Fürstentum

Monaco

Ein Fürstentum auf gut zwei Quadratkilometern: Felsen mit Palast, Hafen voller Yachten, Casino der Belle Époque und ein Garten voller Kakteen am Hang. Eine Auswahl für Reisende mit Zeit zum Gehen.

Auf einen Blick

LandFürstentum Monaco (Stadtstaat an der Côte d'Azur)
Flächerund 2 km²
Einwohnerrund 39’000
SpracheFranzösisch (Amtssprache), Monegassisch, Italienisch und Englisch verbreitet
WährungEuro

Ein Felsen am Meer

Monaco liegt eingeklemmt zwischen Berg und Mittelmeer, und fast alles lässt sich zu Fuss erreichen. Der Felsen von Monaco-Ville trägt Palast, Kathedrale und Museum, darunter liegen Hafen und Viertel La Condamine.

Vier Viertel, ein Spaziergang

Monaco-Ville, La Condamine, Monte-Carlo und der Garten am Hang bilden die Stationen dieser Auswahl. Der Weg führt vom Wasser hinauf, über Treppen, Rampen und Aussichtspunkte.

Ein Staat, so gross wie ein Park

Monaco ist nach dem Vatikan der zweitkleinste Staat der Welt: gut zwei Quadratkilometer und knapp 40’000 Einwohner, von denen nur ein kleiner Teil Monegassen sind. Gesprochen wird Französisch, daneben gibt es das Monegassische, eine Sprache, die dem Ligurischen ähnelt. Seit 1297 regiert dieselbe Familie, die Grimaldi. Der Überlieferung nach nahm François Grimaldi als Mönch verkleidet die Festung ein, daran erinnert das Wappen mit den zwei Mönchen mit Schwert. Heute ist Albert II. Fürst, seit 2005, sein Vater Rainier III. regierte von 1949 bis 2005.

Rainier heiratete 1956 die amerikanische Schauspielerin Grace Kelly, und die Hochzeit machte das Fürstentum weltberühmt. Die Fürstin starb 1982 bei einem Autounfall auf der Strasse oberhalb von La Turbie. Das Fürstentum ist unabhängig, mit Frankreich verbunden durch Verträge und Zollunion, und die Währung ist der Euro.

Spiel, Rennen und Oper

Monte-Carlo verdankt seinen Aufstieg dem Spiel. 1863 eröffnete das Casino, wenig später kam die Eisenbahn, und aus dem armen Landstrich wurde ein Ziel für Reiche. Charles Garnier, der auch die Pariser Oper baute, entwarf den Saal, der heute die Oper von Monte-Carlo ist. Einheimische dürfen im Casino nicht spielen, Besucher brauchen einen Ausweis und müssen volljährig sein.

Der Grand Prix findet seit 1929 durch die Strassen statt, jeden Mai, und für ein paar Tage wird die Stadt zur Rennstrecke. Die Kurven tragen Namen wie Sainte-Dévote, Casino oder Rascasse. In der übrigen Zeit sind Hafen und Promenade zum Flanieren da, und die Yachten, die dort liegen, werden mehr betrachtet als benutzt.

Wachwechsel, Aufzüge und Treppen

Vor dem Fürstenpalast findet täglich gegen Mittag der Wachwechsel statt, die genaue Zeit ist vor Ort zu prüfen. Monaco ist ein Fürstentum der Höhenunterschiede, und die Verwaltung hat darauf reagiert: Öffentliche Aufzüge und Rolltreppen verbinden die Ebenen, sie sind gratis und gut ausgeschildert. Wer mit dem Zug anreist, kommt in einem unterirdischen Bahnhof an, die Grenze zu Frankreich merkt man nicht.

Unterwegs und Reisezeit

Monaco war ein Halt auf dem Frankreich-Roadtrip, mitten im Frühling. Der Felsen lässt sich an einem Vormittag erkunden, der Rest des Tages gehört dem Hafen, dem Casino-Platz und dem Garten.

Unsere Reise

Orte in Monaco

Fürstenpalast und Le Rocher

Der Place du Palais öffnet sich auf der Spitze des Felsens von Monaco-Ville und gibt den Blick frei auf Hafen, Bucht und die Hochhäuser von Monte-Carlo. An der Brüstung stehen Kanonen, die Ludwig XIV. dem Fürstentum geschenkt haben soll und die bis heute zum Hafen zeigen. Dahinter erhebt sich der Palast mit Zinnen, Wachhäuschen und einer Fassade, in der sich mehrere Bauepochen überlagern. Er ist Sitz des regierenden Fürsten aus dem Haus Grimaldi und zugleich in Teilen für Besucher geöffnet.

