Zweiten Weltkrieg besetzte Italien die Insel im April 1941, nach dem Waffenstillstand im September 1943 übernahm Deutschland. Im März und April 1944 gab es zwei britisch-amerikanische Kommandoangriffe.