Kroatien · Region

Zwischen Velebit und Inselmeer.

Norddalmatien reicht von den Kalkwänden des Velebit bis zu den Kornaten. Römische Foren, venezianische Festungen und Wasserfälle liegen hier eng beieinander.

Auf einen Blick

Gespanschaft Zadar3’646 km² Landfläche, 160’085 Einwohner (2021)
Zadar70’779 Einwohner (2021)
Šibenik42’599 Einwohner in der Gemeinde (2021)
WelterbeKathedrale St. Jakob in Šibenik (seit 2000), venezianische Festungen (2017)
NationalparksKrka (109 km², 1985), Paklenica (95 km²), Kornati (seit 1980)
NaturparkVransko jezero, grösster natürlicher See Kroatiens
InselnDugi otok, Ugljan, Pašman, Pag und viele kleinere
Höchster GipfelVaganski vrh im Velebit, 1’757 m

Inselmeer vor dem Gebirge

Die Gespanschaft Zadar umfasst 3646 Quadratkilometer Land und, mit dem Meer gerechnet, 7854 Quadratkilometer. Zu ihr gehören Dugi otok, Ugljan, Pašman, Molat, Lavdara, Zverinac, Vir und der grösste Teil von Pag. Ugljan und Pašman bilden das Zadarer Archipel, vom Festland trennt sie der Zadarer Kanal. Die Kornaten gelten als die am stärksten gegliederte Inselgruppe des Mittelmeers.

Hinter der Küste steigt der Velebit auf, dessen Gipfel Vaganski vrh 1757 und Sveto brdo 1753 Meter hoch sind. In römischer Zeit lag die Küstenprovinz Dalmatien zwischen den Flüssen Krka und Neretva, die Krka bildet in Norddalmatien daher bis heute eine historische Grenze. Zwischen Küste und Gebirge liegt ein schmaler Streifen Land, den Karstflüsse wie Krka und Zrmanja durchschneiden. Die Kalkberge des Velebit fallen stellenweise fast unmittelbar zum Meer ab, der Zadarer Kanal und die Kanäle zwischen den Inseln bleiben dadurch geschützt.

Venedigs Dalmatien

Venedig kontrollierte Teile Dalmatiens von 1000 bis 1358 und von 1420 bis 1797. 1409 kaufte es die Rechte, 1420 war die Herrschaft gefestigt. Zadar blieb von 1409 bis 1797 venezianisch, Šibenik kam 1412 nach einem dreijährigen Krieg hinzu, Pag war bereits 1403 verkauft worden. Venezianisch war die Handelssprache und beeinflusste das Küsten-Čakavische stark.

In den Küstenstädten wurde bis ins späte 19. Jahrhundert Dalmatisch gesprochen, eine romanische Sprache, die das Venezianische allmählich verdrängte. Italienisch und Kroatisch waren in Dalmatien bis 1909 beide Amtssprachen. 1809 schuf Napoleon die Illyrischen Provinzen, 1815 gründete Österreich das Königreich Dalmatien. Die Küstenstädte erhielten in diesen Jahrhunderten ihre Stadtmauern, Loggien und Plätze, die das Bild der Altstädte bis heute bestimmen.

Zerstörung und Wiederaufbau

Zadar wurde im 20. Jahrhundert zweimal schwer getroffen. Alliierte Luftangriffe von November 1943 bis Oktober 1944 zerstörten schätzungsweise 80 Prozent der Gebäude. Die Belagerung der Stadt dauerte von 1991 bis Januar 1993. Der Wiederaufbau prägt das Stadtbild: neben römischen Resten und romanischen Kirchen stehen Bauten der Nachkriegszeit.

2017 nahm die UNESCO die befestigte Stadt Zadar in die Liste der «Venezianischen Verteidigungswerke des 15. bis 17. Jahrhunderts» auf, zusammen mit der Festung St. Nikolaus bei Šibenik. Auch die Anlagen am Kanal des heiligen Antonius gehören dazu. Die Festungen sollten das Hinterland und die Seewege Venedigs gegen die osmanische Expansion sichern.