Fürstenpalast und Le Rocher

Den Kern bildet eine genuesische Festung. Die Republik Genua hatte im 12. Jahrhundert die Küste gesichert und liess ab 1215 auf dem Felsen vier verbundene Türme errichten (manche Quellen nennen schon 1191 als Baubeginn). Die Grimaldi kamen im Januar 1297: Francesco Grimaldi, genannt Malizia, soll sich mit seinem Cousin Ranieri als Mönch verkleidet Einlass verschafft und die Festung genommen haben. Ob sich alles so zutrug, ist schwer zu belegen, doch das Wappen des Fürstentums zeigt bis heute zwei Mönche mit Schwertern als Schildhalter.

Aus der Festung wurde über Jahrhunderte eine Residenz. Im frühen 16. Jahrhundert fügte Lucien I. Gebäude hinzu, die heute zu den Staatsgemächern gehören, nachdem eine genuesische Belagerung 1506 Schäden hinterlassen hatte. Honoré II. liess im 17. Jahrhundert den Ehrenhof und die Galerie d'Hercule mit Fresken zu den Taten des Herkules gestalten und sammelte Werke von Tizian, Raffael und Rubens. 1793 wurde Monaco französisch, der Palast ausgeräumt und als Militärspital und Armenhaus genutzt. Seit 1814 regieren die Grimaldi wieder, und Karl III. liess im 19. Jahrhundert Türme und Räume im Stil der Neorenaissance umbauen.

Der heutige Rundgang beginnt in der Galerie d'Hercule und endet im Spiegelsaal, der Versailles nachempfunden ist. Im Thronsaal zeigt die Decke von Orazio de Ferrari Alexander den Grossen, im Roten Saal hängen Gemälde von Jan Brueghel dem Älteren, und das York-Zimmer erinnert an den Herzog von York, der hier 1767 starb. 2014 fanden Restauratoren unter späteren Farbschichten Renaissance-Fresken auf rund 600 Quadratmetern. Die Carabiniers, seit 1817 die Palastwache, lösen täglich um 11.55 Uhr auf dem Platz die Wache ab.

Rund um den Palast zieht sich Le Rocher, die Altstadt mit engen Gassen, kleinen Läden und Restaurants. Zu Fuss sind es nur wenige Minuten zur Kathedrale Notre-Dame-Immaculée mit den Gräbern der Fürsten und zum Ozeanografischen Museum am Felsabhang. Weit unten liegt der Hafen Hercule, jenseits des Beckens das Casino von Monte-Carlo. Die Autosammlung des Fürsten, rund 100 Fahrzeuge vom De Dion Bouton von 1903 bis zum Formel-1-Wagen, ist seit Juli 2022 in der Nähe des Nautischen Stadions in Fontvieille zu sehen.

Gut zu wissen: Der Palast soll jeweils von Oktober bis Ende März für Besucher geschlossen sein, und die Grossen Gemächer waren zuletzt wegen Restaurierung gesperrt (Wiedereröffnung für 2026 angekündigt). Öffnungszeiten und Preise daher vor Ort oder auf der offiziellen Seite prüfen. Audioguides gibt es in elf Sprachen. Die Wachablösung um 11.55 Uhr ist kurz, die Brüstung füllt sich früh. Die Gassen sind steil und gepflastert, der Zugang für Gehbehinderte ist im historischen Bau eingeschränkt. Mehr dazu im Reisebericht.

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Kathedrale Notre-Dame-Immaculée

Die Kathedrale Notre-Dame-Immaculée steht im südlichen Teil des Felsens, nahe den Jardins Saint-Martin, und hat keinen grossen Vorplatz. Die Fassade besteht aus weissem Stein aus den Brüchen von La Turbie, dem Dorf oberhalb der Küste. Drei Portale gehen auf die Strasse, darüber sitzen ein dreiteiliges Fenster und eine Rosette. Der neoromanische Bau misst rund 72 Meter in der Länge, 22 Meter in der Breite und 18 Meter in der Höhe.

Kathedrale Notre-Dame-Immaculée

Eine erste Kirche auf dem Felsen genehmigte Papst Innozenz IV. 1247. Die später errichtete Kirche Saint-Nicolas war 1321 fertig und wurde 1874 auf Anordnung von Fürst Karl III. abgebrochen. Den Grundstein segnete man am 6. Januar 1875, Architekt war Charles Lenormand. Die Bauzeit zog sich fast dreissig Jahre hin: Am 12. November 1903 galt das Werk als vollendet, feierlich geweiht wurde es am 11. Juni 1911. Der Hochaltar und der bischöfliche Thron sind aus Carrara-Marmor, im Chor findet sich Granit aus Biella, anderswo Porphyr aus dem Esterel und Granit aus den Vogesen.

Aus der alten Kirche stammen Werke, die den Neubau überdauerten. Das Altarbild des heiligen Nikolaus von 1500, gemalt vom Nizzaer Künstler Ludovico Brea, besteht aus achtzehn Tafeln. Dazu kommen eine Pietà des Kuraten Testa von 1505 und weitere Altarbilder aus der Werkstatt Breas. In der Gasse neben der Kathedrale hängt eine Glocke von 1484. Sie läutete 1641, als Honoré II. die spanische Garnison vertrieb. Eine Kapelle birgt die Reliquien der heiligen Devota, der Schutzpatronin von Fürstenhaus und Fürstentum.

Über Devota erzählt die Legende, die Märtyrerin sei im frühen 4. Jahrhundert auf Korsika gestorben, ihr Leichnam sei in einem Boot aufs Meer gelangt und eine Taube habe es an die Küste von Monaco geleitet. Ihr Fest am 27. Januar wird mit einem Pontifikalamt begangen, ebenso der Nationalfeiertag am 19. November. Im Chorumgang liegen die meisten verstorbenen Fürsten, darunter Honoré II., Karl III., Albert I. und Louis II. Dort ruhen auch Rainier III. und Fürstin Gracia Patricia, die Schauspielerin Grace Kelly, die 1956 in dieser Kirche heiratete.

Die Kathedrale ist Pfarrkirche und seit 1981 Sitz des Erzbistums Monaco. Die grosse Orgel auf der Empore wurde 1976 gebaut und von 2009 bis 2011 durch die belgische Firma Thomas umgebaut, sie hat vier Manuale, 79 Register und knapp 7000 Pfeifen. Die Maîtrise de la Cathédrale, 1904 gegründet, mit den Petits Chanteurs de Monaco, singt jeden Sonntag im Hochamt. Vom Portal aus sind es wenige Schritte zu den Jardins Saint-Martin und zum Ozeanografischen Museum, zum Fürstenpalast geht es durch die Altstadtgassen.

Gut zu wissen: Der Zutritt ist ausserhalb der Gottesdienste täglich frei, vorausgesetzt die Kleidung ist respektvoll (Schultern und Knie bedeckt). Feste Öffnungszeiten vor Ort prüfen. Beim Sonntagshochamt mit den Petits Chanteurs ist Besichtigen nur eingeschränkt möglich, ebenso an den Festtagen am 27. Januar und 19. November. Die Gräber im Chorumgang sind auch ausserhalb von Messen zugänglich. Fotografieren am besten ohne Blitz und leise. Mehr dazu im Reisebericht.

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Hafen Hercule

Der Port Hercule ist der Haupthafen des Fürstentums und liegt in einer Bucht zwischen dem Felsen von Monaco-Ville und dem Hang von Monte-Carlo, eingefasst vom Viertel La Condamine. Die heutige Anlage nahm 1901 Gestalt an, ihr Grundriss wurde 1926 fertig, und in den 1970er-Jahren wurde sie umfassend erneuert. 2010 ersetzte man feste Anlegestege durch drei schwimmende Betonpontons. Neben Motoryachten legen hier auch Ausflugsboote und kleinere Schiffe an, und über dem Becken ragt der Felsen mit dem Palast auf.

Hafen Hercule

Der Name verweist auf Herkules. Nach der Überlieferung stand auf dem Felsen ein Tempel des Gottes, der von Ligurern, Phokäern und Griechen verehrt wurde, und die Küste hiess Mono-ikos. Ob «mono» auf einen einzelnen Gott oder auf den allein lebenden Herkules zielt, ist unter Historikern umstritten. Im Fürstenpalast greift die Galerie d'Hercule mit ihren Fresken das Thema auf. Belegt ist, dass der Hafen schon um 300 v. Chr. genutzt wurde und Julius Caesar 50 v. Chr. hier vorbeikam.