Salz, Käse und Spitze

Auf Pag werden jährlich rund 33’000 Tonnen Salz gewonnen, zwei Drittel der Produktion Kroatiens. Der Pager Käse aus Schafsmilch trägt seit dem 25. November 2019 eine geschützte Ursprungsbezeichnung der EU. Die Schafe weiden auf den Hügeln der Insel und fressen dort aromatische Pflanzen, der Wind trägt Salzstaub über die Weiden. Je nach Sorte reift der Käse zwischen fünf und 18 Monaten, einzelne Laibe länger.

Die Pager Spitze, kroatisch paška čipka, steht seit 2009 auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes, ihre erste Erwähnung stammt von 1579. Die Fäden werden von Hand gearbeitet, Muster und Technik gibt man in der Familie und in Kursen weiter. Salz, Käse und Spitze machen die karge Insel weit über Norddalmatien hinaus bekannt.

Orte

Neun Orte zeigen Norddalmatien von der Altstadt Zadars über Wasserfälle und Karstberge bis zu den Kornaten.

Zadar

Zadar zählte 2021 rund 70’800 Einwohner. Die Altstadt liegt auf einer Halbinsel, die einst durch einen Graben vom Festland getrennt war. Ihre Wurzeln reichen bis ins 9. Jahrhundert v. Chr.: Die Liburner nannten die Siedlung Iader, 59 v. Chr. wurde sie römisch (Iadera), 48 v. Chr. Kolonie. Die Hauptstrasse Kalelarga, auch Breite Strasse genannt, folgt dem Verlauf einer römischen Strasse. 1202 wurde die Stadt auf Drängen Venedigs von Kreuzfahrern belagert und geplündert.

Das römische Forum ist das grösste an der Ostseite der Adria. Augustus liess es gründen, gebaut wurde zwischen dem 1. Jahrhundert v. Chr. und dem 3. Jahrhundert n. Chr., eine Säule steht noch. Auf dem Forum steht die Kirche des heiligen Donatus aus dem 9. Jahrhundert, ein Rundbau von rund 27 Metern Höhe und 22 Metern Breite mit drei Apsiden und einem Umgang. Beim Bau verwendete man Steine römischer Bauten wieder, darunter einen Altar mit der Inschrift «IVNONI AVGUSTE IIOVI AVGUSTO». Ursprünglich war sie der Dreifaltigkeit geweiht, im 15. Jahrhundert erhielt sie den Namen Donatus. Wegen ihrer Akustik finden hier die Konzerte der «Musikalischen Abende in St. Donat» statt. Die Kathedrale der heiligen Anastasia aus dem 12. und 13. Jahrhundert ist die grösste Dalmatiens.

Am Ufer liegt die Meeresorgel, die Nikola Bašić entwarf und die am 15. April 2005 eröffnet wurde. Unter weissen Marmorstufen verbergen sich Kunststoffrohre und ein Resonanzraum, die Wellen erzeugen darin «zufällige, aber harmonische Klänge». 2006 erhielt die Anlage einen Preis, den Europäischen Preis für den öffentlichen Stadtraum. Daneben liegt der «Gruss an die Sonne», 300 mehrschichtige Glasplatten speichern tagsüber Sonnenenergie und leuchten nach Sonnenuntergang.

Das Landtor von 1543 baute der venezianische Architekt Michele Sanmicheli, es gilt als eines der besten Renaissancebauwerke Dalmatiens. Der Platz der fünf Brunnen entstand während einer türkischen Belagerung im 16. Jahrhundert. Alfred Hitchcock soll den Sonnenuntergang von Zadar den schönsten der Welt genannt haben.

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Šibenik

Šibenik wird erstmals am Weihnachtstag 1066 in einer Schenkung von Peter Krešimir IV. erwähnt und heisst deshalb auch «Krešimirs Stadt». Sie gilt als eine der ältesten einheimischen kroatischen Städte an der Adria. Die Gemeinde hatte 2021 42’599 Einwohner, im Stadtgebiet leben 31’115. Die Stadt liegt dort, wo die Krka ins Meer mündet. Venedig eroberte sie 1412 nach einem dreijährigen Krieg. Vier Festungen sind erhalten: die älteste, St. Michael, dazu St. Nikolaus, St. Johann und Barone. St. Nikolaus am Eingang des Antoniuskanals entstand zur Abwehr osmanischer Angriffe von See und wurde 2017 Teil der UNESCO-Stätte «Venezianische Verteidigungswerke».

Die Kathedrale des heiligen Jakob wurde von 1431 bis 1536 gebaut, laut Wikipedia ausschliesslich aus Stein, ohne Mörtel und ohne Holz. Juraj Dalmatinac, auch Giorgio da Sebenico genannt, leitete den Bau von 1441 bis zu seinem Tod 1473. Nikola Firentinac führte ihn von 1475 bis 1505 weiter. Fertiggestellt wurde sie 1535 von Bartolomeo di Mestre und seinem Sohn Jacob. Das Gebäude misst 38 mal 14 Meter, die Kuppel erreicht innen 32 Meter, aussen 38 Meter.

Am Fries der Apsis sitzen 74 gemeisselte Köpfe. Das Baptisterium von 1443 hat einen vierpassförmigen Grundriss. Sein Gewölbe besteht aus neun passgenau behauenen Steinblöcken, die ohne Mörtel ineinandergreifen. Seit 2000 steht die Kathedrale auf der Welterbeliste.

Aus Šibenik stammt auch Faust Vrančić, der einen der frühesten Fallschirme entwarf. Die Festung St. Michael ist die älteste der vier Anlagen, und die Stadt liegt an der Mündung der Krka. Dort weitet sich der Fluss zur Bucht von Šibenik, die über den Antoniuskanal mit der Adria verbunden ist. Die Gemeinde zählte 2021 knapp 43’000 Einwohner.

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Nationalpark Krka

Der Nationalpark Krka wurde 1985 gegründet und umfasst 109 Quadratkilometer entlang des Flusses. Die Krka ist 73 Kilometer lang, ihr Einzugsgebiet misst 2088 Quadratkilometer. Sie entspringt am Fuss der Dinara nahe der Grenze zu Bosnien und Herzegowina, durchfliesst die Krčić-Schlucht und erreicht über den Krčić-Wasserfall von 25 Metern das Karsttal von Knin. Ihre Mündung ist ein zehn Kilometer langer Meeresarm, die Bucht von Šibenik, die über den Antoniuskanal mit der Adria verbunden ist. Der grösste Nebenfluss ist die Čikola.

Der bekannteste Wasserfall ist der Skradinski buk. Er besteht aus 17 Fällen auf einer Fläche von 400 mal 100 Metern, zwischen dem ersten und dem letzten liegen 47,7 Meter Höhenunterschied. Im Winter fliessen 43 Kubikmeter Wasser in der Sekunde, im Sommer 18, im Mittel 55. Der Roški slap ist der sechste Wasserfall der Krka und nach dem Skradinski buk der zweitbeliebteste. Weitere Wasserfälle sind die Bilušića (6 Meter) und die Manojlovac-Reihe mit zusammen 60 Metern.

Auf der Insel im Visovac-See, der sieben Kilometer lang ist, gründeten Franziskaner 1445 ein Kloster. Das serbisch-orthodoxe Kloster Krka wird 1402 erstmals schriftlich erwähnt, gegründet wurde es nach der Quelle 1345. Nahe der Manojlovac-Fälle liegen römische Ruinen von Burnum. In Jaruga ging 1895 das erste Wasserkraftwerk Kroatiens mit Wechselstrom in Betrieb und belieferte Šibenik.

Der Fluss ist von der Quelle bis zur Mündung ein Karstfluss, der Kalktuff ablagert und so die Fälle und Becken bildet. Im Park sind 860 Pflanzenarten und Unterarten erfasst. In der Krka leben 18 Fischarten, zehn davon endemisch, dazu kommen 222 Vogelarten und 18 Fledermausarten.

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Kornaten

Die Kornaten liegen westlich von Šibenik und südlich von Zadar. Das Gesetz zum Nationalpark Kornati trat am 13. August 1980 in Kraft, der Park umfasst nach einer Quelle 216,78 Quadratkilometer, an der breitesten Stelle sind es sechs Kilometer. Der Archipel gilt als die am stärksten gegliederte Inselgruppe des Mittelmeers. Seine Inseln bilden zwei Reihen, die Kornatski- und die Piškerski-Reihe. Den Namen gab Kornat, die grösste Insel, 32,44 Quadratkilometer gross mit 68,79 Kilometern Küste. Dort gibt es keine dauerhaften Siedlungen.