Die Kais tragen Namen aus der Landesgeschichte. Der Quai de l'Hirondelle erinnert an das Forschungsschiff von Fürst Albert I., der Quai Antoine Ier an Antonio I., der von 1701 bis 1731 regierte, der Quai Rainier III. an den Fürsten, der 1956 Grace Kelly heiratete. Zur Hochzeit sahen Tausende von den Kais zu, und die Flitterwochen begannen an Bord der Yacht Deo Juvante II. Zum Konzert von Jean-Michel Jarre anlässlich der Hochzeit von Albert II. kamen 2011 rund 85 000 Zuschauer.

Die Strassen um das Becken gehören zur Strecke des Grand Prix, der seit 1929 in Monaco ausgetragen wird; das erste Rennen gewann damals William Grover-Williams auf Bugatti. Der Quai des États-Unis ist bekannt für eine lange Gerade und eine enge Kehre. In den Wochen vor dem Rennen entstehen Tribünen und Boxenanlagen, die das Bild der Promenade verändern, und wer dann kommt, läuft zwischen Leitplanken statt entlang der Terrassen. Im Herbst findet im Hafen die Monaco Yacht Show statt. Der Yacht Club de Monaco hat hier seinen Sitz.

Auch im Alltag ist der Hafen mehr als Kulisse. Am Vormittag lohnt der Markt auf der Place d'Armes in La Condamine, mit Obst- und Gemüseständen und Cafés im Marktgebäude. Am Hafen gibt es ein städtisches Freibad mit beheiztem Meerwasser, im Winter eine Eisbahn unter freiem Himmel und zum Jahreswechsel ein Weihnachtsdorf. Von hier führen Rampen und Treppen hinauf zum Fürstenpalast und zur Altstadt, in der Gegenrichtung steigt die Strasse zum Casino de Monte-Carlo an.

Gut zu wissen: Der Hafen ist flach und gut zu Fuss zu erkunden, die Wege hinauf zum Felsen sind steil. Während des Grand Prix, meist im späten Frühjahr, sind Teile der Hafenstrassen gesperrt oder umgebaut, Termine vor Ort oder offiziell prüfen. Dasselbe gilt für die Monaco Yacht Show im Herbst. Der Marktvormittag ist am ruhigsten. Die Yacht der Hochzeitsreise, die Deo Juvante II, ist im Ozeanografischen Museum in einer Ausstellung zu sehen. Mehr dazu im Reisebericht.

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Casino de Monte-Carlo

Das Casino von Monte-Carlo steht an der Place du Casino, zwischen Gärten, dem Hôtel de Paris und dem Café de Paris. Das Gebäude geht auf Charles Garnier zurück, den Architekten der Pariser Oper, der es 1878 und 1879 zusammen mit Jules Dutrou umgestaltete und erweiterte. Das Atrium ist direkt vom Platz aus zugänglich, links liegt die Bar, rechts der Eingang zu den Spielsälen. Kleine Terrassen und Gärten rahmen den Bau, und zur Seeseite fällt der Hang zum Meer ab. Das Hôtel de Paris, gebaut 1862, liegt gleich nebenan.

Casino de Monte-Carlo

Das erste Casino eröffnete am 14. Dezember 1856 als Provisorium in der Villa Bellevue in La Condamine. Von 1858 bis 1863 entstand an den Spélugues das feste Haus nach Plänen von Gobineau de la Bretonnerie. 1863 übernahm der Franzose François Blanc, zuvor Betreiber des Casinos von Bad Homburg, den Betrieb. Fürstin Caroline musste ihn zuerst überzeugen. Die Société des Bains de Mer wurde mit 15 Millionen Franken Kapital gegründet, die Konzession lief 50 Jahre bis 1913. Blanc setzte durch, dass die Spélugues nach Fürst Karl III. in Monte Carlo umbenannt wurden.

Garnier fügte einen Konzertsaal an, die spätere Salle Garnier, und gestaltete 1880 und 1881 den Trente-et-Quarante-Saal. Heute dient der Konzertsaal der Opéra de Monte-Carlo. Der Spielbetrieb brachte dem Fürstentum lange das meiste Geld: Zeitweise stammten über 95 Prozent der Staatseinnahmen aus dem Casino. Damit änderte sich eine Küste, an der zuvor wenig stand, und mit den Gästen kamen Hotels, Promenaden und Gärten.

Aus dieser Zeit stammen Anekdoten. 1873 gewann der Engländer Joseph Jagger viel Geld, indem er eine Unregelmässigkeit an einem der Roulettetische ausnutzte, und prägte so die Wendung vom «Sprengen der Bank von Monte Carlo». Das Music-Hall-Lied «The Man Who Broke the Bank at Monte Carlo» von 1892 geht wahrscheinlich auf Charles Wells zurück. Monegassische Staatsbürger dürfen die Spielsäle nicht betreten, ein Verbot, das Fürstin Caroline aus moralischen Gründen einführte. Für Filmszenen diente das Haus unter anderem für GoldenEye und Fast & Furious 5.