Einst bedeckten Eichenwälder die Inseln. Sie wurden für Weiden und Felder gerodet, wohl schon in illyrischer Zeit, sodass das Land nach Jahrtausenden der Nutzung kahl und felsig ist. Ende des 19. Jahrhunderts pachteten Bewohner von Murter die Inseln und bauten Trockenmauern, damit die Schafe nicht auf fremdes Land liefen. Auf Kornat sind es 260 Kilometer Mauern, im ganzen Park 330. Rund 300 Häuser stehen auf den Inseln, etwa 90 Prozent der Besitzer wohnen auf Murter.

Auf Piškera standen 1824 dreizehn Häuser, fünf sind geblieben, dazu eine Kirche von 1560 für die Fischer. Der einzige Leuchtturm, Tajerske sestrice, wurde 1876 auf der einzigen wirklich bewaldeten kleinen Insel gebaut, er ist rot-weiss gestreift. Der höchste Gipfel ist die Vela ploča mit 237 Metern, andere Quellen nennen für Kornat 207 Meter.

Mehr als 650 Pflanzenarten sind erfasst, an Säugetieren leben Steinmarder, häufiger sind Schafe und Esel. Das Meer ist klar, rund 850 Tierarten sind erfasst, darunter 185 Fisch- und 177 Weichtierarten. Im 19. Jahrhundert hiess Kornat «Krunarski otok», Kronen-Insel. 2007 kamen bei einem Waldbrand auf Kornat zwölf von dreizehn eingeschlossenen Feuerwehrleuten ums Leben.

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Nationalpark Paklenica

Der Nationalpark Paklenica liegt bei Starigrad an den Südhängen des Velebit und umfasst 95 Quadratkilometer. Seine zwei Schluchten sind Velika und Mala Paklenica. Die Velika Paklenica ist 14 Kilometer lang und 500 bis 800 Meter breit, an der engsten Stelle nur 50 Meter. Senkrechte Wände ragen stellenweise über 700 Meter auf. Die Mala Paklenica misst 12 Kilometer, ist 400 bis 500 Meter breit und verengt sich auf 10 Meter, ihre Wände erreichen bis zu 650 Meter. Sie ist oft trocken. Die höchsten Gipfel sind der Vaganski vrh mit 1757 und das Sveto brdo mit 1753 Metern.

Paklenica ist das meistbesuchte Klettergebiet Kroatiens. Je nach Quelle gibt es über 360 oder fast 600 eingerichtete Routen. Zu den schwierigsten gehören Il Maratoneta (8b+) und Moskito (8b). Der Anića kuk gilt als der berühmteste Kletterfelsen. In der Mala Paklenica ist Klettern verboten.

Die Manita peć, die Höhle auf 570 Metern Höhe, ist die einzige Schauhöhle des Parks und nur mit Führung zu besichtigen. Rund 76 bis 115 Höhlen und Schächte sind bekannt, je nach Zählung. Im Wald wachsen Schwarzkiefern und Buchen, Teile der Buchenwälder gehören seit 2017 zum Welterbe «Alte Buchenwälder und Buchenurwälder». Der Park zählt 1000 Pflanzenarten und Unterarten, 79 davon wachsen nur in der Region. Dazu kommen 84 Schmetterlinge, 31 Amphibien- und Reptilienarten, 260 Vogel- und etwa 24 Fledermausarten. Zu den grossen Raubtieren gehören Braunbär, Wolf und Luchs.

Berghütten verlangen eine Gebühr, die einfachen Schutzhütten wie Struge sind frei zugänglich und haben zehn bis zwanzig Schlafplätze. Zelten im Park ist verboten.

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Nin

Nin hatte 2021 rund 2700 Einwohner. Der historische Kern liegt auf einer Insel von etwa 500 Metern Durchmesser, in einer Lagune. Zwei steinerne Brücken aus dem 16. Jahrhundert verbinden sie mit dem Festland. Die Liburner siedelten hier seit dem 9. Jahrhundert v. Chr., die Römer machten Aenona zu einem Handelsplatz, in einer römischen Villa fand man ein byzantinisches Mosaik. Reste eines römischen Tempels sind zu sehen.

Nin war Sitz früher kroatischer Herzöge und Könige, vom 7. bis zum 11. Jahrhundert. Ein Denkmal erinnert an Fürst Branimir, ein Taufbecken an Herzog Višeslav. Im 9. Jahrhundert wurde die Stadt Sitz des ersten kroatischen Bischofs. Im 10. Jahrhundert wirkte hier Bischof Gregor von Nin, von ihm steht eine Statue von Ivan Meštrović in der Stadt. Wer ihren Zeh oder Daumen berührt, soll Glück haben. Die Kirche zum Heiligen Kreuz aus dem 9. Jahrhundert hat ihre ursprüngliche Form behalten und wird die kleinste Kathedrale der Welt genannt. Sie diente auch als Art Sonnenuhr.

Die Salinen sind seit über 1500 Jahren in Betrieb und umfassen 55 Hektar. Fünf Verdunstungsbecken hintereinander, die Salzblüte erntet man von Hand. Ein Salzmuseum und das Museum der Ninser Altertümer erklären die Geschichte. Die Königinnenbucht, Kraljičina plaža, ist ein drei Kilometer langer Sandstrand an einer flachen Lagune. Dort setzt sich Heilschlamm ab, der schon in der Antike genutzt worden sein soll. Eine Legende verbindet den Strand mit Königin Jelena, der Frau von König Tomislav.

Unter venezianischer Herrschaft war Nin militärisch nicht geschützt und wurde 1571 und 1646 zerstört. Auf einer Plantage bei der Stadt wachsen rund 30’000 Kirschbäume auf 42 Hektar, 20 Sorten, die Ernte dauert etwa 60 Tage.

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Pag

Pag misst 284 Quadratkilometer und ist rund 60 Kilometer lang. 2011 lebten dort 9059 Menschen. Wegen der kargen, hellen Landschaft heisst die Insel «Mondinsel». Ein 300 Meter langer Bogen verbindet den südlichen Inselteil mit dem Festland. Die Salzgewinnung dauert seit mehr als tausend Jahren an, die frühesten Aufzeichnungen stammen von 999, vermutet wird sie schon in römischer Zeit. Die Salzbecken bei der Stadt Pag bedecken 3,01 Quadratkilometer, daraus stammen jährlich rund 33’000 Tonnen Salz, zwei Drittel der Produktion Kroatiens. Novalja ist neben Pag die zweite Stadt der Insel.

Die Stadt Pag wurde am 18. Mai 1443 neu gegründet, nachdem man die ältere Siedlung aufgegeben hatte. Venezianische Planer entwarfen sie, Giorgio da Sebenico, der als Juraj Dalmatinac bekannt ist, wirkte am Stadtplan mit. Venedig herrschte seit 1403 über Pag, als König Ludwig der Grosse seine dalmatinischen Besitzungen verkaufte. Der Grundriss ist rechtwinklig: Längsstrassen kreuzen Querstrassen, in der Mitte liegt ein rechteckiger Platz.

Am Platz stehen die Stiftskirche, eine dreischiffige Basilika mit drei Apsiden, und der Herzogspalast. Der Bischofspalast blieb unvollendet, auch die Stadtmauern entstanden unter Giorgio da Sebenico. Die Stadt zählte 2021 3175 Einwohner, die Quellen unterscheiden sich je nach Zählweise. Der Pager Käse aus Schafsmilch trägt seit dem 25. November 2019 eine geschützte Ursprungsbezeichnung der EU.

Die Pager Spitze ist feiner Handarbeit. Die erste Erwähnung der paška čipka stammt von 1579, seit 2009 gehört sie zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Wind und Salz prägen die Pflanzen und die Landwirtschaft: Auf den kargen Weiden wachsen aromatische Kräuter, von denen die Schafe fressen, deren Milch zum Pager Käse verarbeitet wird.