Heute lässt sich das Haus auch ohne Spiel besuchen. Das Atrium ist frei zugänglich, in die Salle Renaissance mit Spielautomaten kann man hineinsehen, und tagsüber gibt es geführte Rundgänge. In den Gärten fand 1921 das erste Treffen der Frauen-Olympiade statt. Hinter dem Casino führt der Weg bergauf zum Jardin Exotique, bergab geht es in wenigen Minuten zum Hafen Hercule, und über dem Becken ragt der Felsen mit dem Fürstenpalast auf.

Gut zu wissen: Das Atrium ist ohne Ausweis zugänglich. Für die Spielsäle gilt Mindestalter 18 und Pflicht zum Foto-Ausweis. Laut Monaco Tribune (2024) kostet der Eintritt in die Spielsäle 18 Euro, inklusive 10 Euro Gutschein, und der Rundgang mit Audioguide 19 Euro; Preise vor Ort prüfen. Rundgänge laufen täglich von 10 bis 13 Uhr (letzter Einlass 12.15 Uhr), die Spielsäle öffnen um 14 Uhr. Tagsüber sind Bermudas und T-Shirts geduldet, ab 19 Uhr gelten strengere Regeln: keine Shorts, keine kurzärmeligen Hemden. Mehr dazu im Reisebericht.

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Jardin Exotique

Der Jardin Exotique klammert sich an die Felswand im Viertel Moneghetti oberhalb der Stadt. Auf Terrassen, Treppen und schmalen Brücken wachsen über tausend Arten von Kakteen und anderen Sukkulenten, kugelig, säulenartig oder baumhoch. Von den Wegen aus sieht man den Felsen von Monaco-Ville und das Mittelmeer. Das Gelände fällt so steil ab, dass der Rundgang fast nur über Stufen und Rampen führt.

Jardin Exotique

Die Idee zum Garten geht auf Fürst Albert I. zurück, der von 1889 bis 1922 regierte und sich für Botanik, Meereskunde und Vorgeschichte interessierte. Die Arbeiten begannen 1913, die Eröffnung folgte 1933 unter Fürst Louis II., Albert I. erlebte sie nicht mehr. Die Gestaltung des Hangs wird dem Monegassen Louis Notari zugeschrieben. Zum Grundstock gehörte nach einer Quelle die Sammlung von Augustin Gastaud aus dem späten 19. Jahrhundert, aus der einige Exemplare beachtliche Grösse erreicht haben.

Die Pflanzen stammen aus trockenen Regionen: Kakteen sind in Nord-, Mittel- und Südamerika zu Hause, Wolfsmilchgewächse, Aloen und Agaven wachsen in Afrika und Mexiko. Sie speichern Wasser in verdickten Trieben oder Blättern und kommen mit wenig Regen aus, was zum sonnigen, steinigen Hang in Monaco passt. Zusätzlich betreut das Botanische Zentrum über 10 500 geschützte Pflanzenarten. Wer sich für Pflanzen interessiert, kann sich für Führungen im Botanischen Zentrum anmelden; sie finden dienstags um 14 Uhr sowie von Mittwoch bis Samstag zwischen 10 und 14 Uhr statt. Am offenen Hang gibt es wenig Schatten, was die Pflanzen mögen, den Besucher im Sommer aber fordert.

Zum Garten gehört die Grotte de l'Observatoire, 1916 entdeckt und seit 1950 öffentlich. Die Führung beginnt rund 40 Meter über dem Meeresspiegel und führt über mehr als 300 Stufen bis 98 Meter unter den Meeresspiegel, vorbei an Stalaktiten und Stalagmiten. Daneben steht das Museum für Prähistorische Anthropologie, eine der ältesten wissenschaftlichen Einrichtungen des Fürstentums, mit Funden aus der Urgeschichte der Region; das Gebäude entwarf Louis Rué. Dass der Eingang zur Höhle in einem Park voller Kakteen liegt, gehört zu den Eigenheiten dieses Orts: Oben Sonne und Stein, unten Tropfstein und kühle Luft.

Der Garten war rund sechs Jahre wegen Renovierung geschlossen und öffnete am 30. März 2026 wieder. Von hier führt der Weg abwärts durch die Stadt zum Casino de Monte-Carlo und weiter zum Hafen Hercule. Dieselbe Neugier für Natur, die Albert I. zum Garten führte, prägt auch das Ozeanografische Museum auf dem Felsen, das er 1910 eröffnete.