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Vransko jezero

Der Naturpark Vransko jezero wurde am 21. Juli 1999 ausgerufen und liegt zwischen Pirovac und Pakoštane, zwischen Zadar und Šibenik. Er umfasst 57 Quadratkilometer, davon sind 30,02 Quadratkilometer Seefläche. Der See ist der grösste natürliche See Kroatiens und liegt in einem Karsttal. Sein Wasser ist brackig, ein Teil liegt unter dem Meeresspiegel (eine Kryptodepression). An manchen Stellen ist er weniger als einen Kilometer vom Meer entfernt. Die tiefste Stelle liegt bei vier Metern.

Das Gebiet ist seit 1983 ornithologisches Reservat, der gesamte See erhielt 1999 den Status eines Naturparks. Am 2. Februar 2013 wurde es in die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung (Ramsar) aufgenommen und zählt damit zu den Gebieten, die für Wasservögel international bedeutsam sind. Es sind 256 Vogelarten erfasst, 102 davon brüten im Park, die übrigen sind Zug- und Wintergäste. Vier Arten sind europaweit gefährdet, sieben landesweit. Mehr als 100’000 Wasservögel überwintern am See. Die grösste kroatische Brutpopulation des Zwergscharbens lebt hier, einer kleinen Kormoranart.

Fische sind ein wichtiger Teil des Sees, Angler können beinahe das ganze Jahr hier fischen. Rund um den See führt ein 40 Kilometer langer Radweg. Kulturdenkmäler im Gebiet reichen bis 2000 v. Chr. zurück. Zu den umliegenden Gemeinden zählen Pakoštane, Benkovac, Pirovac, Stankovci und Tisno, der See liegt in den Gespanschaften Zadar und Šibenik-Knin. Die Oberfläche steigt kaum über den Meeresspiegel, 0,1 Meter. Der See liegt in einem Karsttal, das vom Meer nur durch einen schmalen Höhenzug getrennt ist. Der Park gilt wegen seiner Vogelwelt als eines der wichtigsten Feuchtgebiete des Landes.

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Biograd na Moru

Biograd na Moru, übersetzt «Weisse Stadt am Meer», liegt 28 Kilometer südlich von Zadar gegenüber der Insel Pašman. 2021 zählte die Stadt 5601 Einwohner, 95,5 Prozent davon Kroaten. Die erste Erwähnung steht in der Chronik «De Administrando Imperio» aus dem 10. Jahrhundert, als einer der bewohnten Orte des «getauften Kroatiens». Stephan Držislav und Peter Krešimir IV. nutzten den Ort als Hauptstadt. Eine dreischiffige Basilika aus dem 9. Jahrhundert, unter Herzog Branimir gebaut, wurde später Bischofskathedrale.

1102 krönte Bischof Bono hier Koloman von Ungarn zum König von Kroatien. Das Königreich ging damit an die ungarische Krone über. 1125 eroberte Venedig die Stadt zurück, der Doge liess sie bis auf die Grundmauern zerstören. 1409 erwarb Venedig Biograd und hielt es bis 1797. Weitere Brände folgten 1521 und 1646. Nach der Zerstörung von 1125 verlegte man den Sitz der Abtei Rogovo auf die Insel Pašman, auf den Hügel Ćokovac über Tkon, dort steht das Kloster der Heiligen Kosmas und Damian. Es ist laut Quelle das einzige männliche Benediktinerkloster Kroatiens.

Die barocke Pfarrkirche der heiligen Anastasia wurde 1761 geweiht, der 33 Meter hohe Glockenturm kam 1859 dazu. Das Heimatmuseum zeigt die Ladung des venezianischen Schiffes Gagliana Grossa, das 1583 bei der Insel Gnalić sank, mehr als 10’000 Objekte. Die Marina Kornati wurde 1974 eröffnet und hat rund 800 Liegeplätze, sie gilt als erster eigens gebauter Yachthafen Kroatiens. Der Vransko jezero liegt einige Kilometer landeinwärts, die Kornaten sind mit dem Boot als Tagesausflug erreichbar. Gegenüber liegt die Insel Pašman, deren Kloster mit der Geschichte der Stadt eng verbunden ist.

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Reisebericht folgt. Unsere Beiträge und Tipps zu Unterkunft und Essen schreiben wir noch auf.