Gut zu wissen: Öffnungszeiten je Monat: Januar, November und Dezember 9 bis 17 Uhr, Februar bis April und Oktober 9 bis 18 Uhr, Mai bis September 9 bis 19 Uhr. Geschlossen ist am 19. November, am 25. Dezember und während des Grand Prix. Die Höhlenführung findet stündlich ab 10 Uhr statt und dauert 40 bis 45 Minuten. Eintritt und aktuelle Zeiten vor Ort prüfen. Festes Schuhwerk, Wasser und Sonnenschutz sind sinnvoll; der Garten besteht fast nur aus Stufen. Mehr dazu im Reisebericht.

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Ozeanografisches Museum

Das Ozeanografische Museum steht am Rand des Felsens von Monaco-Ville, wie angewachsen an einer 85 Meter hohen Klippe über dem Mittelmeer. Das neobarocke Gebäude entwarf Paul Delefortrie, es misst rund 6000 Quadratmeter und besteht aus weissem Stein aus La Turbie und Kalkstein aus Brescia. Eröffnet wurde es am 29. März 1910, nach elf Jahren Bauzeit. Von der Strasse aus sieht man vor allem die Fassade, die zum Meer hin abfällt; dahinter und darunter liegen Ausstellungs- und Beckenräume. Zu erreichen ist es zu Fuss durch die Gassen von Le Rocher.

Ozeanografisches Museum

Hinter dem Museum steht Fürst Albert I. (1848 bis 1922), der zwischen 1884 und 1915 an 28 wissenschaftlichen Expeditionen teilnahm. Die Idee reifte, nachdem seine Sammlungen an der Pariser Weltausstellung 1889 gezeigt worden waren. Eines seiner Forschungsschiffe, die Hirondelle, hat dem Quai de l'Hirondelle am Hafen Hercule den Namen gegeben. Das Institut océanographique, das das Museum trägt, koordiniert auch das Maison de l'Océan in Paris. Die Forschungsschiffe trugen neben der Hirondelle auch den Namen Princesse Alice.

Von 1957 bis 1988 leitete der französische Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau das Institut, und sein Name ist bis heute mit dem Haus verbunden. In dieser Zeit wurde das Museum auch ausserhalb der Fachwelt bekannt; Cousteau leitete das Haus 31 Jahre lang und forschte zugleich von seinem Schiff Calypso aus. 2006 gründete Fürst Albert II. die Stiftung Fondation Prince Albert II de Monaco, die sich für Meeresschutz einsetzt.

Das Aquarium zeigt rund 6000 Tiere aus etwa 350 Arten von Fischen und Wirbellosen, aus dem Mittelmeer wie aus tropischen Riffen. Die Hailagune ist sechs Meter tief und hat 30 Zentimeter dicke Scheiben. Im Hauptsaal hängt das Skelett eines Wals von 2,8 Tonnen. Unter dem Titel «Monaco und der Ozean» steht ein 27 Meter langes stilisiertes Schiff, daneben ist die Yacht Deo Juvante II von Rainier III. zu besichtigen, auf der die Hochzeitsreise mit Grace Kelly begann.

Seit 2019 betreibt das Haus am Rand der Jardins Saint-Martin ein Pflegezentrum für verletzte Meeresschildkröten. Ein Artenschutzprogramm gilt dem Banggai-Kardinalfisch, der durch Überfischung bedroht ist. Auf der Dachterrasse mit Restaurant und einer Spielfläche in Walform reicht der Blick bis San Remo. Das Haus bietet zudem immersive Ausstellungen wie «Immersion» über das Great Barrier Reef von 2020. Über 600 000 Besucher kommen jährlich. Zur Kathedrale und zum Fürstenpalast gelangt man in wenigen Gehminuten durch die Gassen von Le Rocher.

Gut zu wissen: Ticketpreise und Öffnungszeiten auf der offiziellen Seite oder vor Ort klären. Die Sonderausstellungen wechseln, vor dem Besuch nachsehen, was gerade läuft. Für Familien eignet sich der Vormittag. Der Aufstieg zum Felsen führt über Rampen und Treppen vom Hafen. Der Besuch dauert leicht einen halben Tag. Nach dem Besuch lohnt die Terrasse als Pause, bevor es weiter durch die Altstadt geht. Mehr dazu im Reisebericht.

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